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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Anforderungen an die Ausgestaltung einer Smart Object basierten Dienstleistung zur Optimierung der Patientenlogistik im Krankenhaus

Meeting Abstract

  • Michael Seitz - Fraunhofer ATL, Nürnberg
  • Franziska Jehle - Fraunhofer ATL, Nürnberg
  • Stephanie Schmitt-Rüth - Fraunhofer ATL, Nürnberg
  • Johannes Kriegel - Fraunhofer ATL, Nürnberg

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds083

DOI: 10.3205/09gmds083, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0836

Published: September 2, 2009

© 2009 Seitz et al.
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Einleitung und Hintergrund: Das Konzept der Patientenlogistik umfasst die Koordination der begleiteten und nichtbegleiteten Bewegung und Unterbringung von ambulanten und stationären Patienten innerhalb eines Krankenhauses und stellt ein geeignetes Instrument dar, um dem Wettbewerb und Kostendruck in der Krankenhausversorgung zu begegnen [1]. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Optimierte Logistik für Patienten unter Einsatz von Smart Objects" werden Gestaltungsstrategien für eine optimierte Patientenlogistik identifiziert sowie unterstützende Dienstleistungen und Technologien entwickelt. Der Einsatz von Smart Objects in einem drahtlosen Sensornetzwerk ermöglicht die Lokalisierung der Patienten und die Übermittlung aktueller Behandlungsinformationen [2].

Welche Anforderungen ergeben sich aus der Patientenlogistik an die Ausgestaltung einer Smart Object basierten Dienstleistungslösung?

Material und Methoden: Ein erster Schritt beinhaltet die Analyse der Systemumgebung. Mit der Anwendung von Kreativitätstechniken und Befragungen werden Anforderungen erhoben, die Grundlage für die Gestaltung der Technologie sind und die Auswahl des prototypischen Anwendungsbereiches bestimmen. Die Abgrenzung des Anwendungsbereichs wird anhand organisatorischer, geografischer und prozessbezogener Dimensionen vorgenommen und umfasst mehrere Leistungsstellen und spezifische Patientenpfade.

Weitere Aktivitäten sind die Analyse der Prozesse sowie die Erhebung der IT-Strukturen im definierten Anwendungsbereich.

Ergebnisse: Aktuelles Ergebnis ist ein gewichteter Anforderungskatalog, der die Ansprüche der verschiedenen Interessensgruppen berücksichtigt.

Das Technologiedienstleistungsbündel soll die patientenorientierte Leistungserbringung, die abteilungsübergreifende Koordination sowie Flexibilität und Effizienz in Abstimmungssituationen unterstützen.

Anforderungen an die Optimierung sind die Minimierung von Wartezeiten, die Bündelung von Leistungen und die Maximierung der Ressourcenauslastung [3]. Technologie und Dienstleistung müssen flexibel an individuelle Bedürfnisse angepasst werden können.

Davon abgeleitete Anforderungen an den prototypischen Anwendungsbereich sind Repräsentativität der betrachteten Prozesse, Verbesserungspotenzial hinsichtlich Qualität und Effizienz der Versorgung sowie technische Beherrschbarkeit. Die Bedarfe einer Lokalisierung und Echtzeitoptimierung sollen durch Komplexität und Dynamik der Patientenpfade gegeben sein.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Der medizinische Anwendungsbereich stellt heterogene Ansprüche an die Prozessunterstützung. In Abhängigkeit der eingesetzten Ressourcen in den einzelnen Leistungsstellen werden unterschiedliche Optimierungsziele verfolgt [3]. Des Weiteren verhindern Datenschutzaspekte die vollständige Erfassung aller Patienten [4] und beeinflussen möglicherweise das Gesamtsystem.


Literatur

1.
Kriegel J, Jehle F. Warten bis der Arzt kommt - Service- und Kundenorientierung durch optimierte Patientenlogistik im Spitalsbereich. ÖKZ. 2009;03:19-21.
2.
Pflaum A, Hupp J. Sensornetzwerke und Lokalisierungsverfahren als Schlüsseltechnologien für die intelligente logistische Umwelt von morgen. In: Bullinger HJ, Hompel M, Hrsg. Internet der Dinge. Berlin Heidelberg: Springer; 2007. p. 111-113.
3.
Strasser M. Zur Selbstorganisation der Patientenlogistik mit allgegenwärtigen Rechnern. In: Wulf V, Haake J, Herrmann T, Krcmar H, Schlichter J, Schwabe G, Ziegler J, Hrsg. Schriften zu Kooperations- und Mediensystemen, Band 19. Duisburg; 2008. p. 19.
4.
Thielmann H. Datenschutz und Datensicherheit - Kritische Erfolgsfaktoren für eHealth. In: Eberspächer J, Picot A, Braun G. eHealth: Innovations- und Wachstumsmotor für Europa. Berlin Heidelberg: Springer; 2006. p. 197.