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GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 1860-3572

Ärztliche Empathie: Definition, Outcome-Relevanz und Messung in der Patientenversorgung und medizinischen Ausbildung

Forschungsarbeit Humanmedizin

  • corresponding author Melanie Neumann - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Integrietes Begleitstudium Anthorposophische Medizin (IBAM) am Gehrhard-Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland; Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Zentrum für Didaktik und Bildungsforschung in dern Gesundheitsberufen (ZDBG), Witten, Deutschland
  • author Christian Scheffer - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Integrietes Begleitstudium Anthorposophische Medizin (IBAM) am Gehrhard-Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland; Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Zentrum für Didaktik und Bildungsforschung in dern Gesundheitsberufen (ZDBG), Witten, Deutschland; Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Abteilung für Innere Medizin, Ausbildungsstation für Innere Medizin, Herdecke, Deutschland
  • author Diethard Tauschel - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Integrietes Begleitstudium Anthorposophische Medizin (IBAM) am Gehrhard-Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland; Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Studiendekanat, Witten, Deutschland
  • author Gabriele Lutz - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Integrietes Begleitstudium Anthorposophische Medizin (IBAM) am Gehrhard-Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland; Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Abteilung für Psychosomatische Medizin, Herdecke, Deutschland
  • author Markus Wirtz - Universität Freiburg, Kompetenzverbund empirische Bildungs- und Unterrichtsforschung (KeBU), Freiburg, Deutschland; Pädagogische Hochschule Freiburg, Institut für Psychologiek, Abteilung Forschungsmethoden, Freiburg, Deutschland
  • author Friedrich Edelhäuser - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Integrietes Begleitstudium Anthorposophische Medizin (IBAM) am Gehrhard-Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland; Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Abteilung für Frührehabilitation, Herdecke, Deutschland

GMS Z Med Ausbild 2012;29(1):Doc11

doi: 10.3205/zma000781, urn:nbn:de:0183-zma0007817

Dieses ist die übersetzte Version des Artikels.
Die Originalversion finden Sie unter: http://www.egms.de/en/journals/zma/2012-29/zma000781.shtml

Eingereicht: 18. Februar 2011
Überarbeitet: 12. Juli 2011
Angenommen: 14. Oktober 2011
Veröffentlicht: 15. Februar 2012

© 2012 Neumann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Zusammenfassung

Ziel: Die vorliegende Studie gibt einen kurzen Überblick

1.
zur Definition und
2.
zum Einfluss ärztlicher Empathie auf die Gesundheit der Patienten.

Des Weiteren werden

3.
Messinstrumente zur Erfassung ärztlicher Empathie aus der Sicht von Patienten und Medizinstudenten vorgestellt.

Letzteres Thema wird ausführlich behandelt, da eine Pilotstudie zur Testung zwei deutscher Versionen von Selbsteinschätzungsinstrumenten durchgeführt wurde, die derzeit am häufigsten in der internationalen Medizinischen Ausbildungsforschung genutzt werden. Dazu gehören die “Jefferson Scale of Physician Empathy, Student Version” (JSPE-S) sowie der “Interpersonal Reactivity Index” (IRI).

Methoden: Zunächst wird eine aktuelle empirische und theoretische Übersicht zur Definition und Outcome-Relevanz ärztlicher Empathie vorgestellt. Darüber hinaus werden erste Analysen zur Psychometrie der deutschen Versionen des JSPE-S und IRI durchgeführt. Die Daten für diese Analysen stammen aus einer Querschnittstudie mit N=44 Medizinstudenten und N=63 Studenten anderer Disziplinen der Universität zu Köln.

Ergebnisse: Ärztliche Empathie beinhaltet das Verstehen des Patienten sowie die verbale und non-verbale Kommunikation, wobei beides in ein unterstützendes, therapeutisches Verhalten des Arztes resultieren sollte. Die Gesundheit der Patienten kann in vielerlei Hinsicht und in unterschiedlichsten Versorgungsbereichen positiv durch eine empathische Konsultation mit dem Arzt beeinflusst werden. Die psychometrischen Kennwerte der deutschen Versionen des JSPE-S und IRI zeigen erste vielversprechende Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Da ärztliche Empathie ein essenzielles und outcome-relevantes Element der Arzt-Patient-Beziehung ist, sollte sie mehr Beachtung in der medizinischen Ausbildung und daher auch in der Ausbildungsforschung finden. Die deutschen Versionen der JSPE-S und IRI Skalen scheinen vielversprechende Messinstrumente zu sein um solche Ausbildungsdesiderate zu evaluieren und Ausbildungsforschungsprojekte im Bereich der Empathie durchzuführen.

