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Analyse von Abrollverhalten und Ausgleichsbewegungen des Mittelfußes nach arthroskopischer OSG-Arthrodese
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Published: | October 23, 2023 |
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Fragestellung: Die Arthrodese des oberen Sprunggelenkes (OSG) gilt weiterhin als Standardbehandlung der fortgeschrittenen OSG-Arthrose. In der klinischen Erfahrung sind viele der Patienten trotz Versteifung dieses Schlüsselgelenkes beim Gehen nur wenig eingeschränkt. Ziel dieser Arbeit war es, das Abrollverhalten nach OSG-Arthrodese pedobarographisch zu analysieren sowie die Ausgleichsbewegungen aus dem Rück- und Mittelfuß zu messen.
Methodik: 30 Sprunggelenke von 29 Patienten (22 männlich, 8 weiblich, Alter 60,8 ± 11,9 (SD) Jahre), welche zwischen 02/2014 und 03/2017 eine arthroskopisch assistierte, primäre Arthrodese des oberen Sprunggelenkes erhielten, wurden mittels Pedobarographie sowie dynamischer Durchleuchtung nachuntersucht. Pedobarographisch wurden dabei der Spitzendruck, das Kraftmaximum sowie die Kontaktzeit und -fläche an 10 Zonen (Ferse, Mittelfuß, Mittelfußknochen (MFK) 1, MFK 2, MFK 3, MFK 4, MFK 5, Großzehe, 2. Zehe, 3.– . Zehe) sowohl der operierten als auch der gesunden Gegenseite (Kontrolle) erfasst und miteinander verglichen (t-Test für verbundene Stichproben, Wilcoxon Rangsummentest; Signifikanzniveau p = 0,05). Unter Durchleuchtung wurden nach maximaler Dorsalextension sowie Plantarflexion der Bewegungsumfang des Rück- und Mittelfußes (Talus bis Os metatarsale I) gemessen. Der Bewegungsumfang wurde mit den Kontaktzeiten der einzelnen Fußzonen korreliert (Korrelation nach Spearman).
Ergebnisse: Der Spitzendruck unter den Kleinzehen (2.–5. Zehe) reduziert sich am versteiften Fuß signifikant im Vergleich zur gesunden Gegenseite (s. Tabelle 1 [Tab. 1]). Die Kontaktzeiten sind nicht nur für die 2.–5. Zehe, sondern auch für die MFK 2–5 signifikant kürzer im Vergleich mit der nicht operierten Gegenseite. Sowohl die Kontaktfläche als auch die Maximalkraft der gesamten Fußsohle sind am operierten Fuß signifikant kleiner als auf der Gegenseite. Der Bewegungsumfang zwischen Talus und MFK 1 beträgt im Mittel 23,5 ± 8,5°.In der Korrelationsanalyse zeigt sich für das Bewegungsausmaß und die Kontaktzeit der Großzehe ein signifikanter positiver linearer Zusammenhang (R² = 0,55, p = 0,009).
Schlussfolgerung: Nach Arthrodese des OSG zeigt sich eine Minderbelastung des operierten Fußes, wobei eine Veränderung des Abrollverhaltens lediglich im Bereich des Vorfußes ersichtlich ist. Der verbliebene Bewegungsumfang des Mittelfußes kann einen Großteil des verloren gegangenen Bewegungsumfangs am OSG kompensieren, ohne dass daraus eine erhöhte Druckbelastung des Mittelfußes resultiert.