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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Anatomische Lagevariationen bei Thymomen und ihre individuelle Therapie

Meeting Abstract

  • Verena Grimm - Klinikum Bayreuth, Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Bayreuth
  • Jens Krugmann - Klinikum Bayreuth, Insitut für Pathologie, Bayreuth
  • Michael Vieth - Klinikum Bayreuth, Insitut für Pathologie, Bayreuth
  • Thomas Anger - Klinikum Bayreuth, Kardiologie, Pneumologie, internistische Intensivmedizin, Bayreuth
  • Claus Steppert - Klinikum Bayreuth, Kardiologie, Pneumologie, internistische Intensivmedizin, Bayreuth
  • Klaus Henneking - Klinikum Bayreuth, Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Bayreuth

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFV 1.9

DOI: 10.3205/11dgt48, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt481

Published: September 19, 2011

© 2011 Grimm et al.
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Thymome treten mit einer Inzidenz von ca 1/1 Mio Einwohner auf und sind nicht selten Zufallsbefunde. In einem maximalversorgenden Zentrum für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie haben wir im Zeitraum 01/2007 bis 05/2011 9 Patienten an einem Thymom operiert. Extramediastinale Lage von Thymomen in 33% der Fälle erschwerten die Primärdiagnostik und das therapeutische Vorgehen.

Retrospektiv wurden diese 9 Patienten analysiert. 66% der Patienten waren weiblich (6/9), Alter 66,1±9,9 Jahre. Die Indikation zur Operation ergab sich in 3/9 aufgrund einer Myasthenia gravis (Alter 61,7±8,2 Jahre). In 3/9 fand sich als radiologischer Zufallsbefund ein im Mittel 8 cm großer mediastinaler Prozess. In 3/9 bestanden präoperativ andere Verdachtsdiagnosen. Der operative Zugangsweg war in 4/9 die mediane Sternotomie, in 4/9 die anterolaterale Thorakotomie und in 1/9 ein Kocher’scher Kragenschnitt.

Die histologische Untersuchung ergab in einem Fall ein Thymus-Carcinom. Die übrigen Thymome zeigten nach WHO histologische Sybtypen A (3/9), Typ AB (3/9) und Typ B1 (2/9). Bezüglich der Klassifikation nach Masaoka befanden sich 7/9 Patienten im Stadium I, 1/9 im Stadium II. Das Thymuscarcinom wurde als Stadium IVb klassifiziert.

In 3/9 (33%) zeigte die Primärdiagnostik extramediastinale Raumforderungen. Hiervon zeigte sich in 1/3 in der Schilddrüsenloge sonographisch ein extrathyreoidaler Knoten mit V.a. Lymphknotenmetastase. Der Befund konnte postoperativ histologisch als extramediastinales Thymom zugeordnet werden. In 2/3 imponierte in einer Stanzbiopsie immunhistochemisch eine kleinzellige Variante eines Plattenepithelcarcinoms. Hier erfolgte die Tumorextirpation über eine rechtsseitige Thorakotomie mit Perikardresektion und Perikardpatch. Histologisch konnte hier postoperativ jeweils ein intrathorakales Thymom gesichert werden.

In 33% führte die extramediastinale Lage der Thymome zu präoperativen diagnostischen Fehleinschätzungen. Die seltene Entität eines extramediastinalen Thymoms muss differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden und benötigt individuelle chirurgische Therapie.