Schlüsselwörter: Ärztliche Empathie, Definition, Patienten-Outcomes, JSPE-S, IRI, CARE


Einführung

Das Ziel des vorliegenden Artikels ist es, einen Beitrag für ein umfassenderes bzw. vertieftes Verständnis von ärztlicher Empathie im Bereich der medizinischen Ausbildungsforschung zu leisten. Dazu geben wir eine kurze Einführung in

1.
die ärztliche Empathie und
2.
deren Einfluss auf Gesundheits-Outcomes von Patienten.

Im nächsten Schritt

3.
stellen wir Selbsteinschätzungsinstrumente zur Messung ärztlicher Empathie aus der subjektiven Sichtweise von Patienten und Medizinstudenten vor.

Das letztere Thema wird ausführlich behandelt, da wir eine Pilotstudie zur Testung zweier deutscher Versionen von Selbsteinschätzungsinstrumenten durchgeführt haben, die derzeit am häufigsten in der internationalen Forschung und medizinischen Ausbildungsforschung genutzt werden, nämlich die deutschen Übersetzungen der “Jefferson Scale of Physician Empathy, Student Version” (JSPE-S) und des “Interpersonal Reactivity Index” (IRI).


Was ist ärztliche Empathie?

“Zu einer der häufigsten Tätigkeiten eines jeden Arztes gehört die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen, unabhängig davon, ob sein Arbeitsfeld mehr chirurgisch, internistisch oder allgemeinärztlich ausgerichtet ist.” ([1], S.709). Eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Entwicklung einer therapeutischen Arzt-Patient-Beziehung ist das Einfühlungsvermögen, die Empathie des Arztes [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8], [9], [10], [11], [12], [13]. Eine Reihe von Forschern haben in den letzten Jahren versucht, eine genaue Definition von ärztlicher Empathie zu erarbeiten [10], [11] und kamen zu dem Ergebnis, dass sich Empathie aus zwei Komponenten zusammensetzt - einer affektiven und einer kognitiven (detaillierte Übersicht siehe [12]). Eine der am häufigsten verwendeten Definitionen von ärztlicher Empathie ist jene von Mercer und Reynolds [5]. Diese verwenden einen integrativen Ansatz zur Definition von Empathie und betrachten diese sowohl als ein multidimensionales als auch als kompetenzbasiertes Konstrukt. Ausgehend von einer ausführlichen, von Morse und Kollegen [13] durchgeführten Literaturanalyse, beschreiben Mercer und Reynolds vier Komponenten einer multidimensionalen Konzeption des Konstrukts Empathie. Diese lauten:

1.
Emotionale Komponente: Die Fähigkeit, den psychologischen Zustand oder die wirklichen Gefühle eines Anderen subjektiv nachzuempfinden oder zu teilen;
2.
Moralische Komponente: Eine innere altruistische Kraft, die zur Anwendung von Empathie motiviert;
3.
Kognitive Komponente: Die intellektuelle Fähigkeit des Helfenden, die Gefühle und den Standpunkt eines Anderen auf objektive Weise zu identifizieren und zu verstehen;
4.
Verhaltenskomponente: Die kommunikative Reaktivität, um das Verständnis für die Perspektive des Anderen auszudrücken” ([5], S.S10)

Indem sie diesen multidimensionalen Ansatz verwenden, distanzieren sich Mercer und Reynolds bewusst von dem rein emotionalen Aspekt, der normalerweise mit dem Begriff Empathie assoziiert wird. Gleichzeitig verwenden sie das Morse’sche Konzept von Empathie, um es von dem Begriff “Sympathie i.S. von Mitleid” abzugrenzen, der eine starke emotionale Ansteckung an den Bedürfnissen und Sorgen des Patienten impliziert und der aus diesem Grund von medizinischem Personal oftmals als eine Gefahr angesehen wird. Im Gegensatz dazu definieren Mercer und Reynolds Empathie eher als eine erlernbare, professionelle (kommunikative) Kompetenz und weniger als eine rein subjektive emotionale Erfahrung oder einen angeborenen, unveränderlichen Charakterzug (Überblick zur Erlernbarkeit von Empathie siehe [14]). Größere Bedeutung wird dagegen den kognitiven und verhaltensbezogenen Aspekten im klinischen Kontext beigemessen. Mercer und Reynolds beschreiben diese Dimensionen als ein “sich Hineinversetzen in die Perspektive, in die Überzeugungen und die Erfahrungen des Patienten” ([5], S.S10). Dieses “sich Hineinversetzen” bedeutet jedoch nicht, dass der Arzt die Gefühle des Patienten identisch nachempfindet, da dies zu einer zu starken Überidentifizierung mit dem Patienten und dem Verschwimmen der professionellen Grenzen führen könnte.

