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GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 1860-3572

Positionspapier der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) zu Berufungen von Professorinnen und Professoren für Medizindidaktik/Ausbildungsforschung

Positionspapier Humanmedizin

  • corresponding author Der Vorstand der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) - GMA-Geschäftsstelle, Erlangen, Deutschland

GMS Z Med Ausbild 2012;29(3):Doc48

doi: 10.3205/zma000818, urn:nbn:de:0183-zma0008181

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/journals/zma/2012-29/zma000818.shtml

Eingereicht: 13. Oktober 2011
Überarbeitet: 27. Januar 2012
Angenommen: 24. April 2012
Veröffentlicht: 15. Mai 2012

© 2012 .
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Hintergrund

Die in den letzten Jahren stark gewachsene Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, deren besonderes Anliegen die Qualitätsentwicklung der Ausbildung an den Medizinischen Fakultäten und in der Gesundheitsversorgung ist. Die GMA will zu einer Professionalisierung der Lehre beitragen. Im Bewusstsein, dass die Berufungsverfahren für Professorinnen und Professoren in der Verantwortung der Fakultäten und der universitären Gremien liegen und aus der Beobachtung einiger Berufungsverfahren auf Professuren und Lehrstühle für Medizindidaktik/Ausbildungsforschung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im weiteren internationalen Ausland erlaubt sich die GMA, den Medizinischen Fakultäten einige fachliche Überlegungen für die Besetzung derartiger Positionen an die Hand zu geben.

In deutschsprachigen Raum sind Professuren für medizinische Fachdidaktik und medizinische Ausbildungsforschung bisher nur an wenigen Universitäten etabliert. Dabei reicht der Zuschnitt von Professuren mit starker Verankerung in einem klinischen Fach bis hin zu eigenständigen Lehrstühlen. Meist umfasst die Aufgabenstellung der Professuren neben Forschung und Lehre zu medizindidaktischen Inhalten und Methoden auch Dienstleistungen für die Fakultäten, wie die verantwortliche Mitwirkung an Curriculumsentwicklung und -gestaltung, Lehrevaluation, Prüfungen sowie Aufbau und Durchführung didaktischer Qualifikationen der Lehrenden im Rahmen von Fakultätsentwicklungsprogrammen in Abstimmung mit den Studiendekanaten und anderen zentralen Einrichtungen.

Um in der Schnittmenge von Fachdidaktik, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie die für die Medizinische Ausbildung unerlässlichen, sehr spezifischen Voraussetzungen einbringen zu können, scheint zudem ein umfassender wissenschaftlicher Einblick in die Medizin als unerlässliche Voraussetzung. Dies gilt in besonderem Maß für die Herausforderungen einer erfolgreichen medizinischen Ausbildungsforschung.


Empfehlungen

Die GMA als wissenschaftliche Fachgesellschaft empfiehlt daher den berufenden Fakultäten zur bestmöglichen Wahrnehmung der oben skizzierten Aufgaben in den Themenfeldern der medizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung die Berücksichtigung folgender Ausschreibungskriterien:

1.
Habilitation in einem medizinischen Fach oder gleichwertige wissenschaftliche Leistungen
2.
Möglichst Abschluss einer Facharztausbildung oder einer vergleichbaren medizinnahen Qualifikation
3.
Möglichst Abschluss einer formalen medizindidaktischen oder pädagogisch-psychologischen Zusatzqualifikation wie z.B. einem Master of Medical Education (MME)
4.
Erfahrungen in der Lehre und Lehrorganisation insbesondere im Hinblick auf Curriculumsentwicklung, Prüfungswesen und bei der Planung und Durchführung von Kursen für Dozenten zu hochschul- und medizindidaktischen Themen
5.
Nachweis von Forschungsexpertise durch Drittmittelprojekte und Publikationen im Themenfeld der medizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung oder der allgemeinen Bildungsforschung

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass er keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel hat.