gms | German Medical Science

GMS Medizin — Bibliothek — Information.

Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB)

ISSN 1865-066X

Medizinhistorische Literatur

Medical history literature

Editorial

Search Medline for

  • corresponding author Bruno Bauer - Medizinische Universität Wien, Universitätsbibliothek, Wien, Österreich External link

GMS Med Bibl Inf 2012;12(1-2):Doc01

DOI: 10.3205/mbi000237, URN: urn:nbn:de:0183-mbi0002377

Published: September 6, 2012

© 2012 Bauer.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Zusammenfassung

Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe 1-2/2012von GMS Medizin – Bibliothek – Information ist medizinhistorische Literatur. In sechs Beiträgen werden Bestände und aktuelle Projekte medizinhistorischer Bibliotheken in Berlin, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Wien und Zürich vorgestellt. Verfasst wurden die Beiträge der Schwerpunktausgabe von Melanie Scholz & Vera Seehausen (Von August zu Klingsor, von Luise zu Benjamin – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Bibliothek des Instituts für Geschichte der Medizin in Berlin), Melanie Kintzel, Meike Knittel & Tanja Krutky (Medizinhistorische Buchbestände am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ihre Entsäuerung), Alexandra Veith (Bibliothek des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg), Dagmar Geithner (Die Bibliothek des Karl-Sudhoff-Institutes für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig – ein historischer Abriss), Harald Albrecht, Bruno Bauer & Walter Mentzel (Josephinische Bibliothek und medizinhistorische Bestände der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien) und Monika Huber & Ursula Reis (Die Bibliothek des Medizinhistorischen Instituts und Museums der Universität Zürich).

Schlüsselwörter: Berlin, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Wien, Zürich, Medizingeschichte, medizinhistorische Literatur, medizinhistorische Bibliothek, Sammlung, Beschreibung, Projekt, Editorial

Abstract

The focus of the current issue 1-2/2012 of GMS Medizin – Bibliothek – Information is on medical history literature. In six articles special collections and recent projects of medical history libraries in Berlin, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Vienna and Zurich are presented. The authors in this issue are Melanie Scholz & Vera Seehausen (From Augusta to Klingsor, from Luise to Benjamin – past, present and future of the library of the Institute of the History of Medicine in Berlin), Alexandra Veith (Library of the Institute for History of Medicine and Ethics of Medicine, Heidelberg), Melanie Kintzel, Meike Knittel & Tanja Krutky (Historic collections of the Medical Library of the University of the University Medical Center Hamburg-Eppendorf and their deacidification), Dagmar Geithner (Library of the Karl Sudhoff Institute for the History of Medicine and Science, Leipzig – a Historical Review), Harald Albrecht, Bruno Bauer & Walter Mentzel (The Josephinian Library and the medical-historic stock of the University Library of the Medical University of Vienna) and Monika Huber & Ursula Reis (Library of the Institute and Museum of the History of Medicine Zurich).

Keywords: Berlin, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Vienna, Zurich, medical history, medical history literature, medical history library, special collection, description, project, editorial


Medizinhistorische Literatur

Die aktuelle Ausgabe von GMS MEDIZIN – BIBLIOTHEK – INFORMATION ist dem Schwerpunktthema „Medizinhistorische Literatur“ gewidmet. Eingeladen wurden Bibliothekarinnen und Bibliothekare medizinhistorischer Bibliotheken und Sammlungen ihre Bestände und aktuelle Projekte in Fachbeiträgen vorzustellen. Obwohl für Medizinbibliotheken in der Regel stets die Bereitstellung aktuellster Forschungsliteratur, mittlerweile standardmäßig in elektronischer Form, eine zentrale Rolle im zu leistenden Aufgabenspektrum spielt, verfügen einige der von diesen medizinischen Bibliotheken versorgten Hochschulen über eine große Tradition, die auch in den jeweils vorhandenen wertvollen medizinhistorischen Sammlungen evident wird. Sechs dieser Bibliotheken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind der Einladung gefolgt, in der aktuellen Schwerpunktausgabe über ihre wertvollen Altbestände zu berichten; bemerkenswert ist die Tatsache, dass an allen Standorten trotz finanzieller und personeller Engpässe zumindest mit Teilerfolgen versucht wird, diese Bestände durch geeignete Maßnahmen zu erhalten, eingehender zu erschließen und nach Möglichkeit unter Nutzung des Internets diese Literatur einen größeren potentiellen Interessentenkreis zur Verfügung zu stellen.

