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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
96. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
51. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

26. - 29.10.2010, Berlin

Zwei Jahre nach Einführung einer internetbasierten virtuellen Fallsammlung in den curricularen Studentenunterricht an einer orthopädischen Universitätsklinik: Analyse des Nutzungsverhaltens und Lernerfolgs

Meeting Abstract

  • M. Wünschel - Universitätsklinikum Tübingen, Orthopädische Klinik und Poliklinik, Tübingen, Germany
  • U. Leichtle - Universitätsklinikum Tübingen, Orthopädische Klinik und Poliklinik, Tübingen, Germany
  • T. Kluba - Universitätsklinikum Tübingen, Orthopädische Klinik und Poliklinik, Tübingen, Germany
  • N. Wülker - Universitätsklinikum Tübingen, Orthopädische Klinik und Poliklinik, Tübingen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 96. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 51. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 26.-29.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocPO23-1420

DOI: 10.3205/10dkou687, URN: urn:nbn:de:0183-10dkou6875

Published: October 21, 2010

© 2010 Wünschel et al.
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Fragestellung: Moderne Unterrichtskonzepte zur Ausbildung von Medizinstudenten beinhalten das Konzept des E-Learnings mit virtuellen Patienten in multimedialer, interaktiver Weise. Nachdem verschiedene Autoren unserer Klinik eine solche interaktive Fallsammlung mit 12 virtuellen orthopädischen Patienten erstellt hatten, und diese im Wintersemester 2006/2007 erstmals in großem Umfang im Rahmen curricularer Lehrveranstaltungen einsetzten, wurde im WS 2008/2009 erneut eine Evaluation durchgeführt und ausgewertet, um dieses Lehr-Instrument entsprechend seiner Stellung und Effektivität auf die studentische Ausbildung einzuschätzen.

Methodik: Im Wintersemester 2008/09 nahmen 160 Studierende der Medizin an der Studie teil.Vor der orthopädischen Praktikumswoche wurde eine Klausur zur Erlangung eines Ausgangswertes geschrieben. Die Studierenden hatten dann 5 Tage Zeit 7 vorgegebene virtuelle Patienten im System abzuarbeiten. Danach wurde erneut eine Klausur geschrieben, um den Lerneffekt zu beurteilen. Anhand der Logindaten der Benutzer können des Weiteren Rückschlüsse auf die Nutzungsangewohnheiten gezogen werden. Außerdem erstellt die Software verschiedene Scores, die einen Vergleich der Leistungen der Studierenden bezüglich der Lösung der verschiedenen Patientenfälle mit einer Expertenmeinung vergleicht. Zusätzlich wurde das System noch von den Studierenden anhand eines Fragebogens evaluiert. Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Das Durchschnittsalter der Studierenden lag bei 24,9 Jahren, 60% waren weiblich. Das System wurde überwiegend alleine am Privatrechner mit einer schnellen Internetverbindung benutzt und die Patientenfälle mehrheitlich in nur einer Sitzung bearbeitet. Die mittlere Nutzungsdauer pro Studierendem betrug etwa 260 Minuten, am häufigsten wurden die Fälle am Nachmittag bearbeitet, aber auch nachts wurde das System ausgiebig benutzt.

Bezüglich der Effektivität des Lernerfolges zeigte sich, dass sich die Klausurergebnisse nach Systemnutzung signifikant verbesserten, wobei die Bearbeitungszeit keinen Einfluss darauf zu haben schien. Im Gegensatz dazu zeigte eine längere Nutzungsdauer einen positiven Effekt auf das Abschneiden im Vergleich zur Expertenmeinung. Die Benutzung des Inmedea Simulators ist eine effektive Methode, die Lernleistung der Studierenden zu erhöhen. Beim Nutzungsverhalten zeigt sich, dass die Vorteile des Internet wie freie Zeiteinteilung oder Multimedialität ausgenutzt und positiv bewertet werden.