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GMS Medizin — Bibliothek — Information.

Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB)

ISSN 1865-066X

Hochschulbibliothek Claudiana: Das neue Bibliotheksportal der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe in Bozen

Claudiana High School library: The new Library Portal of the Claudiana – College of Health-Care Professions in Bozen

Fachbeitrag

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  • corresponding author Maurizio Grilli - Claudiana, Scuola Provinciale Superiore di Sanità, Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe, Bolzano, Italy

GMS Med Bibl Inf 2012;12(1-2):Doc06

DOI: 10.3205/mbi000242, URN: urn:nbn:de:0183-mbi0002420

Veröffentlicht: 5. Juli 2012

© 2012 Grilli.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Zusammenfassung

Im Juli 2011 hat die Bibliothek der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana ihr neues Bibliotheksportal (http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do) freigeschaltet, mit dem sie das Ziel verfolgt, ihre Angebote, entsprechend den Anforderungen der digitalen Ära, in einer zeitgemäßen Form zu präsentieren. So sind nun z.B. alle Zeitschriften auf einem virtuellen Regal sichtbar, unabhängig davon, ob sie in gedruckter oder elektronischer Form verfügbar sind. Ein weiterer Fortschritt besteht darin, dass alle Informationsangebote – von den Datenbanken über die Zeitschriften und Fachportale bis hin zu den Linksammlungen – nach Fachgebieten geordnet sind.

Ein wesentliches Ziel des neuen Bibliotheksportals konnte dadurch realisiert werden, dass dem Benutzer individuelle Gestaltungsmöglichkeiten angeboten werden. Der registrierte Benutzer kann nun eigene Bibliografien erstellen und öffentlich sichtbar machen, das Erscheinungsbild des Portals personalisieren sowie Leihfristen verlängern und Medien vormerken.

Schlüsselwörter: Bibliotheksportal, Unified Resource Management, Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, Sebina, Data Management, Virtuelles Regal

Abstract

In July 2011 the Library of the College of Health-Care Professions Claudiana has activated his new library portal (http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do). The library hereby pursues the goal to keep up to date and to present its offer in an adequate way for the digital era requirements. For instance all journals now are visible on a virtual shelf, disregarding they are available as print or electronic resources. A further improvement consists in a new order of all information – databases, journals, portals as far as link collections – according to its subject. A core goal of the new library portal could be realized insofar as the users have individual possibilities to configure the portal space. The registered users can now create own bibliographies and make them public, personalize the portal appearance as well as extend the loan period or place a reservation on media.

Keywords: library portal, Unified Resource Management, Claudiana – College of Health-Care Professions, Sebina, data management, virtual shelf


1 Bibliothek der Claudiana

An der Landesfachhochschule für Gesundeitsberufe Claudiana in Bozen, die im Jahr 1996 gegründet worden ist, wird das Studium in den folgenden Fachgebieten angeboten: Biomedizinische Analytik, Dentalhygiene, Ernährungstherapie, Ergotherapie, Hebammen, Krankenpflege, Logopädie, Medizinisch-technischer Radiologieassistent, Physiotherapie, Podologie, Sanitätsassistent, Techniken der Vorbeugung im Bereich Umwelt und Arbeitsplatz. Weiters wird ein Masterstudium für das Koordinierungsmanagement der Gesundheitsberufe angeboten. Zur Zeit hat die Claudiana zirka 600 eingeschriebene Studenten. Bisher haben 1.789 Studenten ihr Studium mit dem Diplom abgeschlossen.

Die Bibliothek der Claudiana besitzt ca. 30.000 Medien und ca. 800 elektronische Datenträger. Von den ca. 200 bezogenen Fachzeitschriften sind 60 auch online verfügbar. Zusätzlich sind den Hochschulangehörigen weitere 2.000 Onlinezeitschriften im Bereich Medizin über die Virtuelle Medizinische Bibliothek Südtirols VMB (http://www.bmv.bz.it) zugänglich. Recherchiert werden kann in 11 Datenbanken, die von der Bibliothek der Claudiana bzw. der Virtuellen Medizinischen Bibliothek Südtirols angeboten werden.

