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84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

08.05. - 12.05.2013, Nürnberg

Vergleichende Untersuchungen zu mikrobiellen Gemeinschaften diverser Tonsillitiden

Meeting Abstract

  • corresponding author Jürgen-Theodor Fränzer - HNO-Klinik Universitätsklinikum Münster, Münster
  • Dietmar Pieper - Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, Deutschland, Braunschweig
  • Karsten Becker - Universitätsinstitut für medizinische Mikrobiologie, Deutschland, Münster
  • Claudia Rudack - Universitäts-HNO-Klinik Münster, Deutschland, Münster
  • Daniel Weiss - Universitäts-HNO-Klinik Münster, Deutschland, Münster

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 84. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Nürnberg, 08.-12.05.2013. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2013. Doc13hnod175

doi: 10.3205/13hnod175, urn:nbn:de:0183-13hnod1759

Veröffentlicht: 15. April 2013

© 2013 Fränzer et al.
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Gliederung

Text

Die Mikrobiologie und die hieraus resultierende Therapie bei verschiedenen Formen der Tonsillitis sind heute nicht ausreichend gut untersucht.

Mittels eines spezifischen Gensequenzierungsverfahrens wurden im Gewebe verschiedener entzündlicher Tonsillenerkrankungen chronische Tonsilitis (CT, n=10), hyperplastischer Tonsillitis (HT, n=3), Peritonsillarabszess (PA, n=1) und akuter Tonsilitis (akT, n=1) alle Bakterien detektiert. Das Vorkommen der Bakterien terminiert durch das deep-sequencing Verfahren wurde mit Ergebnissen, gewonnen aus der konventionellen mikrobiologischen Aufbereitung der gleichen Proben verglichen.

Insgesamt wurden in allen Proben 318 Bakterienspezies identifiziert. Unter den häufigsten Mikroorganismen bei Gewebeproben von CT befinden sich Staph. aureus, Fusobact. nucleatum, necrophorum und russi, Actionabacillus indolicus, Parvimonas micra, Prevotella sp., Porphyromonas sp., Streptoc. pyogenes. Bei HT-Gewebe wurden Strept. dysgalactiae, Corynebacterium sp., Streptoc. pyogenes und genomosp., Fusobacterium russii und Campylobacter sp sequenziert. Bei akT waren Actinobacillus indolicus, Simonsiella sp. zu finden. Bei der PA-Gewebeprobe wurden Fusobacterium necrophorum und Gemella sp. am häufigsten sequenziert.

Die Ergebnisse zeigen, dass in fast 40% der Fälle eine Übereinstimmung der vorherrschenden Keimpopulation bei diversen Arten Tonsillitis mit beiden Methoden zu finden ist. Es wird vermutet, dass Bakterienspezies untereinander ein unterschiedliches Wachstumsverhalten aufweisen und deswegen auf andere Keimpopulationen einen hemmenden Einfluss ausüben.

Unterstützt durch: BMBF 0315832A “Medizinische Infektionsgenomik – Genomforschung an pathogenen Mikroorganismen”

Der Erstautor gibt keinen Interessenkonflikt an.