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GMS Journal for Medical Education

Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

ISSN 2366-5017

Wahlfach Klimasprechstunde – Prävention als Chance für Mensch und Planet? Ein interaktives, studentisch geleitetes Projekt mit Fokus auf Prävention und Handlungsfähigkeit in der ärztlichen Klimakommunikation

Artikel Klimasprechstunde

  • corresponding author Hannah Fülbert - Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Medizin, Gießen, Deutschland; Health for Future Gießen, Gießen, Deutschland
  • author Louis N. Schäfer - Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Medizin, Marburg, Deutschland; Health for Future Marburg, Marburg, Deutschland
  • author Laura M. Gerspacher - Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Medizin, Gießen, Deutschland; Health for Future Gießen, Gießen, Deutschland
  • author Stefan Bösner - Philipps-Universität Marburg, Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin, Marburg, Deutschland
  • author Christina Schut - Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Medizinische Psychologie, Gießen, Deutschland
  • author Ralph Krolewski - Akademische Lehrpraxis der Universität Köln, Gummersbach, Deutschland
  • author Michael Knipper - Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Geschichte der Medizin, Gießen, Deutschland

GMS J Med Educ 2023;40(3):Doc34

doi: 10.3205/zma001616, urn:nbn:de:0183-zma0016160

Dieses ist die deutsche Version des Artikels.
Die englische Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/journals/zma/2023-40/zma001616.shtml

Eingereicht: 31. März 2022
Überarbeitet: 15. Dezember 2022
Angenommen: 6. Februar 2023
Veröffentlicht: 15. Mai 2023

© 2023 Fülbert et al.
Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung). Lizenz-Angaben siehe http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.


Zusammenfassung

Zielsetzung: Der anthropogene Klimawandel ist laut der WHO die größte Gefahr für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert. Dennoch stellen die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit keinen festen Bestandteil der ärztlichen Ausbildung dar. Im Rahmen einer studentischen Initiative wurde ein klinisches Wahlfach konzipiert und durchgeführt, welches für Studierende der Universitäten Gießen und Marburg zugänglich ist. Durchführung und didaktisches Konzept sollen in diesem Beitrag erläutert werden.

Methodik: In einem partizipativen Format werden Inhalte mit einem praktischen, transformativen Ansatz besprochen. Es werden zunächst die Zusammenhänge zwischen Klimakrise und Gesundheit aufgezeigt, dann u.a. das transformative Handeln und Gesundheitsverhalten behandelt, die anschließend im Bereich Green Hospital und der Simulation einer „Klimasprechstunde“ münden. Dazu werden Dozierende unterschiedlicher Fachrichtungen aus der Medizin sowie aus anderen Bereichen eingeladen.

Ergebnisse: Das Wahlfach wird insgesamt positiv bewertet. Der Umstand, dass die Nachfrage sowohl zur Teilnahme am Wahlfach als auch zur Weitergabe von Konzepten hoch ist, unterstreicht den Bedarf an Lehre zur Thematik. Die Durchführung und Weiterentwicklung des Konzepts an zwei Universitäten mit verschiedenen Studienordnungen zeigt dessen Adaptivität auf.

Schlussfolgerung: Medizinische Lehre kann Bewusstsein für die mit der Klimakrise zusammenhängende Gesundheitsrisiken schaffen, transformativ wirken, sowie einen präventiven Ansatz der Gesundheitsversorgung fördern. Langfristig können diese positiven Effekte allerdings nur durch eine Aufnahme des Themenkomplexes Klimawandel und Gesundheit in die Curricula gewährleistet werden. Das Projekt zeigt, dass entsprechende Angebote realisierbar sind und gut angenommen werden.

Schlüsselwörter: Klimawandel, globale Erwärmung, CO2-Fußabdruck, Erhaltung natürlicher Ressourcen, nachhaltige Entwicklung, globale Gesundheit, Primärprävention, Gesundheitskommunikation, medizinische Ausbildung im Grundstudium, planetare Gesundheit