Die ca. 2.000 Benutzer der Bibliothek setzen sich zusammen aus 500 Hochschulangehörigen und 1.500 sogenannte externe Benutzer aus dem regionalen Gesundheitswesen. Unter den Dienstleistungen besonders nennenswert sind die Biomedizinische Informationsstelle, an der täglich zwei Stunden ein Bibliothekar für Auskünfte zu Suchstrategien und Literaturrecherche zur Verfügung steht, die Vermittlung der Informationskompetenz, der regionale Medientransport und der Dokumentlieferdienst.


2 Ausgangslage für das neue Bibliotheksportal

Die Ausgangslage zum neuen Bibliotheksportal der Claudiana wird sehr gut in einem Artikel von K. W. Neubauer beschrieben: „Die Bibliotheken haben bisher versucht, eine Art Integrierten Zugang zu Daten aller Art über Portale anzubieten. Es gibt tausende von Bibliotheksportalen. Die Bibliotheken haben dabei mit einer schwierigen Gemengelage von Daten, Datenerschließung, Rechteverwaltung [...] Zugang, Suche, Speicher- und Anzeigeformate, Verknüpfung unterschiedlicher Dienste und Quellen umzugehen und fertig zu werden. Bekanntlich war die Bibliothekssoftwareindustrie lange Zeit dabei wenig hilfreich. Aus diesem Grund, aber auch aus innovativer Begeisterung, haben Bibliotheken eigene Lösungen gesucht und gefunden, zum Teil unter Einsatz kommerzieller Add-on-Produkte [...]. Versuche, interdisziplinäre, viele Fächer übergreifende Portale für eine breitere wissenschaftliche Öffentlichkeit einzurichten, sind bisher fraglich verlaufen.“ [1]

Um die Gründe erklären zu können, die zur Entscheidung für eine neue Verwaltungssoftware an der Bibliothek der Claudiana geführt haben, muss zwischen Back und Front Office unterschieden werden.

Back Office

Was das Back Office betrifft, sollte eine Software ausgewählt werden, die das Metadatenformat UNIMARC unterstützt und es ermöglicht, nach den International Standard Book Description (ISBD) zu katalogisieren. Weil die Bibliothek der Claudiana beabsichtigt, als erste Bibliothek Südtirols am Nationalen Bibliothekssystem Italiens (Sistema Bibliotecario Nazionale SBN) teilzunehmen, sollte die neue Software eine einwandfreie Verbindung ermöglichen und gleichzeitig die Übernahme von Metadaten aus Bibliothekssystemen anderer Länder über die üblichen Standardprotokolle unterstützen. Darüber hinaus sollte die Software eine leichte Integration von Internetverbindungen zulassen und ihre Architektur mit dem Internet leicht kompatibel sein.

Front Office

Beim Thema Front Office ging die Entscheidung hauptsächlich von der Tatsache aus, dass immer mehr Informationen wegen der zunehmenden ausschließlichen Onlineverfügbarkeit aus dem Regal verschwinden und dadurch für die Benutzer unsichtbar werden. Ohne ein neues passendes Instrument zur Präsentation von elektronischen Zeitschriften und sonstigen elektronischen Informationsquellen ist eine Ablöse vom Printformat schwierig. Der OPAC reicht nicht aus, um Zeitschriften passend zu erschließen. Diese müssen gut sichtbar und möglichst nach Sachgebieten präsentiert werden. In den letzten Jahren sind neue Dienstleistungen in die Bibliothek eingeführt worden, die immer schwieriger auf der alten Internetseite integriert werden konnten. Die von der Bibliothek der Claudiana angestrebte Lösung sollte einen Internetauftritt ermöglichen, in dem alle Informationsressourcen und alle Dienste strukturiert, übersichtlich, ergonomisch und benutzerfreundlich präsentiert werden. Praktisch sollte ein effektives Unified Ressource Management realisiert werden. Das alte Integrated Library System sollte nicht neu geschminkt werden, sondern die neuen Anforderungen sollten durch ein Instrument, das auf einer neuen, zielgerichteten Softwarearchitektur beruht, in optimaler Weise realisiert werden können. Ein wichtiges Ziel lag auch darin, das neue Bibliotheksportal interaktiv zu machen. Die Benutzer der Bibliothek sollten die Möglichkeit haben, sich z.B. Bibliografien zu erstellen, diese dann auch anderen Benutzern im Katalog zur Verfügung zu stellen und in ihren persönlichen Networks zu veröffentlichen. Sie sollten auch die Möglichkeit bekommen, die Portalansicht nach ihren Bedürfnissen zu ändern. Sie sollten selbst Tags und Kommentare bei den Medien einbringen können. Das neue Portal sollte die Benutzer mit ihren Bedürfnissen wirklich ins Zentrum der bibliothekarischen Arbeit stellen; es sollte Benutzer bei ihrem Bemühen, möglichst rasch Informationen zu finden, unterstützen.


