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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Interdisziplinäre Untersuchung der Lebensqualität nach kolorektalchirurgischen Eingriffen

Poster

  • presenting/speaker Michael Siassi - Chirurgische Universitätsklinik Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • M. Lichthardt - Lehrstuhl für Psychologie I der Friedrich-Alexander Universität, Erlangen, Deutschland
  • F. Lösel - Lehrstuhl für Psychologie I der Friedrich-Alexander Universität, Erlangen, Deutschland
  • W. Hohenberger - Chirurgische Universitätsklinik Erlangen, Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0990

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch097.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Siassi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Lebensqualität als Ergebnisparameter gewinnt in der onkologischen Kolorektalchirurgie zunehmende Bedeutung. Die bislang veröffentlichten Daten wurden in der Regel mittels durch den Patienten ausgefüllter Fragebogeninstrumente erhoben. Diese sind z.T. unspezifisch bzw. nur für einige Krankheitsbilder validiert. Moderierende Kofaktoren und Umgebungsvariablen werden hierbei nicht erfasst. In unserer interdisziplinären Arbeitsgruppe wurden Moderatorvariablen herausgearbeitet und ein Konzept zur umfassenden Untersuchung der Lebensqualität erarbeitet.Es zeigte sich, dass mit der bislang benutzten Methodik folgende, für die Lebensqualität bedeutsame Faktoren nicht oder nur unzureichend erfasst werden:

• Ethnische Unterschiede

• Soziales Umfeld

• Prognose der Grundkrankheit

• Persönlichkeitsmerkmale:

•• Ängstlichkeit

•• Neurotizismus

•• Frustrationstoleranz

•• Kohärenzgefühl

Material und Methoden

Seit 1.10.2002 wurden alle Patienten die sich in der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen einem resezierenden Eingriff am distalen Kolon unterzogen erfasst. Die Erhebung wird präoperativ und 3, 6, und 12 Monate postoperativ durchgeführt. Zur individuellen Exploration wird ein teilstandardisiertes Interview durchgeführt. Die Lebensqualität wird mittels standardisierte Fragebogeninstrumenten erfasst (SF-36, EORTC-QLQ-C30, GLQI). Persönlichkeitsspezifische Kofaktoren werden ebenfalls mit Fragebogeninstrumenten gemessen (FPI, FKV, SOC). Auf diese Weise wird einerseits die Lebensqualität in standardisierter, international vergleichbarer Weise gemessen, andererseits die Moderatorvariablen individuell erfasst.

Ergebnisse

Seit 1.10.2002 wurden 86 Patienten erfasst. Zwischenergebisse zeigen eine signifikante Rolle von Kofaktoren wie dem Kohärenzgefühl und neurotischer Persönlichkeitsveränderungen auf die postoperative Lebensqualität. Diese sind unabhängig von der Art der Erkrankung (maligne vs. entzündlich).

Schlussfolgerung

Persönlichkeitsmerkmale wie Kohärenz, Neurotizismus und andere Moderatorvariablen haben einen von anderen Parametern unabhängigen Einfluss auf die postoperative Lebensqualität. Messinstrumente, die diese Faktoren nicht erfassen könnten daher verfälschte Ergenisse liefern.