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AgE-health: Webbasierte Hilfe für anhaltende Trauer im höheren Lebensalter. Ergebnisse eines randomisiert-kontrollierten Trials
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| Veröffentlicht: | 10. September 2024 |
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Hintergrund: Der Verlust einer nahestehenden Bezugsperson ist ein belastendes Lebens-ereignis, insbesondere für ältere Menschen. Internet- und mobilbasierte Interventionen könnten einen wirksamen Behandlungsansatz für langanhaltende Trauersymptome darstellen. Abstract und Studiendurchführung wurden entsprechend der CONSORT Guideline umgesetzt.
Zielsetzung: Ziel der Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit des internet-basierten Selbstmanagementprogramms trauer@ktiv hinsichtlich der Reduktion einer anhaltenden Trauersymptomatik.
Methode: In einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) wurden N=177 Personen nach dem Zufallsprinzip der Interventionsgruppe (IG; Online-Programm trauer@ktiv mit 8 Inhaltsmodulen auf Basis etablierter Prinzipien Kognitiver Verhaltenstherapie, N=87) oder der Kontrollgruppe (KG; Bibliotherapie in Form einer Informationsbroschüre mit 8 Kapiteln, N=90) zugewiesen. Die Daten wurden mittels schriftlicher Fragebögen zu 2 Zeitpunkten erhoben: vor (Baseline/BL) und 4 Monate nach Zugang zur Intervention (Follow-up/FU). Mithilfe von adjustierten Regressionsmodellen mit gemischten Effekten wurden Veränderungen im primären Outcome bezüglich einer anhaltenden Trauersymptomatik mittels PG-13 (Prolonged Grief Inventory) und sekundären Endpunkten im Rahmen einer Intention-to-Treat-Analyse (ITT) untersucht. Das Studienprozedere ist im Detail im Studienprotokoll publiziert [1].
Ergebnisse: Von den N=177 randomisierten Personen konnten N= 170 in die finalen Analysen einbezogen werden. Die Studienpopulation war im Mittel 67,3 Jahre alt und überwiegend weiblich (75,9%). Obwohl sich deskriptiv eine Prä-Post-Reduktion hinsichtlich der anhaltenden Trauersymptomatik zeigte, wies die ITT-Analyse keine signifikanten Unterschiede zwischen IG und KG nach 4 Monaten auf (PG-13, average marginal effect = 0.56, 95%CI: -2.30 – 3.44). Ebenso zeigten sich bei den sekundären Endpunkten (z.B. Depressivität, Selbstwirksamkeit, soziale Isolation) in der ITT-Analyse keine signifikanten Behandlungseffekte nach 4 Monaten. Die große Mehrheit der Personen, die trauer@ktiv ausprobierten, äußerten sich zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Programm (N=63, 92,6%). Mehr als die Hälfte der IG (N=49, 60,5%) absolvierte fünf oder mehr Module des Onlineprogramms.
Implikation für Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis: Trauer@ktiv war bei der Verringerung der anhaltenden Trauersymptomatik bei Menschen mit Verlusterlebnissen ab dem 60. Lebensjahr nicht wirksamer als die Kontrollbedingung. Daher ist trauer@ktiv nicht als eigenständige Behandlung geeignet. Da jedoch die Benutzerfreundlichkeit und Zufriedenheit mit der Anwendung sehr gut waren, könnte das Potenzial der Anwendung in einer Überbrückungshilfe innerhalb eines gestuften und kollaborativen Behandlungsansatzes liegen.
Trialregistrierung: https://drks.de/search/de/trial/DRKS00020595
Förderung: BMBF-Strukturförderung Versorgungsforschung; Projektname: Die Optimierung der Versorgung von Depressionen im Alter: Akzeptanz, Wirksamkeit und Kosteneffektivität des internetbasierten Selbstmanagementprogramms „trauer@ktiv – AgE-health.de“; Fördernummer: 01GY1613
Literatur
- 1.
- Welzel FD, Löbner M, Quittschalle J, Pabst A, Luppa M, Stein J, Riedel-Heller SG. Loss and bereavement in late life (60+): Study protocol for a randomized controlled trial regarding an internet-based self-help intervention. Internet Interv. 2021 Sep 7;26:100451. DOI: 10.1016/j.invent.2021.100451
