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Teamplayer von Anfang an? Selbstkonzepte im CanMEDS-Rollen-Spektrum vor dem Klinikstart
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Published: | September 20, 2019 |
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Einleitung: Im NKLM werden, in Anlehnung an das CanMEDS-Konzept, sieben ärztliche Rollen definiert, auf deren Übernahme das Medizinstudium vorbereiten soll. Unklar ist, inwieweit Studierenden diese Rollendefinitionen bekannt sind, in welchem Maße sie sich zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Studiums den unterschiedlichen Rollenanforderungen bereits gewachsen fühlen und – davon abgeleitet – auf welche dieser Rollen aktuelle Curricula ggfs. noch gezielter vorbereiten sollten.
Material und Methoden: Um die Studierenden möglichst früh mit dem CanMEDS-Rollenkonzept vertraut zu machen, startete im Wintersemester 2018/19 eine anonymisierte, longitudinale, auf drei verbundene aufeinanderfolgende Befragungszeitpunkte angelegte Abfrage zur Rollenübernahme an Studierenden des 3. vorklinischen Semesters. Dabei wurde ein bereits erprobter Fragebogen (Messerer et al. 2018) verwendet, der anhand einer Likert-ähnlichen 9-stufigen Skala eine Selbsteinordnung in den Anfänger-, Fortgeschrittenen- oder Expertenbereich erlaubt.
Ergebnisse: 250 Studierende des 3. Semesters nahmen an der ersten Befragung teil. Dabei ordnete sich in der Regel mindestens die Hälfte der Teilnehmer im Bereich „Anfänger“ ein (Werte 1-3 auf der 9-stufigen Likert-Skala). Dies traf für die Rollen „Medizinische/r Experte/in (Medical Expert“) mit 79%, „Verantwortungsträger/in (Manager)“ mit 74%, „Gelehrte/r (Scholar)“ mit 65%, „Professionell Handelnde/r (Professional)“ mit 59% „Gesundheitsberater/in (Health Advocate)“ mit 52% sowie „Kommunikator/in (Communicator)“ mit 50% der Ratings zwischen 1 und 3 Punkten zu. Auffällig war im Gegensatz dazu die durchschnittliche Selbsteinschätzung bzgl. der Rolle des/der „Teamplayers/in (Collaborator)“: hier sah sich der überwiegende Teil der Befragten (61%) bereits im Fortgeschritten- oder Experten-Bereich (N=248, Median 4, M=4,05, SD=1,9.)
Schlussfolgerung: Studierende der Vorklinik sehen sich selbst In der Rolle „Teamplayer“ bereits im fortgeschrittenen Bereich, während sie sich in den übrigen CanMEDS-Rollen auf Anfängerniveau einschätzen. Nachdem das erfolgreiche Zusammenarbeiten mit Angehörigen unterschiedlicher Berufsgruppen und in wechselnden Teams für eine optimale Patientenversorgung unverzichtbar ist, bleibt zu untersuchen, wie valide diese Selbsteinschätzung ist und welchen Veränderungen diese positive Eigenwahrnehmung im Verlauf des Studiums unterliegt - sowie längerfristig, welche Lehrformate sich für eine gezielte Vorbereitung auf die unterschiedlichen CanMEDS-Rollen eignen.
Literatur
- 1.
- Messerer D, Hörl R, Böckers A, Schneider A, Keis O, Leins A, Horneffer A. Arztrollen und Tutortätigkeit – wie entwickelt sich ein professionelles Selbstverständnis im Studienverlauf? Erster Einsatz einer Skala zur Selbsteinschätzung im CanMEDS-Rollen-Konzept [Bericht über Forschungsergebnisse]. In: Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Wien, 19.-22.09.2018. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2018. Doc26.2. DOI: 10.3205/18gma109