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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Welche Funktionen erwarten Versicherte von einer elektronischen Gesundheitsakte?

Meeting Abstract

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  • Hanna Kirchner - Forschungsbeauftragte für das BARMER-Forschungsvorhaben elektronisch Gesundheitsakte, Köln
  • Karl-Heinz Jöckel - Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE), Universität Duisburg-Essen, Essen
  • Hans-Ulrich Prokosch - Lehrstuhl für Medizinische Informatik der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds330

DOI: 10.3205/09gmds330, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds3306

Published: September 2, 2009

© 2009 Kirchner et al.
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Im Forschungsprojekt „BARMER elektronische Gesundheitsakte“, welches Ende 2007 startete, wurden 7920 Versicherte der BARMER schriftlich befragt, welche Funktionen, Inhalte und Möglichkeiten sie von einer elektronischen Gesundheitsakte erwarten. 3538 Befragte antworteten ausführlich und kamen zu folgenden Ergebnissen:

95% der Befragten halten es für notwendig, dass der Arzt Einträge in ihre Gesundheitsakte vornimmt. Das wird als wichtig für die Vollständigkeit und Korrektheit der Daten eingeschätzt. Mehr als 73% würden es begrüßen, wenn auch die Krankenversicherung für die Versicherten interessante Daten in die Akte einstellt. 71% halten es für wichtig, dass sie auch selber persönlich Daten und Informationen in die Akte eintragen können. Demgegenüber gaben 95% der Aktennutzer bei einem Online Survey dieses als wichtig an.

Auf Fragen zur Funktion einer Gesundheitsakte antworteten die Versicherten zu 69%, dass ein Impfplaner wichtig sei. 66% möchten aktuell von ihrem Arzt erhobene Untersuchungsbefunde oder Dokumente in die Akte bekommen. 57% wünschen sich die automatisierte Übernahme von Messergebnissen aus ihren Geräten (z.B. Blutdruck, Puls, Schrittzähler) in die Akte. Deutlich weniger wurden ein Online-Konsultation (34%) sowie eine SMS-Erinnerung an die Medikamenteneinnahme (21%) oder Arzttermine (42%) benötigt.

Im Gegensatz zur Befragung vor Einsatz der Akte zeigen die Daten der tatsächlichen Nutzung, dass verschiedene weitere Möglichkeiten wie Kalenderfunktionen, Gesundheitsratgeber, Vergabe von Berechtigungen an Dritte, Notfallzugriffe etc. genutzt werden.

Auch bei dieser Befragung zeigt sich, dass die Kenntnis von Existenz und Möglichkeit einer elektronischen Gesundheitsakte nur sehr begrenzt vorhanden ist und deshalb auch die Einschätzung der Möglichkeiten beeinträchtigt.


Literatur

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Kaelber DC, Jha AK, Johnston D, Middleton B, Bates DW. A research Agenda for Personal Health Records (PHRs). J Am Med Inform Assoc. 2008;15:729-36.
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