1. Einleitung

Der anthropogen verursachte Klimawandel wird von der WHO als die größte Gefahr für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert bezeichnet [1]. Weltweit stößt unsere fossile Wirtschaftsweise an natürliche Grenzen [2]. Dürren, Hitzewellen, Überflutungen, steigende Meeresspiegel, die zunehmende Ausbreitung von Krankheitsvektoren und Infektionserkrankungen sowie psychische Traumata sind nur einige Beispiele für gesundheitliche Risiken als Folge des Klimawandels [3]. Gleichzeitig verursacht der deutsche Gesundheitssektor selbst rund 5% aller nationalen Treibhausgasemissionen [4] und wird somit zukünftig nicht nur mit den Folgen der Klimakrise zu kämpfen haben, sondern trägt auch aktiv zur Verschärfung derselben bei. Wäre das gesamte globale Gesundheitssystem ein eigenes Land, würde es auf globaler Ebene den fünften Rang der größten CO2-Emittenten belegen [5]. Medizinisches Personal genießt großes Vertrauen in der Bevölkerung, weswegen dieser Berufsgruppe eine besonders wichtige vermittelnde Rolle in Bezug auf die Abmilderung der Klimakrise zukommt [6], [7]. Durch Aufklärung und Beratung können angehende Ärzt*innen einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Sensibilisierung der Gesellschaft leisten [8], [9]. Außerdem tragen die Gesundheitsberufe hinsichtlich der Strukturen und Abläufe in den Praxen und Krankenhäusern eine Schlüsselrolle für die Dekarbonisierung im Gesundheitswesen [10], [11]. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn die Thematiken Klimawandel und planetare Gesundheit verpflichtend in die Ausbildung von zukünftigem Gesundheitspersonal aufgenommen werden [12], [13]. In der Realität sind die meisten Lehrangebote zur Thematik jedoch nur optional und der Fokus in der Lehre liegt tendenziell auf der Behandlung von Krankheiten und nicht auf deren Prävention und dem konsequenten Einbezug der psychosozialen und ökologischen Kontextfaktoren [14]. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie bestätigen diese Lücke: Laut El Omrani et al. bieten weltweit derzeit nur 15% der medizinischen Fakultäten Lehre zum Thema Klimawandel an [15]. Das vorliegende Projekt setzt genau an dieser Stelle an: Durch fundierte Wissensvermittlung, praktische Übungen und kontinuierliche Reflektion sollen Medizinstudierende auf ihre wichtige vermittelnde Rolle als spätere Ärzt*innen vorbereitet und für die Thematik sensibilisiert werden. An den Universitäten Gießen und Marburg ist mit dem Wahlfach „Klimasprechstunde“ ein wichtiger erster Schritt gelungen, das Thema Klimawandel und Gesundheit in das medizinische Curriculum einzubauen und wichtige Kompetenzen rund um das Thema zu vermitteln. Derzeit handelt es sich bei dem Lehrprojekt noch um ein studentisch geleitetes Wahlpflichtfach, langfristig wird aber ein verpflichtendes Format für alle Medizinstudierenden angestrebt. In der folgenden Projektbeschreibung möchten wir genauer auf die Umsetzung dieses Wahlfachs eingehen und unsere Erfahrungen teilen, die der Entwicklung ähnlicher Projekte als Orientierung dienen können.


2. Projektbeschreibung

2.1. Entstehung des Projekts

Die Idee für das Wahlfach entstand im Juni 2020 im Anschluss an eine Online-Vorlesungsreihe zum Thema „Planetary Health“ der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG e.V.), die an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen im Rahmen des Schwerpunktcurriculums (SPC) Global Health besucht werden konnte [16]. Dort stellte ein Hausarzt sein Konzept einer umweltfreundlichen, patient*innenzentrierten Klimasprechstunde vor [17]. Die schon heute spürbaren Folgen der Klimakrise und die enge Verbindung zum Gesundheitssektor, sowie die ehrenamtliche Arbeit einiger Studierender bei Health for Future (H4F) motivierten die Gründungsgruppe des Wahlfaches – bestehend aus zunächst sechs Medizinstudierenden der JLU Gießen und der Philipps-Universität Marburg – ein Bildungsangebot für Studierende zu entwickeln, das die theoretischen und praktischen Grundlagen der Thematik vermittelt (siehe Anhang 1 [Anh. 1]).