3 Realisierung des neuen Bibliotheksportals

Data Management

Die Firma Data Management, die das neue Bibliotheksportal aufgebaut hat und von der die Claudiana auch das Bibliotheksverwaltungssystem Sebina Open Library übernommen hat, bietet seit 40 Jahren Lösungen zur Verwaltung der meisten italienischen Bibliotheken an. Diese Firma hat viele neuen Funktionen in die Verwaltungssoftware Sebina Open Library eingeführt, um Arbeitsprozesse einfach abzuwickeln. Vor allem hat sie die Software Sebina You weiter entwickelt, auf der das Bibliotheksportal (Abbildung 1 [Abb. 1], http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do?locale=DEU) beruht.

Die Technik

Beide Produkte für die Verwaltung des Back bzw. Front Office sind web-basiert. Sie laufen auf den Browsern Internet-Explorer und Mozilla und beruhen auf Techniken wie AJAX, RSS, SOAP und Shibboleth. Dank dieser Techniken können u.a. die Inhalte der Internetseiten dynamisch geladen werden, ohne dass der Benutzer von diesen Prozessen gestört wird; die Webdienste werden entlastet und laufen schneller; die Registrierung von Benutzern kann verwaltet werden, auch wenn sie aus verschiedenen Institutionen stammen.

Beim Portalaufbau wurde so wenig wie möglich an die bibliothekarischen Gewohnheiten gedacht, sondern vor allem die Bedürfnisse unserer Benutzer wurden in den Mittelpunkt der Neukonzeption gestellt.

Das virtuelle Regal

Beispielhaft für die Weiterentwicklung der Software, auch aufgrund von Anregungen der Mitarbeiter der Claudiana, ist das virtuelle Regal (Abbildung 2 [Abb. 2], http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do?locale=DEU >> klicken auf Ergotherapie oder Physiotherapie im Bereich “Informationsmittel nach Sachgebiet“). Als die Software erworben wurde, hat diese Funktion schon zu den Standardfunktionen gehört. Sie bestand daraus, in einer virtuellen Umgebung die Situation der gedruckten Medien im Regal eins zu eins wiederzugeben. Warum aber sollte ein elektronisches Instrument so genutzt werden, als ob auch dieses an den physischen Raum gebunden ist? So hat Data Management für die Claudiana eine erste Entwicklung im Bereich Zeitschriften realisiert, um vor allem zwei Zwänge zu überwinden, die mit der Ortsgebundenheit der Printzeitschriften verbunden sind.

  • Erstens: fachübergreifende Zeitschriften sollten eigentlich mehrere Standorte haben, aber kein physisches Objekt kann sich gleichzeitig in mehreren Orten befinden;
  • Zweitens: wenn eine Zeitschrift vom Print- ins Onlineformat übergeht, verschwindet sie aus dem Regal, verliert eindeutig an Sichtbarkeit und wird womöglich viel weniger benutzt.

Dieser letzte Fall kommt immer häufiger vor. Gerade dieses Jahr wurde bei der Virtuellen Medizinischen Bibliothek Südtirols entschieden, die Zeitschriften der größten kommerziellen Verlage im E-only-Format zu abonnieren. Bald wären die Benutzer also vor halbleeren Regalen gestanden mit nur noch einigen Relikten aus anderen Zeiten, die immer noch nur im Printformat erscheinen. Die Übersicht, die das gute alte Regal angeboten hat, wäre also verlorengegangen und das wäre schon ein Problem für die Benutzer geworden. Denn die Technik entwickelt sich, aber der Mensch mit seinen Wahrnehmungsorganen bleibt derselbe und wird immer eine gewisse Übersicht brauchen.