Mercer und Reynolds [5] konstatieren, dass keine der vier zuvor beschriebenen Komponenten ärztlicher Empathie effektiv wirken kann, wenn sie nicht auch über eine aktionale Komponente ausgedrückt wird. Das heißt, dass der Arzt dem Patienten eindeutig vermitteln muss, dass er versteht, was dieser erlebt, und sich gleichzeitig bei dem Patienten vergewissern sollte, dass er ihn auch richtig verstanden hat [14]. Ihrer Meinung nach können Ärzte Patienten nur dann therapeutisch behandeln, wenn sie als Ergebnis einer solchen Rückkopplung eine akkurate und vollständige Informationsgrundlage für den Patienten entwickelt haben.

Vor diesem konzeptuellen Hintergrund und in Anlehnung an eine Definition von Coulehan und Kollegen [15] definieren Mercer und Reynolds ärztliche Empathie als:

„… die Fähigkeit

1.
die Situation, die Perspektive und Gefühle (und die damit verbundenen Bedeutungen) des Patienten zu verstehen,
2.
dieses Verstehen zu kommunizieren und dabei auf seine Richtigkeit zu überprüfen und
3.
diesem Verstehen entsprechend zu handeln und den Patienten in einer helfenden (therapeutischen) Weise zu unterstützen.“ ([5], S. S10).

Ärztliche Empathie wird daher als das Verstehen eines Patienten durch den Arzt sowie die verbale und non-verbale Kommunikation des Arztes verstanden, die zu einer helfenden therapeutischen Handlung führen.


Warum ist Empathie eine so wichtige Eigenschaft für einen Arzt? Die Outcome-Relevanz ärztlicher Empathie

Studien zur Outcome-Relevanz von Empathie haben eine Reihe von positiven Effekten für Patienten aufgezeigt, auch wenn die meisten dieser Studien von verschiedenen Definitionen und Messungen ärztlicher Empathie ausgehen. Abgesehen davon hat ein empathisch handelnder Arzt die folgende therapeutische Wirkung auf Gesundheits-Outcomes:

  • Patienten berichten mehr über ihre Symptome und Sorgen [11], [15], [16], [17], [18],
  • erhöhte Genauigkeit von Diagnosen [15], [17], [19], [20],
  • Versorgung des Patienten mit mehr krankheitsspezifischen Informationen [14], [21], [22], [23],
  • eine verbesserte Teilnahme und Aufklärung von Patienten [5], [23], [24],
  • eine erhöhte Compliance und Zufriedenheit von Patienten [25], [26], [27],
  • eine verbesserte “Befähigung” der Patienten, d.h. die durch die ärztliche Behandlung erzielte Befähigung des Patienten, mit der aktuellen Krankheitssituation umgehen zu können [14], [28], [29], [30], [31], [32], [33],
  • weniger Depression und eine erhöhte Lebensqualität [14], [22],
  • bei Patienten mit einer Erkältung kann die ärztliche Empathie einen hohen Einflusswert auf Dauer und Schwere der Krankheit haben und wird mit Veränderungen des Immunsystems in Bezug auf das Interleukin-8 [34] assoziiert.

Diese empirischen Ergebnisse zur therapeutischen Wirksamkeit von ärztlicher Empathie führen zu der Frage, was die sozio-emotionalen Komponenten einer Arzt-Patient-Beziehung, wie die ärztliche Empathie so effektiv macht. Anders ausgedrückt, welche Mechanismen der ärztlichen Empathie führen zu besseren Outcomes bei Patienten? Die spezifischen therapeutischen Effekte von ärztlicher Empathie und deren wechselseitigen Beziehungen werden in dem “Wirksamkeitsmodell ärztlicher Empathie” (“Effect model of empathic communication in the clinical encounter”) [14] detailliert dargestellt, um diese therapeutischen Mechanismen der ärztlichen Empathie zu erklären. Ziel dieses Modells ist es, Anwendern in der klinischen Praxis oder der medizinischen Ausbildung, eine klare Darstellung der spezifischen positiven Effekte zu geben, die ärztliche Empathie sowohl auf das Verhalten des Arztes während der Behandlung als auch auf den Patienten haben kann.


