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Kein Zusammenhang zwischen TTTG Abstand und femoraler oder tibialer Torsion
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Published: | October 23, 2023 |
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Fragestellung: Die Torsion des Femurs und der Tibia zählen zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf das patellofemorale Alignement. Torsionsstörungen tragen ebenso wie die Lateralisation der Tuberositas tibiae zur patellofemoralen Instabilität bei. Zur erfolgreichen Therapie der patellofemorale Instabilität ist es erforderlich, die zugehörigen Risikofaktoren zu analysieren und insofern erforderlich ebenfalls operativ zu adressieren. Dabei ist unklar, ob eine Transposition der Tuberositas tibiae zur Korrektur einer Torsionsdeformität genügt bzw. ob diese additiv zu Versetzen ist. Ziel der vorliegenden Studie war daher die Analyse des Zusammenhanges zwischen der Torsion des Femurs bzw. der Tibia und dem TTTG (Tuberositas tibiae-Trochlea Groove) Abstand.
Methodik: 100 Patienten, 48 weiblich und 52 männlich, mit einem Durchschnittsalter von 22 ± 6,6 Jahren, die sich wegen einer patellofemoralen Instabilität einer Operation unterzogen, wurden in diese Studie eingeschlossen. Auf der präoperativen Bildgebung einschließlich der Torsionsbestimmung des Femurs und des Unterschenkels mittels MRT, wurden die femorale Antetorsion (FA), die Außentorsion der Tibia (AUT), der TTTG Abstand sowie die femorotibiale Rotation (FTR) gemessen.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Der mittlere TTTG Abstand betrug 17,1 ± 4,7 mm, die FA 16,1 ± 10,6°, AUT 34,7 ± 9,1° und FTR 24,6 ± 7,5°. Es zeigte sich keine Korrelation zwischen dem TTTG Abstand und der FA oder der AUT. Dahingegen zeigte sich eine Korrelation zwischen dem TTTG Abstand und der FTR (r=0,34, p=0,001).
Der TTTG Abstand ist ein von der Torsion des Femurs und der Tibia unabhängiger Parameter. Demzufolge müssen TTTG Abstand und Torsion separat analysiert und als unabhängige Risikofaktoren für die patellofemorale Instabilität betrachtet werden. Im Rahmen der Torsionskorrektur des Unterschenkels sollte die Tuberositas im Bedarfsfall zeitgleich mit der Torsionskorrektur adressiert werden (z.B. durch supratuberositär auslaufende hohe Tibiaosteotomie).