2.2. Lernziele

Um den Gesundheitssektor nachhaltiger zu gestalten und zukünftiges medizinisches Personal zu kompetenten Akteur*innen auszubilden, liegt der Fokus des Wahlfachs auf der Vermittlung von Fähigkeiten und Wissen für interaktive Beratungs- und Patient*innengespräche vor dem Hintergrund der Klimakrise unter Einbezug individueller sozioökonomischer Faktoren (siehe Abbildung 1 [Abb. 1], Konzept aus dem Wintersemester 2021/22 siehe Anhang 2 [Anh. 2], Terminplan aus dem Wintersemester 2021/22 siehe Anhang 3 [Anh. 3]). Am Ende des Wahlfachs sollen die Studierenden die Grundlagen des Klimawandels und auslösende anthropogene Handlungen verstehen sowie damit verbundene Gesundheitsfolgen über die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen hinweg kennen. Ein besonderer Wert kommt hierbei dem Wissen über gesundheitsschädliches Verhalten, welches auch das Klima negativ beeinflusst, zu [18]. Dieses Bewusstsein soll in der späteren beruflichen Praxis helfen, gemeinsam mit Patient*innen klima- und gesundheitsschädliche Gewohnheiten zu überdenken, sie motivierend und partnerschaftlich bei individuellen Gewohnheitsänderungen zu unterstützen und langfristig Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern. Außerdem soll das Wahlfach eine gesellschaftspolitische Perspektive bieten und Studierenden Wege aufzeigen und sie dazu motivieren, sich über die Medizin hinaus für das Thema einzusetzen und eine nötige gesamtgesellschaftliche Transformation hin zu mehr Klimaschutz anzustoßen. Für eine grüne Transformation in der Klinik vermittelt das Wahlfach Wissen über Emissionsquellen im Gesundheitswesen und konkrete Lösungsansätze. Die Auswahl der Themen erfolgt angelehnt an die im aktualisierten Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) [https://www.nklm.de] verankerten Lernziele zu planetarer Gesundheit.

2.3. Umfang und Struktur

Das Wahlfach „Klimasprechstunde“ startete im Wintersemester 2020/21 an der Universität Gießen und ist seit dem Sommersemester 2021 auch Studierenden der Nachbaruniversität Marburg als klinisches Wahlpflichtfach zugänglich. Zielgruppe sind Medizinstudierende im klinischen Studienabschnitt (ab dem 5. Semester). Die maximale Teilnehmer*innenzahl beträgt 25. Die Organisation des Wahlfachs liegt in studentischer Hand. Der Kurs wird in Gießen einmal pro Woche angeboten und umfasst neun Seminartermine à 90 Minuten sowie einen abschließenden Blocktermin à sechs Stunden. In Marburg wurde das Wahlfach aufgrund der dortigen Studienordnung auf drei Semesterwochenstunden erweitert (siehe Anhang 4 [Anh. 4]). Ergänzend werden hierfür thematisch relevante Videos der Planetary Health Academy [https://planetary-health-academy.de/] der KLUG e.V. genutzt [19]. Die Auswahl umfasst beispielsweise Videos zu den Themen „Transdisziplinäre Perspektiven“, „Gender and Global South Perspective“, „Social Tipping Elements“ sowie zu Klimakommunikation. Darüber hinaus finden in Marburg zwei Zusatztermine zur Reflektion, Diskussion und der Klärung offener Fragen statt.

Die Seminartermine sind stets ähnlich aufgebaut: Zwei Studierende des Organisationsteams bereiten die Seminareinheit vor, moderieren die Sitzung und dokumentieren das Besprochene. Zu den meisten Terminen werden ein bis zwei dozierende Fachpersonen eingeladen, die zu Beginn jeder Sitzung maximal 45 Minuten über ein relevantes Thema referieren (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]). Der Fokus liegt dabei stets auf der wissenschaftlichen Fundiertheit der Inhalte, Präventionsarbeit und angemessener Kommunikation mit Patient*innen. Danach wird die Thematik im Plenum besprochen und diskutiert. Den Abschluss bildet eine Kleingruppenarbeit, an der je drei bis vier Studierende beteiligt sind. Zur ersten Orientierung der Diskussionen sowie Förderung von Interaktion und Reflexion bereitet das Organisationsteam für jede Sitzung spezifische Leitfragen sowie Fallbeispiele aus dem klinischen Alltag vor.

2.4. Didaktik
2.4.1. Interaktives Format und Lehre auf Augenhöhe

Das didaktische Vorgehen des Wahlfachs ist geprägt durch Partizipation mittels Diskussionen und Kleingruppenarbeit sowie Lehre auf Augenhöhe. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass Frontalunterricht möglichst reduziert wird und stattdessen auf jeden theoretischen Block genug Zeit für den Austausch unter den Studierenden sowie mit den Dozierenden folgt (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]).

