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24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.

14.09. - 17.09.2022, Erfurt

Hörqualität, Partizipation und Lebensqualität bei Schüler:innen mit Hörbehinderung an allgemeinen Schulen

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Barbara Bogner - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Heidelberg, DE
  • Manfred Hintermair - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Heidelberg, DE
  • Laura Avemarie - Ludwig-Maximilians-Universität München, München, DE

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e.V.. 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie. Erfurt, 14.-17.09.2022. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2022. Doc061

doi: 10.3205/22dga061, urn:nbn:de:0183-22dga0610

Veröffentlicht: 12. September 2022

© 2022 Bogner et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In der vorliegenden Studie wird zum einen überprüft, inwieweit sich die subjektive Hörqualität unter Einsatz einer drahtlosen Übertragungsanlage (DAÜ) von der Hörqualität ohne DAÜ bei Schüler:innen mit Hörbehinderung in inklusiven Bildungssettings unterscheidet. Zum anderen werden die Zusammenhänge zwischen Hörqualität, kommunikativer Partizipation und Lebensqualität analysiert und geprüft, ob der Zusammenhang von Hörqualität und Lebensqualität durch die kommunikativen Partizipationschancen vermittelt wird.

Methoden: In der Querschnittsstudie beurteilten 156 Schüler:innen mit Hörbehinderung (M = 11.2; SD = 2.6) auf der Grundlage standardisierter Fragebögen die Hörqualität im Unterricht (E-HAK) [1], ihre kommunikativen Partizipationschancen (CPQ-D) [2], [3] und Lebensqualität (KINDLR) [4]. Zur Beantwortung der Fragestellungen werden neben Mittelwertvergleichen und Produkt-Moment-Korrelationen nach Pearson Mediationsanalysen herangezogen.

Ergebnisse: Die Mittelwerte des E-HAK bei Verwendung einer DAÜ sind sowohl auf Itemebene als auch der Ebene des Gesamtwertes signifikant höher als die Mittelwerte des E-HAK ohne den Einsatz einer DAÜ. Der Zusammenhang von subjektiver Hörqualität und Lebensqualität wird durch die kommunikative Partizipation mediiert.

Schlussfolgerungen: Die vorliegenden Ergebnisse unterstützen die Relevanz einer Sensibilisierung und Professionalisierung aller am Bildungsprozess beteiligten Personen für Maßnahmen zur Sicherung der Hörqualität von Schüler:innen mit Hörbehinderung in inklusiven Bildungssettings.


Literatur

1.
Bogner B, Bohnert A, Diller G, Hintermair M, Keilmann A, Wiesner T. Fragebogen zur Einschätzung von Hörsituationen im Alltag von Kindern (E-HAK), Version 2.0. 2020. Verfügbar unter: https://www.ph-heidelberg.de/fileadmin/wp/wp-bogner/Dokumente/Modul_3_E_HAK_2.0_mit_und_ohne_DA%C3%9C.pdf Externer Link
2.
Antia SD, Sabers DL, Stinson MS. Validity and reliability of the classroom participation questionnaire with deaf and hard of hearing students in public schools. J Deaf Stud Deaf Educ. 2007 Spring;12(2):158-71. DOI: 10.1093/deafed/enl028 Externer Link
3.
Hintermair M, Lepold L. Partizipationserleben hörgeschädigter Kinder in der allgemeinen Schule – Eine Studie mit der deutschen Version des Classroom Participation Questionnaire (CPQ-D). Empirische Sonderpädagogik. 2021;2(1):40–63.
4.
Ravens-Sieberer U, Bullinger M. Fragebogen für Kinder (Kid-KINDLR). 2000. Verfügbar unter: https://www.kindl.org/app/download/6191882684/KidKINDL_Kinderversion_7-13J.pdf?t=1502791450 Externer Link