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60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ)

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

13.05. - 15.05.2011, Braunschweig

Das Toxic Schock Syndrom: Variabilität des klinischen Verlaufs

Meeting Abstract

  • L. Junius - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Braunschweig
  • A. Zellmer - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Braunschweig
  • A. Mudler - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Braunschweig
  • A. Sandvoss - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Braunschweig
  • W. Eberl - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Braunschweig
  • H. G. Koch - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Braunschweig

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Braunschweig, 13.-15.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ndgkjPO-19a

DOI: 10.3205/11ndgkj22, URN: urn:nbn:de:0183-11ndgkj228

Published: May 2, 2011

© 2011 Junius et al.
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Text

Einleitung: Das Toxic Schock Syndrom ist eine seltene Erkrankung (Inzidenz ca. 1/100.000 aller Frauen im Alter von 15–44 Jahren), die fulminant verläuft und lebensbedrohlich sein kann (Letalität 2–4%). Pathogenese: Toxin-1 vermittelte Reaktion des Staphylococcus aureus (TSST-1) mit Schädigung des Gefäßendothels und folgendem „capillary leak syndrom“. Diagnostische Kriterien wurden vom Center for Disease Control (CDC) aufgestellt. Es wird eine individuelle Disposition bei Patientinnen vermutet, die diese empfindlicher auf TSST-1 reagieren lässt und somit ein TSS begünstigt.

Zielsetzung: Aufarbeitung und Darstellung des klinischen Verlaufes dreier Patientinnen mit einem Toxic Schock Syndrom (TSS), die in den letzten beiden Jahren in unserer Klinik behandelt wurden.

Methoden: Literatur-Recherche und drei retrospektive Falldiskussionen.

Ergebnisse: Kasuistiken: 3 Patientinnen im Alter von 14–16 Jahren wurden in den vergangenen zwei Jahren in unserer Klinik mit diesem Krankheitsbild stationär behandelt. Die Verläufe waren trotz sofortiger Therapieeinleitung mit staphylokokkenwirksamen Antibiotika und Volumentherapie sehr unterschiedlich. Während sich zwei Patientinnen rasch erholten, entwickelte eine Patientin eine toxische Cardiomyopathie.

Schlussfolgerung: Bei Zeichen eines zunächst unspezifischen Infekts mit Allgemeinsymptomatik ist auch bei jungen Mädchen nach Menstruation und dem Gebrauch von Tampons zu fragen. Eine sofortige antibiotische Behandlung sowie frühzeitige Schocktherapie ist bei dem Verdacht auf das Vorliegen eines TSS unbedingt erforderlich.