2.4.2. Von der Theorie in die Praxis

Um das Gelernte zu vertiefen und den individuellen Lernerfolg nachhaltig zu fördern, kombiniert das Wahlfach theoretisches Wissen, Diskussionen, klinische Fallbeispiele und praktische Einheiten zu gelungener Gesprächsführung. Letztere wird insbesondere während des abschließenden, sechsstündigen Blocktermins vermittelt. An diesem werden nach der Vorstellung von relevanten Aspekten unterschiedlicher Gesundheitsverhaltensmodelle und der Vermittlung von Basiswissen zu motivierender Gesprächsführung durch eine im Bereich der Med. Psychologie tätigen Psychologin, praktische Einblicke in das konkrete Thema Klimasprechstunde durch einen Hausarzt geliefert. Anschließend werden in Kleingruppen klimasensible Gespräche mit Patient*innen vor dem Hintergrund eines konkreten medizinischen Problems simuliert und abschließend reflektiert. So können die unterschiedlichen Aspekte des Wahlfachs im Gespräch erprobt werden.

Des Weiteren führen die Studierenden einen semesterbegleitenden Selbstversuch durch, in dem eine eigene gesundheits- und klimaschädliche Gewohnheit überdacht und durch eine klimafreundlichere Alternative ersetzt werden soll. Die Erfahrung wird am Ende des Wahlfachs in Kleingruppen sowie im Plenum reflektiert und kann für die spätere Patient*innenberatung im Sinne eines Perspektivenwechsels wertvoll werden.

2.4.3. Interdisziplinärer und interprofessioneller Ansatz

Das Wahlfach ist interdisziplinär und interprofessionell ausgelegt. Innerhalb der Medizin werden Themen aus verschiedenen Fachrichtungen mit Fokus auf Umweltfaktoren besprochen und so vorhandenes Wissen vertieft und erweitert. Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Psychologie der JLU Gießen sowie mit Dozierenden aus wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Deutschen Wetterdienst oder dem Helmholtz Zentrum München ermöglichen zudem eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik. Um das Gesundheitssystem klimafreundlicher zu gestalten, wird außerdem auf transformatives Handeln und vermeidbare Emissionen im Gesundheitssystem eingegangen.

2.4.4. Prüfungsleistung

Angepasst an die jeweiligen institutionellen Voraussetzungen unterscheiden sich die Leistungsnachweise für Marburger und Gießener Studierende. In Marburg stellt ein drei bis fünf-seitiges Essay die Prüfungsleistung dar. Die Studierenden wählen das Thema entweder selbst oder können auf eine zur Verfügung gestellte Liste mit Themenvorschlägen zurückgreifen. Die Thematik soll dann anhand einer individuell gestellten Forschungsfrage erörtert werden. Gießener Studierende arbeiten hingegen eine Seminareinheit aus. Dafür fassen sie den Seminartermin mit Fokus auf relevante Aspekte für spätere Patient*innen-Gespräche zusammen. Des Weiteren werden zwei aktuelle Publikationen zum Thema recherchiert. Diese Ausarbeitungen werden später allen Teilnehmenden zugänglich gemacht.

2.5. Langfristige Etablierung, Vernetzung und Kooperationen

Um dauerhaft Lehre zur wichtigsten Gesundheitskrise unserer Zeit in die medizinischen Curricula der beiden Universitäten zu etablieren sowie langfristige Kooperationen aufzubauen, liegt der Fokus bei der Auswahl der Referent*innen auf lokalen Strukturen. In Gießen ist dies ein wichtiger Beitrag im Rahmen der gesamtuniversitären Nachhaltigkeitsstrategie. Außerdem steht das Wahlfach in engem Zusammenhang mit anderen Veranstaltungen zu Planetarer Gesundheit wie zum Beispiel der „Model-World Health Assembly“ zum Thema „Global Agenda on Health, Environment and Climate Change“, organisiert durch die WHO (Genf), die American University Beirut und das SPC Global Health Gießen in 2021 und 2023. In Marburg entstand in Zusammenarbeit mit dem Dekanat des Fachbereichs Medizin und der AG Green Office die Marburger Ringvorlesung „Klimakrise und Gesundheit“. Zudem besteht eine enge Verbindung zur KLUG e.V. und zu den H4F-Ortsgruppen. Beide können wichtige Anknüpfungspunkte für gesellschaftspolitisches Engagement darstellen und den Studierenden ermöglichen, sich über das Wahlfach hinaus für Klimaschutz einzusetzen, beispielsweise am Arbeitsplatz oder in der Kommunalpolitik.

