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GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 1860-3572

Einfluss des Unterrichts in Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin auf die Einstellung Studierender zu Medizinethik und Medizingeschichte

Influence of teaching in medical history, ethics and theory on the students’ attitudes towards medical history and ethics

Vortrag/Lecture Humanmedizin

  • corresponding author Stefan Schulz - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin, Bochum, Deutschland
  • author Christoph Schweikardt - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin, Bochum, Deutschland
  • author Bert Huenges - Ruhr-Universität Bochum, Büro für Studienreform Medizin, Bochum, Deutschland
  • author Thorsten Schäfer - Ruhr-Universität Bochum, Büro für Studienreform Medizin, Bochum, Deutschland

GMS Z Med Ausbild 2008;25(1):Doc01

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/journals/zma/2008-25/zma000485.shtml

Eingereicht: 2. November 2007
Überarbeitet: 6. November 2007
Angenommen: 14. November 2007
Veröffentlicht: 15. Februar 2008

© 2008 Schulz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Unsere Querschnittsstudie zum Thema (GMA, 2006) hatte ergeben, dass zu Beginn des 5. Semesters im Regelstudiengang (RSM5) die Bedeutung medizingeschichtlicher und medizinethischer Themen geringer eingeschätzt wurde als zu Beginn des ersten Semesters (RSM1). Im Gegensatz dazu fehlte dieser Trend im Modellstudiengang (MSM5-MSM1) mit früher Einbeziehung von Medizingeschichte und Medizinethik ab dem ersten Semester. In einer Nachbefragung derselben Studierenden am Ende des ersten und fünften bzw. sechsten Semesters sollte geklärt werden, welchen Einfluss der Unterricht in Geschichte, Theorie und Ethik (GTE) hat. Zielparameter waren die Einschätzung der Bedeutung des Unterrichts für die Studierenden und der Bedeutung von Medizinethik und Medizingeschichte für die ärztliche Tätigkeit.

Methodik: Von 333 Studierenden des ersten bzw. 5./6. Semesters liegen Fragebögen der Vor- und Nachbefragung vor.

Ergebnisse: Die Wichtigkeit des medizinethischen Unterrichts wird insgesamt als hoch eingestuft, sank aber im Laufe des ersten Semester (RSM1 und MSM1), im fünften Semester zeigten sich positive Trends. Die Einschätzung der Bedeutung der medizinethischen Kompetenz für den Arzt sank ebenfalls im ersten Semester, während sie im fünften Semester tendenziell wieder anstieg.

Die Wichtigkeit des medizingeschichtlichen Unterrichts wird insgesamt etwas geringer eingestuft. Veränderungen im Laufe des ersten Semesters waren nicht signifikant. Im fünften Semester wuchs die Bedeutung in beiden Studiengängen.

Die Einschätzung der Bedeutung der medizingeschichtlichen Kenntnisse für den Arzt stieg in allen untersuchten Gruppen mit Ausnahme des RSM1, in dem kein GTE-Unterricht stattfand.

Schlussfolgerungen: Der medizingeschichtliche Unterricht hebt in beiden Studiengängen die Wertschätzung des Faches, während die Bedeutung der Medizingeschichte ohne fachspezifischen Unterricht unverändert bleibt.

Im Fall der Ethik, der von vornherein eine vergleichsweise hohe Bedeutung zugesprochen wird, sinkt die Wertschätzung der Ethik im Verlauf des ersten Semesters in beiden Studiengängen leicht. Im Verlauf des 5. Semesters, in denen GTE unterrichtet wird, tritt dieser negative Trend nicht auf.