gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

Retrospektive aus dem ärztlichen Berufsalltag: Systematische Evaluation des Reformstudiengangs Medizin an der privaten Universität Witten/Herdecke aus der Absolventenperspektive

Poster

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma096

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Published: October 23, 2006

© 2006 Schlett et al.
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Hintergrund: Die zentralen Merkmale des reformierten Medizinstudiums an der Universität Witten/Herdecke (UWH) sind:

  • Verknüpfung von Theorie und Praxis
  • Fokussierung von Problem orientiertem Lernen (POL)
  • Integration von persönlichkeitsbildenden und ethischen Fragestellungen.

Seit 1989 verlassen Medizinstudierende als Ärztinnen/-e die UWH und haben heute bis zu 16 Jahre Berufserfahrung.

Methoden: Die UWH generierte in Kooperation mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) einen Fragebogen, der

  • Basisdaten
  • eine quantitative und qualitative Studiumsevaluation
  • sowie die Beschreibung der momentanen Berufssituation der Alumni erhob.

Von insgesamt 35 Fragen wurden die Mehrzahl mit einer 6-Punkte-Likert-Skala (1=“sehr gut“ 6=“sehr schlecht“) bewertet. Die Ergebnisse der UWH (58% Rücklaufquote, n=264) wurden mit nationalen Daten von 34 staatlichen Medizinfakultäten verglichen.

Die Ergebnisse der UWH zeigten

Stärken in (Mittelwert, Likert-Skala)

  • Gesamtbewertung des Studiums (2,03; national 3,5)
  • Praxisorientierung (1,43; national 4,19)
  • Interdisziplinären Aspekten (1,99; national 3,80).

Schwächen in

  • Grundlagenwissen (2,55; national 2,31)
  • Forschungskompetenz (4,45; national 3,90)
  • Betriebswirtschaftlicher Kompetenz (4,95; national 5,65).

Zusammenfassung: Aus der Perspektive des ärztlichen Berufsalltags bewertet, vermittelt das Medizinstudium in Witten/Herdecke erfolgreich und in hohem Ausmaß praktische ärztliche Fähigkeiten. Gleichzeitig werden Defizite in der Vermittlung forschungs- und betriebswirtschaftlicher Kompetenz deutlich. Hieraus ergeben sich wichtige Fragestellungen:

1.
Welche der konstatierten Defizite bestehen bis heute?
2.
Wie kann dieses Feedback in die Weiterentwicklung des Studiums einbezogen werden?
3.
Mit welcher Systematik und Infrastruktur kann die wichtige Perspektive von Absolventen regelmäßig erfasst werden?