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Qualitätssicherung im Düsseldorfer Kommunikations-OSCE – ein Projektbericht [Bericht über Entwicklungsprozess]
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Published: | September 19, 2018 |
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Problemstellung: Die Prüfung von Fertigkeiten ist mit besonderen Anforderungen an die Qualität verbunden, v. a. bei summativen Prüfungen. Eine besondere Herausforderung stellt die Interraterreliabilität dar. In der Literatur werden u. a. verpflichtende Prüferschulungen und eine ausreichende Anzahl von Stationen (> 15) als Maßnahmen empfohlen – letzteres konfligiert häufig mit Ressourcen.
Projektbeschreibung: Im Düsseldorfer Modellstudiengang Medizin absolvieren Studierende am Ende des 4. Studienjahrs einen summativen Kommunikations-OSCE (CoMeD-OSCE), bei dem sie zwei standardisierte, je 8-minütige Rollenspiele (Überbringen schwieriger Nachrichten und Umgang mit schwierigen Emotionen) mit Schauspielpatienten führen. Pro Jahr werden 400 Studierende geprüft. Als Bewertungsinstrument wird das Berliner Global Rating verwendet. Es sind pro Prüfung 20 bis 30 Prüfer aus verschiedenen Fachbereichen im Einsatz. Die Prüfung wird auf Video aufgezeichnet. Im Folgenden werden Maßnahmen zur Qualitätssicherung vorgestellt, die in den letzten 4 Jahren etabliert wurden.
Ergebnisse:
- Verpflichtende Prüferschulung (Präsenztermin oder als E-Learning) kurz vor dem OSCE, bei dem Prüfungsvideos aus der letzten Prüfung gemeinsam bewertet werden. Konsensbildung mit maximaler Abweichung um 1 Punkt.
- FAQ-Buch mit schriftlicher Dokumentation der Argumente, die zur Auf- oder Abwertung in der Beurteilung geführt haben.
- Qualitätskontrolle nach der Prüfung mit Nachbewertung der Prüfungsvideos bei
a) stärkerer Abweichung zwischen beiden Stationen
b) stärkerer Abweichung zwischen Punktzahl und Borderline-Rating. - Rückmeldung einer detaillierten Prüfungsstatistik an die Prüfer.
Diskussion/Schlussfolgerungen: Die Frage, ob die Maßnahmen faktisch zu einer Erhöhung der Interraterreliabilität führen, bedarf der Überprüfung in einer weiterführenden empirischen Studie. Die Videoaufzeichnung ermöglicht auch für die Studierenden eine höhere Transparenz in der Bewertung.
Literatur
- 1.
- Nikendei C, Jünger J. OSCE - praktische Tipps zur Implementierung einer klinisch-praktischen Prüfung. GMS Z Med Ausbild. 2006;23(3):Doc47. Zugänglich unter/available from: http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2006-23/zma000266.shtml
- 2.
- Van der Vleuten CP, Schuhwirth WT. Assessing professional competence: from methods to programmes. Med Educ. 2005;39(3):309-3017. DOI: 10.1111/j.1365-2929.2005.02094.x