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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Standardisierung unterschiedlicher Evidenzklassifizierungssysteme in Leitlinien am Beispiel der Adipositas

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Nicole Holzmann - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland
  • author Robert Grosselfinger - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland
  • author Alric Rüther - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, Deutschland

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP2.6

DOI: 10.3205/09ebm045, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0457

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Holzmann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Als Grundlage für die Beratung für ein DMP-Modul Adipositas hat das IQWiG systematisch internationale Leitlinien recherchiert, bewertet und gegenübergestellt. Die 10 identifizierten relevanten Leitlinien verwendeten 10 unterschiedliche Evidenzklassifizierungssysteme mit 3 bis maximal 10 Evidenzkategorien variabler Bezeichnung (Worte, Buchstaben, Ziffern, Symbole). In maximal 3 Leitlinien stimmten, bei jeweils unterschiedlicher Bezeichnung, die Definitionen für 3 Evidenzklassen überein. Ein direkter Vergleich der zu Grunde liegenden Studienevidenz war nur mit Einschränkung darstellbar.

Um die Vergleichbarkeit von Leitlinien zu verbessern, wurde daher eine Methodik entwickelt, unterschiedliche Evidenzklassifizierungssysteme zu klassifizieren. Dies geschah insbesondere vor dem Hintergrund der Anwendung im deutschen Kontext.

Methoden

Um den deutschen Kontext zu berücksichtigen wurde als Referenzstandard das vom Gemeinsamen Bundesausschusse (G:BA) verwendete 7-stufige Evidenzklassifizierungssystem gewählt. Die Evidenzkategorien einer jeden Leitlinie wurden den Evidenzkategorien des Referenzstandards in einer Kontingenztabelle zugeordnet. Übereinstimmung mit einer oder mehreren Kategorien des Referenzstandards wurden als Bezeichnung für standardisierte Evidenzlevel übernommen werden.

Ergebnisse

Aus den zuvor nicht vergleichbaren Evidenzklassen im Projekt Adipositas konnten alle mindestens einer oder mehrerer der 7 Standardkategorien zugeordnet und in eine einheitliche Darstellungsform überführt werden. Diese lässt im Falle einer fehlenden exakten Übereinstimmung mit dem Referenzstandard Unschärfen klar erkennen.

Schlussfolgerung/Implikation

Die vorgeschlagene Standardisierung ermöglicht eine leicht verständliche Gegenüberstellung der Leitlinienempfehlungen hinsichtlich deren zu Grunde liegender Evidenz. Die Methodik wird an weiteren Projekten geprüft insbesondere vor dem Hintergrund einer inhaltlichen Leitlinienbewertung.