  • Melanie SCHOLZ und Vera SEEHAUSEN beschreiben unter dem Titel „Von Augusta zu Klingsor, von Luise zu Benjamin – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Bibliothek des Instituts für Geschichte der Medizin in Berlin“ die Bibliotheks- und Archivsituation für die Medizingeschichte in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Das 1963 gegründete Institut für Geschichte der Medizin der Freien Universität Berlin in West-Berlin wurde 2003 – mit der Fusion der beiden medizinischen Fakultäten zur Charité – Universitätsmedizin Berlin – mit dem Institut für Geschichte der Medizin der Humboldt-Universität in Ost-Berlin zusammengeführt; die beiden Standorte auch der Bibliothek blieben allerdings erhalten. Der historische Bestand, Werke und Lehrbücher mit Erscheinungsjahr vor 1900, umfasst ca. 10.000 Titel (http://www.egms.de/de/journals/mbi/2012-12/mbi000243.shtml).
  • Melanie KINTZEL, Meike KNITTEL und Tanja KRUTKY informieren über „Medizinhistorische Buchbestände am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ihre Entsäuerung“. Die Ärztliche Zentralbibliothek (ÖZB) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf verfügt über die drei Spezialsammlungen Medizingeschichte (mehr als 25.000 Bände), Sexualforschung (ca. 4.500 Bände) und Psychiatrie (ca. 6.500 Bände). Im Rahmen eines von der Hamburger Bürgerschaft finanzierten und von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg koordinierten Massenentsäuerungsprojektes konnten an die 20.000 Bände entsäuert werden; in weiterer Folge ist deren Retrokatalogisierung und Nachweisung im GBV geplant (http://www.egms.de/de/journals/mbi/2012-12/mbi000244.shtml).
  • Über die „Bibliothek des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg“ berichtet Alexandra VEITH. Die Bibliothek des 1969 gegründeten Instituts, die auch ca. 400 alte Drucke und Handschriften aus der Zeit vor 1800 besitzt, weist einen Bestand von ca. 45.000 Bänden auf, weiters ca. 40.000 Sonderdrucke und 10.000 Diapositive. Nachgewiesen ist der Bestand im Online-Katalog der Universitätsbibliothek Heidelberg (http://www.egms.de/de/journals/mbi/2012-12/mbi000245.shtml).
  • Dagmar GEITHNER präsentiert „Die Bibliothek des Karl-Sudhoff-Institutes für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften in Leipzig – ein historischer Abriss“. Seit 1994 ist diese Bibliothek, die 1906 von Karl Sudhoff gemeinsam mit dem Institut gegründet worden ist und heute einen Bestand von ca. 45.000 Bänden, 19.000 Sonderdrucken und 5.600 Dissertationen aufweist, Teil der Zweigbibliothek Medizin der Universitätsbibliothek Leipzig; seit zwei Jahren wird an der Retrokatalogisierung der noch nicht online erschlossenen Bestände gearbeitet (http://www.egms.de/de/journals/mbi/2012-12/mbi000246.shtml).
  • Harald ALBRECHT, Bruno BAUER und Walter MENTZEL stellen die „Josephinische Bibliothek und medizinhistorische Bestände der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien“ vor. Unter den medizinhistorischen Beständen, die überwiegend in der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin im Josephinum untergebracht sind, besonders bemerkenswerte Sammlungen sind die sogenannte Josephinische Bibliothek, bestehend aus ca. 11.500 Bänden mit Erscheinungsjahr vor 1900, die Obersteiner-Bibliothek, die bereits 1919 ca. 40.000 neurologische und psychiatrische Werke umfasst hat, die historische Bibliothek der Gesellschaft der Ärzte in Wien, bestehend aus ca. 56.000 Bänden und 300 historischen medizinischen Zeitschriften, und die Bibliothek der Österreichischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, bestehend aus ca. 1.900 Bänden, sowie diverse Separata-Sammlungen. Um die Benutzbarkeit des Bestandes zu erleichtern wurden die bestehenden Zettelkataloge digitalisiert und OCR-gelesen und stehen nunmehr im Internet zur Recherche zur Verfügung; ergänzend dazu wurde das Digitalisierungsservice E-books On Demand (EOD) eingerichtet. Um das Wissen über die historischen Bestände und deren Vorbesitzer zu erhöhen, betreibt die Universitätsbibliothek NS-Provenienzforschung, die Blogserie „Vertrieben 1938“, den Aufbau eines biobibliografischen Portals der Vertreterinnen und Vertreter der Wiener Medizinischen Schule und ein ExLibris-Projekt (http://www.egms.de/de/journals/mbi/2012-12/mbi000247.shtml).
  • „Die Bibliothek des Medizinhistorischen Instituts und Museums der Universität Zürich“ wird von Monika HUBER und Ursula REIS beschrieben. Der Gesamtbestand besteht aus ca. 160.000 Dokumenten (Bücher, Zeitschriften, Sonderdrucke, Dokumentationen, Broschüren, sonstige Kleinschriften), davon wurden ca. 10 Prozent vom 15. bis 18. Jahrhundert publiziert. Ein jüngst abgeschlossenes Projekt war der Erschließung der Sammlung von Broschüren über Kurorte der Schweiz und in ganz Europa gewidmet; der zeitliche Schwerpunkt dieser Sammlung liegt auf den Jahren 1870 bis 1940 (http://www.egms.de/de/journals/mbi/2012-12/mbi000248.shtml).

Ergänzt wird die aktuelle Schwerpunktausgabe „Medizinhistorische Literatur“ um Fachbeiträge und Mitteilungen zu weiteren Themen des Bibliotheks- und Informationswesens.

Mit der aktuellen Ausgabe zum Schwerpunktthema „Medizinhistorische Literatur“, aber auch den weiteren Beiträgen und Mitteilungen aus dem medizinischen Bibliothekswesen wünsche ich Ihnen wieder viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass Sie die eine oder andere Anregung für Ihre berufliche Praxis finden können.