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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Transfer von KIS-Daten an das Epidemiologische Krebsregister - Analyse und Proof-Of-Concept für Single Source Systeme

Meeting Abstract

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  • Bernhard Breil - Universität Münster, Münster
  • Martin Dugas - Universität Münster, Münster

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds289

DOI: 10.3205/09gmds289, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2890

Published: September 2, 2009

© 2009 Breil et al.
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Einleitung / Hintergrund: Tumorerkrankungen zählen weltweit zu der zweithäufigsten Todesursache und sind daher im Fokus vieler Studien. Um Analysen zu Inzidenzen, Trends und Umwelteinflüssen durchzuführen sind Ärzte in Deutschland gesetzlich verpflichtet Basisdaten in elektronischer Form an das Epidemiologische Krebsregister (EKR) zu melden. Dazu stellt das EKR Nordrhein-Westfalen das Tool EPICan http://www.krebsregister.nrw.de/ zur Verfügung. Dessen Dateneingabe ist jedoch getrennt von der ärztlichen Dokumentation, die teilweise 25% der täglichen Arbeitszeit ausmacht [1], obwohl einige der Daten für die Meldung bereits im Krankenhausinformationssystem (KIS) vorliegen.

Material und Methoden: Wir haben für den Meldevorgang an das EKR NRW am Universitätsklinikum Münster analysiert, welche Angaben in der Meldung verpflichtend sind und diese mit vorhandenen KIS-Daten verglichen und ein Konzept entworfen, das das aktuelle Meldeverfahren optimiert. Das Konzept wurde vom zuständigen Datenschutzbeauftragten geprüft und freigegeben.

Ergebnisse: Aktuell werden Meldungsdaten redundant in EPICan eingegeben. EPICan verfügt über eine Import-Funktion, mit der schemakonforme XML Dateien eingelesen werden können. Diese Datei enthält verpflichtende Daten wie Identitätsdaten und Diagnosen, optional hingegen sind Informationen über pathologische Befunde und weitere Kodierungen. Identitätsdaten und Diagnosen sind aufgrund von Abrechnungszwecken und Qualitätssicherung bereits strukturiert vorhanden. Ergänzen mussten wir die Informationen, ob der Patient über die Meldung informiert wurde und ob er weiteren Kontaktaufnahmen zustimmt.

Wir haben die Patientendaten mit einem Report aus dem KIS ORBIS® exportiert und ein Programm implementiert, das diese Daten in eine schema-konforme XML Datei konvertiert. Mit EPICan haben wir diese XML Datei importiert und elektronisch übermittelt. Ein Proof-of-Concept wurde mit 200 Patienten erbracht, eine Überführung in den Routine Betrieb soll nun erfolgen.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Beim Vergleich mit ähnlichen Analysen in Großbritannien [2] konnten wir eine bessere Datenqualität feststellen, da Informationen aus Qualitätssicherungs- und Abrechnungsgründen ausführlich dokumentiert wurden. KIS Daten sind für die Pflichtmeldung an das Epidemiologische Krebsregister geeignet und helfen durch Vermeidung von Doppelerfassung den Meldevorgang zu optimieren.


Literatur

1.
Ammenwerth E, Spötl HP. The Time Needed for Clinical Documentation versus Direct Patient Care - A Work-sampling Analysis of Physicians’ Activities. Methods of Information in Medicine. 2009;48:84-91.
2.
Pascoe SW, Neal RD, Heywood PL, Allgar VL, Miles JN, Stefoski-Mikeljevic J. Identifying patients with a cancer diagnosis using general practice medical records and Cancer Registry data. Fam Pract. 2008;25:215-20.