Wie kann ärztliche Empathie gemessen werden?

Dieses Kapitel führt eine Auswahl von Empathie-Messinstrumente auf, die sich auf die Bereiche Patientenforschung (siehe Kapitel 4.1) und medizinische Ausbildungsforschung (siehe Kapitel 4.2 und 4.3) anwenden lassen. Für neuere systematische Analysen von Empathie-Messinstrumenten und eine kritische Auseinandersetzung mit diesen, siehe Artikel von Hemmendinger und Kollegen [35] und Pedersen [36], die sich auch mit den CARE, JSPE und IRI Skalen befassen.

Einschätzung ärztlicher Empathie aus der Sicht von Patienten

Ein standardisiertes Instrument zur Einschätzung ärztlicher Empathie durch Patienten ist die weit verbreitete “Consultation and Relational Empathy” (CARE) Skala [5]. Mercer und Kollegen entwickelten diese Skala auf der Grundlage ihrer in Abschnitt 2 beschriebenen theoretischen Konzeption von ärztlicher Empathie sowie anhand qualitativer Tiefeninterviews mit Patienten [37]. In den letzten Jahren hat eine Arbeitsgruppe um Mercer diese generische, d.h. nicht krankheitsspezifische Skala auf Basis einer Reihe theoretischer und empirischer Forschungen weiterentwickelt und diese Skala durch qualitative und quantitative Forschungen mit stationär und allgemeinärztlich behandelten Patienten kontinuierlich verbessert und validiert [5], [6], [33], [37], [38]. Das Besondere bei der CARE-Skala ist, dass sie zusätzlich zu den Aussagen, die die verschiedenen empathischen Aktivitäten und Verhaltensweisen des Arztes messen, auch synonyme und antonyme Definitionen für jede dieser Aussagen beinhaltet, um diese den befragten Patienten besser zu erklären. Die zehn Items der Skala werden mithilfe einer fünfstufigen Likert-Skala (1=trifft voll und ganz zu bis 5=trifft überhaupt nicht zu) beantwortet und es geht ihnen die Frage “Wie hat sich ihr Arzt im Bezug auf ... verhalten?” voraus [39].

Es liegt auch eine deutsche Version der CARE-Skala vor, die mit einer Testgruppe onkologischer Patienten psychometrisch evaluiert wurde [18]. Eines der wichtigsten Ergebnisse der durchgeführten konfirmatorischen Faktorenanalysen bestand darin, dass die zehn Items der CARE-Skala in einem eindimensionalem Modell dargestellt werden können. Dadurch konnte bestätigt werden, dass die psychometrischen Eigenschaften der deutschen Version mit denen der originalen englischen Version übereinstimmen [18]. Allerdings deutet eine vor kurzem durchgeführte und auf dem erweiterten Rasch-Modell basierende Studie an, dass lediglich die ersten neun Items der CARE-Skala eine eindimensionale Einschätzung von ärztlicher Empathie ermöglichen [40].

Aufgrund dieser zufriedenstellenden psychometrischen Eigenschaften der deutschen CARE-Skala darf man diese als ein valides Einschätzungsinstrument zur weiteren Verwendung in der Outcome- und Interventionsforschung ansehen. In der medizinischen Praxis können bspw. auch Ärzte oder Medizinstudenten die CARE-Skala als ein zeitökonomisches Feedback-Instrument zur Einschätzung der Stärken und Schwächen ihres eigenen empathischen Verhaltens, als eine persönliche Verhaltens-Checkliste während Konsultationen und/oder als Vorlage zur Bestimmung der Präferenzen eines Patienten vor oder während der Konsultation verwenden. Aus diesen Gründen ist die CARE-Skala in Schottland vom Royal College of General Practitioners (RCGP) als ein “Revalidation Toolkit“ anerkannt und wird als Selbstaudit-Instrument für Allgemeinmediziner empfohlen und verwendet [41].

