gms | German Medical Science

85. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

03.11.2012, Seeheim bei Darmstadt

Optisch induzierte Rollung vs. Gegenrollung, die vom Gleichgewichtsorgan ausgelöst wird

Meeting Abstract

Search Medline for

  • Klaus-Heiko Wassill - Gießen

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. 85. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. Seeheim bei Darmstadt, 03.-03.11.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rma04

DOI: 10.3205/12rma04, URN: urn:nbn:de:0183-12rma046

Published: October 31, 2012

© 2012 Wassill.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Die vom N. vestibulocochlearis ausgelöste Gegenrollung der Augen ist Ursache eines pathologischen Bielschowsky-Kopfneigetests bei Trochlearisparese. Bei wechselnder Kopfneigung zur Schulter kann man häufig 15 Grad Gegenrollung auslösen. Notwendige Folge dieser physiologischen Rollung ist eine unbewußte Umwertung der retinalen Meridiane. Die optisch ausgelöste Rollung um die Blicklinie dagegen ist bekannt, aber noch nicht quantifiziert.

Methoden: Bei normalen Luftaufnahmen / Filmen wird ein hoher technischer Aufwand betrieben, um den Horizont gerade zu halten, denn ein verkippter Horizont kann schnell Übelkeit auslösen. Mittels 3D-Videookulographie wurde an gesunden, sitzenden Probanden die optisch induzierte Rollung gemessen. Dabei mussten die Probanden Flugvideos von Helmkameras beobachten, die heftige Rotationen des Horizontes um die Blicklinien zeigten. Den haarsträubenden Videos nach hatten die meisten Wing-Suit-Piloten “die letzte Minute” gebucht.

Ergebnisse/Schlussfolgerung: Eine optisch induzierte Rollung ist nur bis maximal 4 Grad auslösbar, eine Reproduzierbarkeit liegt nicht vor. Für die Diagnostik von Störungen der schrägen Augenmuskeln ist die optisch induzierte Rollung nicht geeignet, im Gegensatz dazu ist der vestibuläre Auslöser wesentlich zuverlässiger.