Article
Einfluss präoperativer EGFR- und HER2-Plasmaspiegel auf Überlebensraten nach radikaler Zystektomie bei nicht-metastasiertem Urothelkarzinom der Harnblase
Search Medline for
Authors
| Published: | April 26, 2024 |
|---|
Outline
Text
Einleitung: Die Ergebnisse nach radikaler Zystektomie (RZ) bei Urothelkarzinom der Harnblase sind variabel. Bestehende Biomarker bieten begrenzte Vorhersagekraft bezüglich Krankheitsprogression oder Rezidiven. Vor diesem Hintergrund, evaluiert unsere Studie den Einfluss präoperativer EGFR- und HER2-Plasmaspiegel auf klinisch-pathologische Charakteristika und Überlebensraten.
Methoden: In dieser retrospektiven Analyse wurden 1.036 Patienten mit nicht-metastasiertem Urothelkarzinom der Harnblase, die sich an zwei medizinischen Zentren einer RZ unterzogen, untersucht. Die präoperativen Plasmaspiegel von EGFR und HER2 wurden am Operationstag bestimmt. Bewertet wurden als primäre Endpunkte das rezidivfreie Überleben (RFS), krebsspezifisches Überleben (CSS) und Gesamtüberleben (OS). Die statistische Auswertung beinhaltete multivariable Regressionsanalysen, Receiver-Operating-Characteristic(ROC)-Kurven und Harrel’s C-Index.
Ergebnisse: Patienten mit hohen EGFR (>2,87 μg/dL, N=519) und HER2 (>10,5 ng/ml, N=541) Plasmaspiegeln zeigten eine höhere Prävalenz von höhere pT-Stadien, lymphovaskulärer Invasion und Lymphknotenbeteiligung als solche mit niedrigeren Werten. Multivariable Analysen bestätigten eine signifikante Assoziation von EGFR und HER2 Plasmaspiegeln mit Lymphknotenbeteiligung und fortgeschrittener Tumorstadium (alle p<0,05). In multivariablen Cox-Modellen, die für präoperative Variablen adjustiert waren, waren sowohl HER2 als auch EGFR signifikant mit OS, CSS und RFS assoziiert (alle p<0,001). Das Hinzufügen von EGFR und HER2 zu den Modellen verbesserte den C-Index.
Schlussfolgerung: Präoperative EGFR- und HER2-Plasmaspiegel sind assoziiert mit RFS, CSS und OS sowie mit nicht organbegrenztem Krankheitsstadium. Nach weiterer Validierung könnten sie in die klinische Praxis integriert werden, um die Patientenselektion und die Behandlung zu optimieren.