2.6. Evaluation

Das Wahlfach wird von Beginn an kontinuierlich evaluiert. Im Verlauf eines jeden Semesters werden zwei Umfragen über die virtuelle Lernplattform k-med (siehe Anhang 5 [Anh. 5]) zur Verfügung gestellt, die den Teilnehmenden ermöglichen, jeden einzelnen Termin nach verschiedenen Gesichtspunkten auf einer Skala von „sehr schlecht“ (1) bis „sehr gut“ (5) zu bewerten sowie Freitext-Feedback zu geben. Darüber hinaus besteht durch den kontinuierlichen Dialog zwischen Team und Teilnehmenden, die Möglichkeit, zu jeder Zeit mündlich Verbesserungsvorschläge einzubringen. Vorrangiges Ziel dabei ist es, Raum zu schaffen für Reflexion und konstruktive Kritik, um Verbesserungspotenziale zu erkennen und dieses neu eingerichtete Lehrangebot stetig weiterzuentwickeln.


3. Ergebnisse

Evaluation: Rückmeldung der teilnehmenden Studierenden

Dass in den ersten Semestern sämtliche der 25 (15 für Gießener, 10 für Marburger Studierende) verfügbaren Plätze belegt waren, bestätigt das Interesse und den erheblichen Bedarf an Lehre zur Klimakrise. Tabelle 1 [Tab. 1] gibt einen Überblick über die Bewertungen der einzelnen Termine aus den drei Semestern Winter 20/21, Sommer 2021 und Winter 21/22. Im Durchschnitt wurden hierbei aller Termine mindestens als “gut” (4), jedoch in der Regel zwischen “gut” (4) und “sehr gut” (5) bewertet (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]). Aus der Gesamtbewertung hervorzuheben ist die hohe semesterübergreifende Motivation der Teilnehmenden, sich weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die verhältnismäßig niedrige durchschnittliche Bewertung des Wissenszuwachses lässt sich womöglich dadurch erklären, dass sich viele Teilnehmende bereits vor Besuch des Wahlfachs mit der Thematik auseinandersetzen und somit häufig schon ein umfangreiches Wissen mitbringen. Insgesamt kann bei der Evaluation von einem selection bias ausgegangen werden, da die Teilnahme an der Evaluation freiwillig ist.

Termine, bei denen Verbesserungspotential identifiziert werden konnte, wurden für das kommende Semester entsprechend überarbeitet. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden die Themenauswahl weiterentwickelt und zusätzlich u.a. „Klimaschutz im Krankenhaus“ und „Kinderheilkunde“ aufgenommen. Auch wurde die Gestaltung des Blocktermins angepasst. Zudem wurde Dozierenden das Vorwissen der Studierenden mitgeteilt, um die in den beiden ersten Semestern häufiger kritisierten Redundanzen, insbesondere zu Grundlagen des Klimawandels, zu vermeiden. Außerdem wurde das Zeitmanagement in den Sitzungen optimiert.