Für beide Probleme wurde eine gemeinsame Lösung gefunden: das virtuelle Regal wurde so weiter entwickelt, dass es sich von der tatsächlichen physischen Ordnung der Medien abkoppeln konnte. So kann z.B. dieselbe Zeitschrift mit Thema Rehabilitation auf den virtuellen Regalen sowohl der Physiotherapie als auch der Ergotherapie erscheinen. Außerdem stehen die Zeitschriften nun auf dem Virtuellen Regal wieder alle beisammen, egal in welchem Format sie vorliegen. So kann die Bibliothek jetzt ohne Bedenken so viele Printpublikationen wie möglich abbestellen, wenn das E-only-Format verfügbar ist.

Die Medienauswahl auf dem virtuellen Regal erfolgt anhand der fachspezifischen Notationen der Systematik der National Library of Medicine, die für die Sacherschließung des Bestands an der Bibliothek der Claudiana angewendet wird.

Alternativer Sucheinstieg

Das Portal bietet einen Sucheinstieg als Alternative zum traditionellen OPAC, um den Katalog oder andere Internetressourcen abzufragen. Hier kann man, je nachdem was oben angeklickt wird, schnell einen Dokumenttyp oder eine Informationsressource auswählen und nur innerhalb dieser Schnittmenge suchen. Zur Zeit kann man entweder im gesamten Katalog oder ausschließlich innerhalb der Zeitschriften, der Diplomarbeiten, der Spielfilme, der Personen-, Titel- oder Notationsregister, der von den Benutzern erstellten Bibliografien oder in Bestimmten Webseiten suchen.

Discovery System

Auf ein Discovery System hat die Bibliothek verzichtet, denn solche Suchsysteme verarmen zumindest im Bereich der medizinischen Informationsressourcen die Suchstrategie und beeinträchtigen die Suchergebnisse. Ein Instrument, das auch ohne die kleinste Suchstrategie immer Suchergebnisse liefert, kann manchmal nützlich und sinnvoll sein, aber es kann noch nicht die feine Recherche in den einzelnen Datenbanken ersetzen. Bibliotheksbenutzer brauchen in der Regel keine Datenpools mit Millionen und Millionen von Informationen, aus denen immer etwas ausgespuckt wird, egal wie und was man sucht. Sie benötigen die richtigen Informationen, und die Bibliothekare sind dafür verantwortlich, dass das ermöglicht wird und dass Benutzer keine Zeit mit unnötigen Suchplattformen verlieren. Wenn die gefundenen Informationen die Behandlung eines Patienten beeinflussen können, dann muss man mehr oder weniger sicher sein, dass die meisten relevanten Informationen mit dabei sind. Informationen, so wie sie heute in medizinischen Datenbanken vorliegen, sind wenig geeignet, um mit Metasuchmaschinen durchsucht zu werden. Vielleicht ändern sich die Bedingungen diesbezüglich z.B. durch das Semantic Web, aber der Weg dahin wird noch eine Weile dauern.


4 Hauptbestandteile des neuen Bibliotheksportals

Informationsmittel

Im linken Bereich des neuen Bibliotheksportals sind die Informationsmittel zugänglich. Sie wurden in fachspezifische und fachübergreifende Informationsquellen unterteilt. In den verschiedenen Sachgebieten können die Benutzer Datenbanken, Subject Gateways, Suchmaschinen, Fachportale, Zeitschriften, Diplomarbeiten und die letzten erworbenen Medien des eigenen Studiengangs finden (Abbildung 3 [Abb. 3], http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do?locale=DEU).

Zentraler Bereich

Im zentralen Bereich des Bibliotheksportals werden die letzten acht erworbenen Medien angekündigt, für die der Umschlag online verfügbar ist. Wenn nötig können im Vordergrund statt der neuen Erwerbungen für die Benutzer wichtige Informationen veröffentlicht werden. Im oberen Bereich des Bibliotheksportals werden Links zur Virtuellen Medizinbibliothek Südtirols sowie zu anderen Bibliotheken angeboten (Abbildung 3 [Abb. 3], http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do?locale=DEU).