Weiterführend kann die CARE-Skala auch in der medizinischen Ausbildung z.B. als ein Feedback-Instrument für Beobachter bei simulierten Patientengesprächen eingesetzt werden.

Einschätzung der Relevanz ärztlicher Empathie in der Medizin aus der Sicht von Medizinstudenten und Studenten anderer Fachrichtungen

Aufgrund ihrer Outcome-Relevanz (siehe Abschnitt 3) bildet die ärztliche Empathie seit langem ein wesentliches Element der Professionalisierung in der Medizin [42] und ist ein definiertes Ziel in der medizinischen Ausbildung in mehreren Ländern [43], [44], [45]. Dennoch wurde in Deutschland bisher nur eine Studie zur Einschätzung der Relevanz ärztlicher Empathie aus der Sicht von Medizinstudenten durchgeführt. Diese Studie, in der alle vorklinischen Studenten im ersten und zweiten Semester an der Universität Regensburg (N=811) befragt wurden, ergab, dass Medizinstudenten die Kompetenz und Aufmerksamkeit eines Arztes gegenüber seinen Patienten als sehr wichtig einstuften. Zwar wurde empathischem Verhalten ebenfalls eine wichtige Rolle zugeschrieben, es wurde aber von der Reihenfolge nach Kompetenz und Aufmerksamkeit genannt [46].

Aufgrund dieser Forschungslücke führten die Autoren eine Pilotstudie und psychometrische Analysen der deutschen Übersetzungen der am häufigsten genutzten Skalen zur Selbsteinschätzung ärztlicher Empathie in der medizinischen Forschung durch. Dabei handelt es sich zum einen um die JSPE-S Skala (siehe Abschnitt 4.2.1), die versucht, die von Studenten empfundene Relevanz von Empathie für die Arzt-Patient-Interaktion zu messen sowie die IRI Skala (siehe Abschnitt 4.2.3), die im Gegensatz zur JSPE-S Skala versucht, empathische Fähigkeiten zu messen.

Methoden

1. Die deutsche Version der “Jefferson Scale of Physician Empathy, Student Version” - Skala

Die folgenden Ergebnisse sind explorative Ergebnisse einer ersten Pilotstudie, die die wahrgenommene Relevanz ärztlicher Empathie in der medizinischen Versorgung aus der Sicht von Medizinstudenten mit der von Studenten anderer Fachrichtungen vergleicht. Die Studie analysiert die von den Studenten empfundene Relevanz der Empathie bei der Interaktion von Arzt und Patient mit Hilfe der deutschen Version der JSPE-S Skala (ausführliche Übersicht der theoretischen Annahmen des IRI vergleiche z.B., 7, 47-51] (deutsche Items siehe Tabelle 1 [Tab. 1]). Diese Skala wurde speziell für den Kontext der medizinischen Ausbildung und der medizinischen Ausbildungsforschung entwickelt und besteht aus 20 Items, von denen jedes anhand einer 7-stufigen Likert-Skala zwischen 1 (starke Ablehnung) bis 7 (starke Zustimmung) beantwortet wird. Viele Studien [z.B. [7], [47], [48], [49], [50], [51] haben die psychometrische Qualität der JSPE-S Skala bereits hinreichend belegt.

Die JSPE-S Skala ist bislang in insgesamt 25 Sprachen übersetzt worden [52]. Die Übersetzung der Skala ins Deutsche wurde unter Berücksichtigung anerkannter Leitlinien zur Übersetzung und Adaptierung fremdsprachiger Messinstrumente durchgeführt [53], [54], [55]. Zunächst wurde die JSPE-Skala von drei unterschiedlichen Autoren (MN, CS, DT) ins Deutsche übersetzt. Ziel war es, eine Übersetzung zu erhalten, die der englischen Originalversion so nah wie möglich kam. Die drei deutschen Versionen wurden dann von einem professionellen Übersetzer und englischem Muttersprachler zurück ins Englische übersetzt. Zuletzt wurden diejenigen deutschen Items, die dem englischen Original am nächsten kamen, für die deutsche Skala ausgewählt. Diese Version wurde an drei Medizinstudenten und drei Probanden aus der Allgemeinbevölkerung unter Verwendung qualitativer psychometrischer Pre-Tests, wie beispielsweise der “think aloud” und der “probing” Technik [56], [57] getestet. Die endgültige deutsche Version wurde zurück ins Englische übersetzt und von M. Hojat autorisiert.