4. Diskussion

Auch wenn das Wahlfach insgesamt von den Studierenden gut angenommen wird, lässt sich der langfristige Nutzen noch nicht abschätzen. Dies liegt insbesondere daran, dass der Großteil der ehemaligen Teilnehmer*innen noch nicht in die Berufstätigkeit übergegangen ist und somit im Wahlfach erworbenes Wissen und erlernte Gesprächstechniken nicht in der täglichen Patient*innenberatung angewandt werden. Die Rückmeldung der Studierenden deutet jedoch auf eine hohe Motivation hin, das Erlernte zu vertiefen, in die ärztliche Tätigkeit einfließen zu lassen und sich weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen. Für objektive und aussagekräftige Ergebnisse bedarf es aber weiterer Studien und Befragungen, beispielsweise dazu, inwiefern sich ehemalige Teilnehmende langfristig engagieren und das Gelernte tatsächlich in ihrem beruflichen Alltag umsetzen. Der Fakt, dass einige Hausärzt*innen bereits eine Klimasprechstunde anbieten, kann als Zeichen dafür gesehen werden, dass das Konzept der Klimasprechstunde praxistauglich und eine fundierte Ausbildung zur Thematik hoch relevant ist [20], [21]. Um zukünftig ein flächendeckendes Angebot klimasensibler Gesundheitsberatung zu gewährleisten, hat sich das vorgestellte Lehrangebot zum Ziel gesetzt, die Thematik fest in die ärztliche Ausbildung zu integrieren und Medizinstudierende bestmöglich vorzubereiten. Zudem soll das Wahlfach Studierende dazu anregen, auf verschiedenen Ebenen die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz in das eigene Handeln einzubeziehen. Dies gilt sowohl für die individuelle Ebene als auch für das Handeln in Institutionen und Politik. Es adressiert damit den im Leitsatz „think globally – act locally“ verankerten Gedanken, dass lokales Handeln und Engagement Prozesse auf einer größeren globalen Ebene beeinflussen können und zielt auf die damit verbundene individuelle Handlungsfähigkeit ab [22]. So adressiert es auf synergistische Weise die folgenden nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen zur globalen Förderung von Frieden, Würde und Gleichheit auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene: SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 4 (Hochwertige Bildung) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), SDG 14 (Leben unter Wasser) und SDG 15 (Leben auf dem Land) [23].

Eine langfristige Perspektive kann die Einbindung des Themenkomplexes „Klimakrise“ in die medizinische Ausbildung allerdings nur haben, wenn es als fester Bestandteil in Lernzielkataloge und Curricula aufgenommen wird. Außerdem sollte hervorgehoben werden, dass Kontinuität nur durch eine Institutionalisierung gewährleistet werden kann. Das heißt, dass Lehrangebote zur Thematik durch Personal der Universität gestaltet und organisiert werden müssen und nicht nur vom ehrenamtlichen Engagement Einiger, insbesondere Studierender, abhängen können. Veranstaltungen, wie das hier präsentierte Wahlfach oder Onlineinitiativen wie die bereits erwähnte Planetary Health Academy, können jedoch als wichtige Anknüpfungspunkte dienen und Lehrende wie Fakultäten für das Thema Planetary Health und dessen Einbindung in die Lehre sensibilisieren. Am Fachbereich Medizin Gießen hat die Initiative „Klimasprechstunde” so zum Beispiel die stärkere Berücksichtigung der Thematik in der curricularen Lehre angestoßen. Insbesondere die Möglichkeit, im Sinne sogenannter „Health Co-Benefits“ durch eine Lebensstiländerung sowohl die persönliche als auch die planetare Gesundheit positiv zu beeinflussen, kann als große Chance für uns Menschen gesehen werden. Ob „Fahrrad statt Auto“ oder die Bevorzugung einer überwiegend pflanzenbasierten Ernährungsweise: Solche und andere Gewohnheitsänderungen sind gesund und reduzieren CO2-Emmissionen [17], [24], [25]. Prävention als Klimaschutzmaßnahme muss daher fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung werden.


5. Schlussfolgerung

Bildung schafft Bewusstsein, fördert präventive Maßnahmen und macht handlungsfähig [26], [27]. Die daraus resultierende hohe Selbstwirksamkeitserwartung braucht es derzeit mehr denn je, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und einen Weg in eine klimafreundliche Zukunft zu finden [28]. Mit dem vorgestellten Wahlfach ist ein kleiner Schritt in diese Richtung, hin zu mehr Bewusstsein und Wissensvermittlung im Gesundheitssektor, gelungen. Die Resonanz aus den ersten drei Semestern war sehr positiv und von Studierendenseite wurde großes Interesse am Themenkomplex Klimawandel geäußert. Außerdem tragen inzwischen einige ehemalige Teilnehmer*innen zur Organisation des Wahlfachs bei und bringen so ihre Ideen ein. Neben der Sensibilisierung zukünftiger Ärzt*innen ist es darüber hinaus gelungen, einige Dozierende durch ihren Vortrag im Wahlfach auf die Thematik aufmerksam zu machen. Manche von ihnen setzten sich in Vorbereitung auf ihren Vortrag erstmals intensiv mit den Verknüpfungen ihres Fachgebiets und der Klimakrise auseinander, was als motivierend und sehr erkenntnisreich bewertet wurde. Nicht zuletzt aufgrund der Auszeichnung mit dem Hessischen Hochschullehrpreis stand das Wahlfach außerdem bereits im Fokus lokaler Medien [29], [30], [31].

