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23. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.

24.09. - 27.09.2024, Potsdam

Die S3 Leitlinie „Psychische Gesundheit von Gesundheitspersonal in anhaltenden Krisen und Katastrophen“ als Baustein zukünftiger Pandemic Preparedness

Meeting Abstract

  • Jutta Stoffers-Winterling - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Universitätsmedizin Mainz, Deutschland
  • Saskia Lindner - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Universitätsmedizin Mainz, Deutschland
  • Josephine Berger - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Universitätsmedizin Mainz, Deutschland
  • Paul Bruckmann - Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar, TU München, Deutschland
  • Kristina Adorjan - Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD), Bern, Schweiz; Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LMU Klinikum Campus Innenstadt, München, Deutschland
  • Christine Allwang - Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar, TU München, Deutschland
  • Oliver Tüscher - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Universitätsmedizin Mainz, Deutschland; Leibniz-Institut für Resilienzforschung, Mainz, Deutschland
  • Klaus Lieb - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Universitätsmedizin Mainz, Deutschland; Leibniz-Institut für Resilienzforschung, Mainz, Deutschland
  • Hauke Felix Wiegand - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie - Universitätsmedizin Mainz, Deutschland

23. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung (DKVF). Potsdam, 25.-27.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. Doc24dkvf433

doi: 10.3205/24dkvf433, urn:nbn:de:0183-24dkvf4330

Veröffentlicht: 10. September 2024

© 2024 Stoffers-Winterling et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: In der COVID-19-Pandemie hatte sich gezeigt, dass die psychische Gesundheit von Gesundheitspersonal ein zentraler kritischer Punkt ist, um eine qualitative Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten. Im Rahmen des Projektes PREPARED des Netzwerkes Universitätsmedizin (NUM) wird daher die S3 Leitline „Psychische Gesundheit von Gesundheitspersonal in anhaltenden Krisen und Katastrophen“ erstellt, um Empfehlungen auf Basis der verfügbaren Evidenz zu Maßnahmen zu Erhalt und Förderung der psychischen Gesundheit von Gesundheitspersonal zu erarbeiten. Deren Umsetzung sollte ein zentraler Baustein einer zukünftigen Pandemic Preparedness sein.

Zielsetzung: Für welche Maßnahmen in den Bereichen Verhältnisprävention, Förderung des Gesundheitswissens, Screenings sowie Verhaltensprävention besteht Evidenz, dass sie die psychische Gesundheit von Gesundheitspersonal in stationären Einrichtungen in anhaltenden Krisen und Katastrophen verbessern und die Arbeitsfähigkeit erhalten?

Methode: Die auf Gesundheitspersonal bezogenen Empfehlungen der 2022 veröffentlichten WHO Guidelines on Mental Health at Work wurden adaptiert. Dazu wurden die Literatursuchen der WHO aktualisiert und die Bewertungen auf die Situation von Gesundheitspersonal in stationären Einrichtungen sowie anhaltende Krisen und Katastrophen angepasst. Unter Moderation der AWMF wurden darauf basierend von der Leitliniengruppe Empfehlungen konsentiert.

Ergebnisse: Nach Update der Literatursuchen und Bewertungen konnte die Leitliniengruppe 8 evidenzbasierte und 4 Expert:innen-Konsens-basierte Empfehlungen konsentieren: Für den Bereich Verhältnisprävention konnten Empfehlungen zu konkreten betrieblichen (strukturellen) Maßnahmen erarbeitet werden, in einer Expert:innen-Konsens-Empfehlung werden dabei zusätzlich auch in der Intensivmedizin bereits erprobte Konzepte von psychischer erster Hilfe, kollegialer psychosozialer Unterstützung und geleiteter strukturierter Vor- und Nachbesprechungen einbezogen. Für den Bereich Förderung des Gesundheitswissens werden Trainings- und Schulungsmaßnahmen sowohl für Mitarbeitende wie auch für Führungskräfte empfohlen. Nach Nutzen-Schaden-Abwägung wurde für Screenings keine Empfehlung ausgesprochen, jedoch darauf hingewiesen, dass die gesetzlich verpflichtende Gefährdungsbeurteilung gerade auch bei Veränderungen der Arbeitsbedingungen in Krisen und Katastrophen zu aktualisieren ist. Zudem werden konkrete psychosoziale Maßnahmen zur individuumsbezogenen Verhaltensprävention empfohlen.

Implikation für Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis: Die Empfehlungen der Leitlinie sollten als wichtiger Baustein der Pandemic Preparedness an stationären Gesundheitseinrichtungen implementiert werden. Im Rahmen des PREPARED Projektes werden Konzepte zur Implementierung erarbeitet und angeboten und ein Konzept zum Monitoring der psychischen Gesundheit von Gesundheitspersonal entworfen.

Förderung: Sonstige Förderung; Projektname: PREPARED(Netzwerk Universitätsmedizin); Fördernummer: 01KX2121