2. Datenerhebung und Datenanalyse

Die Datenerhebung fand unter Leitung der Erstautorin im Sommer 2009 als Teil des einwöchigen Seminars “Medizinsoziologisches Forschungspraktikum” an der Uniklinik Köln statt. Die 14 Seminar-Teilnehmer führten insgesamt N=107 standardisierte face-to-face Interviews mit N=44 Medizinstudenten der Uniklinik Köln und N=63 Studenten anderer Fachrichtungen an insgesamt vier relevanten Standorten des Kölner Campus durch.

Zur statistischen Analyse wurde PSAW Statistics Version 18 verwendet. Berechnet wurden Mittelwerte, Standardabweichungen sowie die Item-Trennschärfe (letzterer ist ein Koeffizient, der angibt, wie gut ein einzelnes Item das Ergebnis des gesamten Tests [58] wiedergibt, vergleiche Tabelle 1 [Tab. 1] und 2 [Tab. 2]). Zudem wurden für die psychometrische Analyse Cronbachs Alpha berechnet sowie t-Tests durchgeführt, um die Mittelwerte der JSPE-S und IRI Skalen bei den Medizinstudenten mit denen der Studenten anderer Fachrichtungen zu vergleichen.

3. Stichprobe

Das Durchschnittsalter der Medizinstudenten betrug 22,8 Jahre, das Durchschnittsalter der Studenten anderer Fachrichtungen 23,8 Jahre. Im Durchschnitt hatten die Medizinstudenten 4,7 Semester absolviert; bei den anderen Studenten lag der Durchschnitt bei 5,4 Semestern. Während N=20 der Medizinstudenten weiblich und N=24 männlich waren, waren bei den Studenten anderer Fachrichtungen N=38 weiblich und N=25 männlich. Von den Studenten anderer Fachrichtungen kamen N=19 aus der Pädagogik, N=22 aus dem Fach Wirtschaft, N=14 von den Naturwissenschaften und N=8 aus dem Fach Jura.

4. Ergebnisse: Psychometrie der deutschen Version der JSPE-S Skala

Die Itemkennwerte der JSPE-S Skala sind in Tabelle 1 [Tab. 1] für beide Studentengruppen in separaten Spalten aufgeführt, wobei sich beobachten lässt, dass die Medizinstudenten bei drei Items (fett markiert **) deutlich höhere Werte aufwiesen. Ein Vergleich der gesamten JSPE-Scores per t-Test ergab einen tendenziellen, aber nicht signifikanten Unterschied zwischen den beiden Studentengruppen (p=0.075). Andere Studien ergaben zudem bedeutende Unterschiede in den Gesamt-Scores der JSPE-Skala hinsichtlich des Geschlechts [52], [59]. Dies war bei der vorliegenden Pilotstudie hingegen nicht der Fall, es zeigten sich keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Die psychometrische Qualität der deutschen Version der JSPE-S Skala ist mit der der amerikanischen Originalversion vergleichbar. Für die Medizinstudenten bzw. die Studenten anderer Fachrichtungen ergab sich ein Cronbachs Alpha von 0,803 bzw. 0,805 [7], [47], [48], [49], [50], [51], [52], [59]. Interessanterweise führte das Entfernen von Item 7 (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]) das die Cronbachs Alpha bei beiden Gruppen auf 0,838 ansteigen. Dasselbe gilt für die Items 5, 6 und 18, auch wenn der Anstieg bei diesen nicht so hoch ausfällt.

Aufgrund der geringen Stichprobengröße dieser explorativen Studie wurde keine Faktorenanalyse durchgeführt.

Selbsteinschätzung der eigenen Empathie durch Medizinstudenten und Studenten anderer Fachrichtungen

Die deutsche Version des “Interpersonal Reactivity Index” (IRI)

Eine weitere Möglichkeit zur Messung von Empathie besteht in der Einschätzung der eigenen empathischen Fähigkeiten. Von den zahlreichen vorliegenden Instrumenten zur Selbsteinschätzung [35], [36] werden in der internationalen Ausbildungsforschung vorwiegend drei Skalen verwendet. Diese sind der “Interpersonal Reactivity Index” (IRI) [10], [58], [60], die “Hogan Empathy Scale” [61] und die “Balanced Emotional Empathy Scale” (BEES) [62]. In den letzten Jahren wurde in Studien häufig die IRI-Skala zur Selbsteinschätzung von Empathie bei Medizinstudenten verwendet (für eine ausführliche Übersicht der theoretischen Annahmen der IRI-Skala vergleiche [10], [58], [60]). Diese Studien ergaben, dass

