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21. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

13. - 15.02.2020, Basel, Schweiz

Patienteninformationen bezüglich Reparaturrestaurationen auf Webseiten von ZahnärztInnen

Meeting Abstract

  • Philipp Kanzow - Universitätsmedizin Göttingen, Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie, Göttingen, Deutschland
  • Amelie Friederike Büttcher - Universitätsmedizin Göttingen, Bereich Medizindidaktik und Ausbildungsforschung, Göttingen, Deutschland
  • Annette Wiegand - Universitätsmedizin Göttingen, Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie, Göttingen, Deutschland
  • Falk Schwendicke - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin, Berlin, Deutschland

Nützliche patientenrelevante Forschung. 21. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Basel, Schweiz, 13.-15.02.2020. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2020. Doc20ebmPP4-01

doi: 10.3205/20ebm073, urn:nbn:de:0183-20ebm0735

Veröffentlicht: 12. Februar 2020

© 2020 Kanzow et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund/Fragestellung: Immer häufiger beziehen PatientInnen Gesundheitsinformationen aus dem Internet. Ziel dieser Studie war es daher, die Qualität deutschsprachiger Webseiten von ZahnärztInnen zum Thema „Reparatur von partiell defekten Restaurationen“ zu untersuchen.

Methoden: Eine Stichprobe von Webseiten wurde mittels drei verschiedener Suchmaschinen identifiziert. Eingeschlossen wurden frei zugängliche deutschsprachige Webseiten von ZahnärztInnen mit Informationen zur Reparatur zahnärztlicher Restaurationen. Die Webseiten wurden im Hinblick auf (1) technische und funktionelle Aspekte, (2) den enthaltenen Informationsumfang sowie (3) ihre allgemeine Qualität und Zuverlässigkeit als Informationsquelle bewertet. Für die Aspekte (1) und (3) kamen validierte Tools (LIDA / DISCERN) zum Einsatz. Für die Beurteilung von (2) (Informationsumfang) wurde ein Kriterienkatalog (Evidenz, Vor- und Nachteile, geeignete Restaurationen bzw. Defekte, technische Umsetzung) durch zwei Experten erarbeitet. Die Qualitätsbewertung der verschiedenen Aspekte wurde mittels Wilcoxon-Tests verglichen. Mit Hilfe von generalisierten linearen Modellen (GLM) wurde der Einfluss von praxisspezifischen Parametern (Standort, Praxisart, Mitgliedschaft in Fachgesellschaften, Approbationsjahr) auf die Informationsqualität (% der maximalen Punktzahl) ermittelt (p<0,05).

Ergebnisse: Fünfzig Webseiten konnten eingeschlossen werden. Der Median (25-/75%-Perzentil) der Gesamtqualität betrug 23,2% (21,7/26,2%). Dabei zeigten technische und funktionelle Aspekte (55,2% [51,7/58,6%]) eine signifikant höhere Qualität als der Informationsumfang (8,3% [8,3/16,7%]) bzw. die allgemeine Qualität und Zuverlässigkeit (3,6% [0,0/7,1%]; p<0,001/Wilcoxon). Die Qualitätsbewertungen standen jeweils in keinem signifikanten Zusammenhang mit den untersuchten praxisspezifischen Parametern (p>0,05/GLM).

Schlussfolgerung: Die Qualität der Webseiten im Hinblick auf Reparaturen war zu niedrig, als dass sich PatientInnen derzeit auf den Webseiten von ZahnärztInnen über Reparaturen von partiell insuffizienten Restaurationen informieren können. Trotz ausreichender technischer und funktioneller Qualität waren die bereitgestellten Informationen weder vollständig noch als zuverlässige Informationsquelle für eine fundierte Entscheidungsfindung geeignet. Die Qualität der Informationen sollte verbessert werden, um die PatientInnen umfassend und zuverlässig zu informieren und so eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Interessenkonflikte: Keine.