War das Wahlfach Klimasprechstunde im Winter 2020 noch eines der ersten seiner Art in Deutschland, so sind inzwischen weitere Initiativen an deutschen Universitäten entstanden und die in die Organisation eingebundenen Studierenden aus Gießen und Marburg zu Ansprechpartner*innen für Lehrende und Studierende geworden. Der 2021 veröffentlichte NKLM 2.0, welcher vorsieht das Thema in die Curricula der medizinischen Fakultäten aufzunehmen, lässt Hoffnung aufkommen, dass das Thema Klimawandel und Gesundheit nun auch verpflichtend Eingang in die Aus- und Weiterbildung von Ärzt*innen findet und ein Umdenken auf größerer Ebene beginnt [13]. Das Wahlfach Klimasprechstunde kann somit als Übergangsprojekt zu institutionalisierten und verpflichtenden Lehrformaten gesehen werden. Dies ist notwendig, um kompetente und empathische Ärzt*innen und Multiplikator*innen eines klimafreundlichen Wandels auszubilden und menschliche Leben zu schützen.


Danksagung

Wir möchten uns insbesondere bei dem gesamten Organisationsteam des Wahlfachs bedanken, welches das Projekt aufgebaut und weiterentwickelt hat sowie am Leben erhält: Hanna Burow, Magdalene Denneler, Jonas Derben, Charlotte Friedrich, Miriam Hobbhahn, Annamaria Jaschke, Carina Körner, Hannes Kreissl, Leonard Maier, Magdalena Maurer, Anne Maushagen, Lisa Nieberle, Sibel Savas, Theresa Scheftschik, Emma Lou Tischbier und Antonia Weigel. Ebenso gebührt unser Dank allen Dozent*innen, die das Wahlfach durch ehrenamtliche Vorträge unterstützt haben: Prof. Dr. Johannes Kruse, Dr. Stefan Kuhnert, Dr. Ferdinand Lehmann, Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer, Dr. Eleonore Heil (alle JLU Gießen/UKGM), Dr. Alexandra Schneider (Helmholtz Zentrum München), Dr. Sebastian Göbel (Praxis grüne Aue, Hermaringen), Prof. Dr. Ursel Heudorf (Gesundheitsamt Frankfurt a.M.), Prof. Dr. Thomas Münzel (JGU Mainz), Prof. Dr. Christian Witt (Charité Berlin), Prof. Dr. Andreas Matzarakis (Deutscher Wetterdienst), Dr. Christoph Thesen (Hochschule Fulda), Dr. Sylvia Hartmann, Dr. Martin Herrmann, Friederike von Gierke (alle KLUG e.V.), Matthis Keil (Universität Bremen), Dr. Alina Herrmann, Claudia Quitmann (beide Heidelberger Institut für Global Health), Dr. Christian Grah (Klinikum Havelhöhe), Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Universität Augsburg/Helmholtz Zentrum München), Prof. Dr. August Stich (Universität Würzburg), Dipl.-Psych. Katharina Mikus (Psychologists For Future), Dr. Antje Herbst, Dr. Kerstin Bäumer, sowie Dr. Werner Fleck. Abschließend bei Hannah Otto stellvertretend für das Team der Planetary Health Academy, beim Team des Studiendekanats des Fachbereichs Medizin der PU Marburg für die intensive Unterstützung bei der Anpassung an die dortige Studienordnung, beim Studiendekanat des Fachbereichs Medizin der JLU Gießen, sowie bei Irene Serrano vom SPC Global Health an der JLU Gießen und Dr. Elisabeth Szabo aus der Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin der PU Marburg, darüber hinaus bei Joe Berns, Lena Mähnß und Philip Reich, die bei der Übersetzung des Artikels ins Englische geholfen haben.


Beteiligung der Autoren

Hannah Fülbert, Louis N. Schäfer und Laura M. Gerspacher trugen gleichermaßen zu dieser Arbeit bei und teilen sich die gemeinsame Erstautorenschaft.

Stefan Bösner, Christina Schut, Ralph Krolewski und Michael Knipper trugen durch wertvolle Anmerkungen und kritisches Feedback zum vorliegenden Manuskript bei.


Interessenkonflikt

Die Autor*innen erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


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