1.
die selbst eingeschätzte Empathie bei Medizinstudenten höher ist als bei Studenten anderer Fachrichtungen [63], [64], [65];
2.
es im Verlauf der medizinischen Aus- und Weiterbildung sowohl bei Medizinstudenten als auch bei Assistenzärzten mit Fachrichtungen, in denen sie weniger direkt mit Patienten zu tun haben, zu einer deutlichen Abnahme der selbst eingeschätzten Empathie kommt, und das insbesondere mit Eintritt in die klinischen Phase [66];
3.
verschiedenste Formen von Distress bei Medizinstudenten oder Assistenzärzten einen deutlichen negativen Einfluss auf die selbsteingeschätzte Empathie hat.

Bisher sind in Deutschland noch keine Studien zur Untersuchung der Selbsteinschätzung von Empathie bei Medizinstudenten oder Ärzten durchgeführt worden. Um eine Übereinstimmung mit der o.g. internationalen Forschung zu gewährleisten, wurde die IRI-Skala von Davis [10], [58], [60] unter Anwendung des in Abschnitt 4.2.1.1 aufgeführten Verfahrens ins Deutsche übersetzt. Wie bei der JSPE-S Skala wurde auch die endgültige deutsche Version der IRI-Skala zurück ins Englische übersetzt und von M. Davis autorisiert.

Die IRI-Skala beinhaltet 28 Items (siehe Tabelle 2 [Tab. 2]), die sowohl die kognitive als auch die emotionale Dimension von Empathie erfassen. Die Items werden mit Hilfe einer Likert-Skala von A (“beschreibt mich überhaupt nicht”, numerisch als “1” kodiert) bis E (“beschreibt mich sehr gut”, numerisch als “5” kodiert) gemessen. Die IRI-Skala besteht aus den folgenden vier Subskalen:

1.
Perspektive-Taking: bewertet die Neigung einer Person, eine Situation auch aus der Sicht des Anderen und nicht nur aus der eigenen zu sehen (siehe Tabelle 2 [Tab. 2]; Items 3, 8, 11, 15, 21, 25, 28).
2.
Fantasy: bewertet die Neigung einer Person, sich mit der Situation und den Gefühlen der Charaktere in einem Buch, Film oder Theaterstück zu identifizieren (Items 1, 5, 7, 12, 16, 23, 26).
3.
Empathic Concern: bewertet die Neigung einer Person, sich um die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu sorgen (Items 2, 4, 9, 14, 18, 20, 22).
4.
Personal Distress: bewertet die Neigung einer Person, in schwierigen sozialen Situationen Distress und Unwohlsein zu empfinden (Items 6, 10, 13, 17, 19, 24, 27).
Methoden

Die Datenerhebung und die Charakteristika der Stichprobe sind mit denen in den Abschnitten 4.2.1.2 und 4.2.1.3 identisch.

Ergebnisse: Psychometrie der deutschen Version des IRI

Die Itemkennwerte der Medizinstudenten und die der Studenten anderer Fachrichtungen für die deutsche Version des IRI sind in Tabelle 2 [Tab. 2] in separaten Spalten aufgeführt. Entgegen unserer Annahme [67] wiesen jedoch weder die einzelnen Items des IRI noch die vier IRI-Subskalen in t-Tests beim Vergleich der beiden Studentengruppen Unterschiede in der Höhe der selbst eingeschätzten Empathie auf (Perspective-Taking: p=0.883; Fantasy: p=0.104; Empathic Concern: p=0.727; Personal Distress: p=0.358). Allerdings zeigten sich hypothesenkonform [67] geschlechtsspezifische Unterschiede der Gesamtstichprobe in zwei der vier IRI-Subskalen. Ein t-Test ergab, dass weibliche Studenten ihre Empathie in den Dimensionen Fantasy (p=0.000) and Personal Distress (p=0.002) höher einschätzten und in der Dimension Empathic Concern (p=0.091) ein bisschen höher, wenn auch nicht signifikant.

