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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Die endoskopische Adrenalektomie großer Nebennierentumoren

Vortrag

  • presenting/speaker Martin Walz - Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland
  • K. Peitgen - Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland
  • S. Petersenn - Abteilung für Endokrinologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • O.E. Janssen - Abteilung für Endokrinologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • T. Philipp - Abteilung für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • K. Mann - Abteilung für Endokrinologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • H.P.H. Neumann - Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1335

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch005.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Walz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die endoskopischen Operationsmethoden zur Adrenalektomie sind heute bei kleinen Nebennierentumoren (bis 5 cm) Standardverfahren. Offen ist, ob auch bei größeren Nebennierentumoren endoskopische Methoden angewandt werden sollten.

Material und Methoden

Von 7/1994 bis 9/2003 haben wir 379 endoskopische Adrenalektomien bei 353 Patienten (133 m, 220 w; Alter: 10 - 80 Jahre) durchgeführt. Im gleichen Zeitraum wurden bei 30 Patienten (16m, 14w; Alter: 22-71 Jahre) ebensoviele Nebennierentumoren größer 6 cm (bis 12 cm im Durchmesser) entweder laparoskopisch (n = 8) oder retroperitoneoskopisch (n = 22) exstirpiert, wobei eindeutige radiologische Malignitätskriterien Ausschlußkriterium waren. Es handelte sich um 19 Phäochromozytome, 3 Cushing-Adenome, 5 hormoninaktive Rindentumoren, 1 Myelolipom und 2 Nebennierenrindencarcinome.

Ergebnisse

Die Operationsdauer lag bei 121 ± 63 min, der Blutverlust bei 100 ± 205 ml. Kein Patient erhielt eine Bluttransfusion. Einmal war eine Konversion zur offenen Technik erforderlich. Als postoperative Komplikationen trat zweimal eine temporäre Hypästhesien der Bauchhaut auf. Alle Patienten mit hormonaktiven Tumoren wurden klinisch und biochemisch geheilt. Im Langzeitverlauf traten lokoregionäre Rezidive bei beiden Patienten mit Nebennierenrindencarcinom auf. Bei einem Patienten mit Phäochromozytom kam es nach 3,5 Jahren zum interaortocavalen Lymphknotenrezidiv.

Schlussfolgerung

Unsere Ergebnisse belegen, daß die minimal-invasiven Methoden zur Adrenalektomie auch bei großen Tumoren und insbesondere bei Phäochromozytomen sicher, relativ schnell und zuverlässig angewandt werden können. Eind grundsätzliche Ablehnung dieser Verfahren ist in Bezug auf die Tumorgröße allein nicht gerechtfertigt.