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23. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.

24.09. - 27.09.2024, Potsdam

Cancer-Reg-VT – ein entitäts-unabhängiges Register des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden für die Versorgungs- und Translationsforschung

Meeting Abstract

  • Daniela Piontek - Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC), Dresden, Deutschland
  • Olaf Schoffer - Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Deutschland
  • Thomas Datzmann - Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Deutschland
  • Heiko Böhme - Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC), Dresden, Deutschland
  • Jochen Schmitt - Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC), Dresden, Deutschland; Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Deutschland

23. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung (DKVF). Potsdam, 25.-27.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. Doc24dkvf231

doi: 10.3205/24dkvf231, urn:nbn:de:0183-24dkvf2311

Veröffentlicht: 10. September 2024

© 2024 Piontek et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Analyse prospektiver Registerdaten verbindet kontrollierte Beobachtungen mit der Routineversorgung der Patientinnen und Patienten. Durch die prospektive Datensammlung wird ein integrierter Längsschnittdatensatz für die Untersuchung von Versorgungspfaden und -ergebnissen bereitgestellt. Weiterhin dienen klinische Kohorten und Register als Basis für die Einbettung klinischer Studien. Eine Rücktranslation der Erkenntnisse in die klinische Forschung hat das Potential, die medizinische Innovation schneller und zielgerichteter voranzutreiben.

Zielsetzung: Ziele sind

1.
der Aufbau prospektiver Patientenkohorten mit spezifischen Krebserkrankungen,
2.
die Zusammenführung verschiedener Datenbestände in einem qualitativ hochwertigen Datensatz,
3.
die Untersuchung von behandlungsspezifischen Outcomes, Versorgungswegen, Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz der Versorgung,
4.
die Generierung wissenschafts-relevanter Hypothesen im Bereich Translations- und Outcomes-Forschung.

Methode: Es handelt sich um eine Registerstudie mit prospektivem Follow-up ohne Intervention und Kontrollgruppe. Diese soll perspektivisch alle Patientinnen und Patienten mit der Indexdiagnose Krebs (ICD-10-GM C00-97) umfassen, die am Klinikum behandelt werden und mindestens 18 Jahre alt sind. Messzeitpunkte und Variablen orientieren sich an den Richtlinien des International Consortium for Health Outcomes Measurement. Zu Beginn und im Verlauf der Erkrankung/Behandlung werden Informationen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität erhoben. Darüber werden Daten aus dem Klinikinformations- und Tumordokumentationssystem einbezogen. Zukünftig sollen auch weitere klinische Daten. d.h. Biodaten, Histologien, Daten bildgebender Verfahren sowie Daten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV; Diagnosen, Prozeduren, Verschreibungen) und der klinischen Krebsregister (Diagnosen, Therapien, Verlauf) eingeschlossen werden.

Ergebnisse: Die internen Strukturen, Prozesse und Datenquellen, einschließlich der IT-Schnittstellen, sind weitgehend geschaffen. Die Integration einer Teilnehmerverwaltungssoftware und der Unabhängigen Treuhandstelle zur Verwaltung von Einverständniserklärungen ist etabliert. Seit August 2020 werden Patientinnen und Patienten für zwei Entitäten (kolorektales Karzinom, Pankreaskarzinom) rekrutiert. Bis zum dritten Quartal 2024 ist der Start von Kohorten zum Malignen Melanom sowie zu Magen-/Ösophaguskarzinomen geplant. Für die Verknüpfung der Routinedaten der GKV sowie der Krebsregister wurden Datennutzungsanträge bei den entsprechenden Aufsichtsbehörden gestellt. Bis September 2024 wird eine erste Datenintegration erwartet. Mit Stand März 2024 sind 219 Personen mit Adenokarzinom des Dickdarms (C18), 269 Personen mit Adenokarzinom des Enddarms (C20) und 223 Personen mit Pankreaskarzinom (C25) im Projekt erfasst. Informationen zur Lebensqualität liegen für 583 Betroffene vor.

Implikation für Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis: Für den Erfolg des Vorhabens ist die Zusammenführung von klinischer Expertise, Methodenkompetenz und IT-Infrastrukturbildung von entscheidender Bedeutung. Um die begrenzte Aussagekraft des derzeit noch monozentrischen Projekts zu stärken, ist es das Ziel, das Projekt auf weitere Standorte auszurollen.