Die psychometrische Qualität der deutschen Version des IRI ist mit der der amerikanischen Originalversion vergleichbar [10], [58], [60]. Für die Medizinstudenten bzw. die Studenten anderer Fachrichtungen ergaben sich folgende Cronbachs Alpha für die vier Subskalen: 0.736 (Fantasy), 0.693 (Empathic Concern), 0.752 (Perspective Taking) and 0.702 (Personal Distress) bei den Medizinstudenten und 0.779 (Fantasy), 0.616 (Empathic Concern), 0.759 (Perspective Taking) and 0.703 (Personal Distress) bei den Studenten anderer Fachrichtungen. Auffällig ist, dass das Entfernen von Item 13 das Cronbachs Alpha für die Subskala Personal Distress deutlich verbessern würde (Medizinstudenten= 0.810; andere Fachrichtungen= 0.754).

Aufgrund der geringen Stichprobengröße dieser explorativen Studie wurde keine Faktorenanalyse durchgeführt.


Diskussion

Zukünftige Forschungen mit den deutschen Versionen der JSPE-S Skala und des IRI

In zukünftigen Studien sollten die hier beschriebenen eher elementaren deskriptiven psychometrischen Analysen der deutschen Versionen der JSPE-S Skala und des IRI anhand größerer Stichproben unterschiedlicher medizinischer Fakultäten und Fakultäten anderer Fachrichtungen verifiziert und ergänzt werden. Dies sollte durch eine explorative konfirmatorische Faktorenanalyse [18] geschehen sowie mit Hilfe des Rasch-Modells [40] in einer tiefergehenden Untersuchung der divergenten, konvergenten und Kriterien-Validität. Zudem muss die Konstrukt-Validität der JSPE-S Skala und des IRI verifiziert werden, z.B. ihr Zusammenhang mit Persönlichkeit-Messungen und Geschlecht. Besonders wichtig im Zusammenhang mit der JSPE-S Skala ist es, in zukünftigen Studien zu klären, ob die Studenten sich der ärztlichen Empathie als solcher und seiner Bedeutung bewusst sind, denn dies scheint eine Voraussetzung für die Bewertung dieser Skala zu sein. Desweiteren deuten auch die relativ niedrigen Werte [68] der Cronbachs Alpha und teilweise zu niedrigen Item Trennschärfen [68] der JSPE-S Skala und des IRI auf die Notwendigkeit zu weiteren, tiefgehenderen und kritischen psychometrischer Analysen mit größeren Stichproben in der Zukunft hin.

Trotz allem muss man sich bei der Messung von Empathie bei Studenten durch Selbsteinschätzung der limitierten Gültigkeit dieses Verfahrens bewusst sein. Zukünftige medizinische Forschungen sollten daher beispielsweise diagnostische Tests oder andere Messmethoden (Übersicht [69]) als mögliche Alternativen zur Selbsteinschätzung von Empathie erforschen.

Schlussfolgerungen

Diese Literaturübersicht zeigt, dass ärztliche Empathie als ein outcome-relevantes Element in der Arzt-Patient-Beziehung in der Ausbildung von Medizinstudenten und somit in der medizinischen Forschung stärker berücksichtigt werden sollte. Die deutschen Versionen der JSPE-S Skala und des IRI scheinen vielversprechende Methoden zu sein, diese Ausbildungsziele zu evaluieren und in der Zukunft medizinische Ausbildungsforschung zum Thema Empathie zu betreiben.


Danksagungen

Wir danken der Software AG Stiftung, der Mahle Stiftung und der Cultura Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung von Melanie Neumann, Christian Scheffer, Gabriele Lutz, Diethard Tauschel und Friedrich Edelhäuser. Wir möchten Gudrun Lamprecht für ihre unermüdliche Unterstützung bei der Literaturbeschaffung danken.

Teile dieser Studie sind in einem Buchkapitel in deutscher Sprache unter folgender Referenz zu finden: Neumann M, Edelhäuser F, Tauschel D, Scheffer C (2010). Ärztliche Empathie: Definition, therapeutische Wirksamkeit und Messung. In: Witt C.(Hrsg.), Der gute Arzt aus interdisziplinärer Sicht. Ergebnisse eines Expertentreffens. Essen, KVC Verlag, S. 157-186. Wir danken dem KVC Verlag für die Erlaubnis, diesen Ausschnitt zu veröffentlichen.


Interessenskonflikt

Die Autoren erklären, dass sie keine Interessenskonflikte im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


Literatur

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