Dienste

Im rechten Bereich des Bibliotheksportals sind die Selbstregistrierung und sonstige Dienste und Tools der Bibliothek zugänglich. OPAC, Fernleihe, Dokumentlieferdienst, Literatursprechstunde, Medienwunsch. Jeder registrierte Benutzer hat die Möglichkeit einige Personalisierungen durchzuführen. Er kann die Tools anders anordnen oder ausblenden, Medien vormerken, Leihfristen verlängern (Abbildung 3 [Abb. 3], http://sebinaopac.claudiana.bz.it/SebinaOpac/SebinaYOU.do?locale=DEU).

Bibliografien

Für registrierte Benutzer besteht die Möglichkeit, eigene Bibliografien (Abbildung 4 [Abb. 4]) zu erstellen. Diese kann man dann vom eigenen Bereich drucken, per E-Mail senden oder im Social Network Facebook veröffentlichen. Man kann auch Bemerkungen zu den einzelnen Titeln der Bibliografie hinzufügen, z.B. dass es sich um eine Pflichtlektüre handelt. Den Link zur Bibliografie kann man durch die Funktion „Permalink“ auch kopieren und in anderen Internetseiten bekannt machen. Auch vom Katalog aus kann jeder Besucher die Bibliografien recherchieren, per E-Mail senden oder, in ein PDF-Dokument zum Druck verwandeln.

Nächste Schritte

Für die nächste Zukunft plant die Bibliothek der Claudiana folgende Maßnahmen:

  • eine Version für Smartphone anfertigen zu lassen;
  • den registrierten Benutzern die Möglichkeit zu geben, Suchergebnisse zu taggen und Kommentare zu hinterlassen;
  • eine Chat-Funktion in der Biomedizinischen Informationsstelle zu integrieren;
  • das Virtuelle Regal weiter zu entwickeln, damit die Sachgebiete eindeutiger zu erkennen sind und sich die Medien noch mehr vom Konzept der Aufstellung auf dem Physischen Regal loslösen;
  • die Langzeitarchivierung der Onlineinformationen zu sichern;
  • den Import der Metadaten der deutschsprachigen Titel im ISBD-Format aus einem deutschen Verbundkatalog zu ermöglichen.

5 Fazit

Bibliotheken befinden sich in einer Art Inkunabelzeit des digitalen Zeitalters. Paradebeispiel dafür sind die elektronischen Zeitschriften. Die Aufsätze erscheinen immer noch so als würden sie aus Papierseiten und Heften bestehen. Beispielhaft sind aber auch die Onlinekataloge, in denen immer noch verschlagwortet wird, ohne ein geeignetes Instrument, um nach den Schlagwörtern selbst zu suchen. Wie sollte man z.B. ohne Zugriffsmöglichkeit auf die Mesh-Datenbank wissen, dass in PubMed für das Thema Dekubituswunden das Schlagwort Pressure sore benutzt wird? Das wäre sehr umständlich herauszufinden. Und tatsächlich wie viele Recherchen erfolgen in den Onlinekatalogen über Schlagwörter?

An der Bibliothek der Claudiana wurde ein Internetauftritt aufgebaut, der dem Hauptprinzip des Unified Ressource Management entspricht: Informationsressourcen und Dienste werden strukturiert und benutzerfreundlich über eine einzige übersichtliche Maske präsentiert. Sicher bleibt noch viel zu tun, und vieles kann noch besser gelöst werden, aber mit dem neuen Bibliotheksportal wurde ein wichtiger Schritt in Richtung einer dem digitalen Zeitalter angemessenen Präsentation der Bibliothek der Claudiana gemacht und die Weichen für die Zukunft gestellt.


Anmerkung

Interessenkonflikte

Der Autor erklärt, dass er keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.


Literatur

1.
Neubauer KW. Wie lange braucht der Wissenschaftler noch ein Bibliotheksportal? B.I.T Online. 2010;13(4):363-8.