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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

15.09. - 17.09.2022, Halle (Saale)

Entwicklung und Umsetzung interprofessioneller Onlinelehre am Beispiel der Veranstaltung „Rollen und Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen“

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Pia Natalie Gadewoltz - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Referat für Studium und Lehre, Bielefeld, Deutschland
  • Karoline Malchus - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Referat für Studium und Lehre, Bielefeld, Deutschland
  • Viktoria Catalina Daniel - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Referat für Studium und Lehre, Bielefeld, Deutschland
  • Klara Josefine Elisabeth Müller - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Referat für Studium und Lehre, Bielefeld, Deutschland

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Halle (Saale), 15.-17.09.2022. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2022. DocV-06-05

doi: 10.3205/22gma044, urn:nbn:de:0183-22gma0447

Veröffentlicht: 14. September 2022

© 2022 Gadewoltz et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung/Zielsetzung: Die interprofessionelle Zusammenarbeit (interprofessional collaboration, IPC) trägt vor dem Hintergrund der zunehmenden Herausforderungen im Gesundheitswesen zur verbesserten Patient*innenversorgung bei [1]. Dabei erfährt auch die interprofessionelle Ausbildung (interprofessional education, IPE) der Gesundheitsberufe bspw. durch die Verankerung entsprechender Lernziele im NKLM und durch die aktuelle Überarbeitung der ärztlichen Approbationsordnung zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Die Umsetzung von IPE gestaltet sich jedoch u.a. aufgrund struktureller und organisatorischer Rahmenbedingungen häufig als schwierig [2]. Ziel des vorgestellten Vorhabens ist es, im Zuge der strukturierten Entwicklung und Durchführung einer interprofessionellen Lehrveranstaltung im synchronen, digitalen Format wesentliche Voraussetzungen für die Lehrentwicklung zu identifizieren.

Methoden: Im Entwicklungsprozess bildete sich eine interprofessionelle, institutionsübergreifende Arbeitsgruppe aus vier kooperierenden Einrichtungen. Orientierend am Constructive Alignment [3] wurden in den Planungsschritten

1.
Kontextbedingungen geklärt,
2.
Lernziele festgelegt,
3.
Prüfungsfragen entwickelt und
4.
die Lehr-/Lernaktivitäten geplant.

Die Lehrveranstaltung wurde unter der Prämisse „Onlinelehre“ gestaltet.

Im Rahmen der internen Evaluation wurden mittels einer schriftlichen Befragung der Lehrenden und einer anschließenden Gruppendiskussion Herausforderungen und Gelingensfaktoren erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse: Die digital gestützte Tagesveranstaltung mit dem Titel „Rollen und Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen“, an der 143 Lernende aus sechs Berufsgruppen (Medizin, Pflege, Diätassistenz, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie) teilnehmen konnten, fand im WiSe 2021/2022 statt.

Die Auswertung der internen Evaluation ergab sowohl förderliche als auch hinderliche Faktoren bezogen auf den Planungsprozess und die Umsetzung. Ausgehend von diesen Ergebnissen lassen sich Qualitätsmerkmale für die Konzeption institutions- und professionsübergreifender digitaler Lehrveranstaltungen ableiten.

Diskussion: Die Planung und Umsetzung der IPE in einem Onlineformat stellt nicht nur aufgrund der anhaltenden pandemischen Situation eine Chance dar. Das hier beschriebene theoriegeleitete Vorgehen der digitalen, interprofessionellen Lehrentwicklung ist die Basis für nachfolgende Lehrveranstaltungen, wobei zentrale Stärken und Schwächen des Vorgehens abgeleitet und für die Zukunft modifiziert werden können.

Take Home Messages:

  • Die digitale Umsetzung des interprofessionellen Lehrformates konnte gelingen.
  • Durch ein theoriegeleitetes, strukturiertes Vorgehen können Konsequenzen für nachfolgende interprofessionelle Lehrveranstaltungen gezogen werden.
  • Ein zentraler Gelingensfaktor stellt die frühzeitige Berücksichtigung der unterschiedlichen Voraussetzungen der beteiligten Bildungsstätten dar.

Literatur

1.
Klapper B, Schirlo C. Special edition booklet: Interprofessional Training – Published by the Robert Bosch Stiftung and the Gesellschaft für Medizinische Ausbildung [Themenheft: Interprofessionelle Ausbildung – herausgegeben von der Robert Bosch Stiftung und der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung]. GMS J Med Educ 2016;33(2):Doc38. DOI: 10.3205/zma001037 Externer Link
2.
Stock-Schröer B, Homberg A. Chancen und Herausforderungen bei der Realisierung interprofessioneller Lehre im Bereich der Integrativen Medizin – eine qualitative Studie. In: Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Zürich, 09.-12.09.2020. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2020. DocV-008. DOI: 10.3205/20gma008 Externer Link
3.
Biggs J, Tang C. Teaching for Quality Learning at University. 4th edition. New York: Society for Research into Higher Education & Open University Press; 2011.