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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Mediastinales Lymphknotenstaging beim operierten Bronchialkarzinom: Evaluierung der routinemäßigen präoperativen PET-CT an dem Goldstandard der postoperativen Histologie

Meeting Abstract

  • Frank Noack - Kliniken Mariahilf GmbH, Klinik für Thoraxchirurgie, Mönchengladbach
  • Vladimir Kamlak - Kliniken Mariahilf GmbH, Klinik für Thoraxchirurgie, Mönchengladbach
  • Andreas Meyer - Kliniken Mariahilf GmbH, Klinik für Thoraxchirurgie, Mönchengladbach
  • Daniela Knollmann - Kliniken Mariahilf GmbH, Klinik für Thoraxchirurgie, Mönchengladbach
  • Wolfgang Schäfer - Mariahilf Kliniken GmbH, Klinik für Nuklearmedizin, Mönchengladbach

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFV 1.1

DOI: 10.3205/11dgt40, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt403

Published: September 19, 2011

© 2011 Noack et al.
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Text

Zielsetzung: Das mediastinale Lymphknotenstaging bestimmt die Behandlungsstrategie beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC). Die PET-CT ist derzeit das zuverlässigste nicht-invasive Verfahren zur Beurteilung der mediastinalen Lymphknoten. Ziel ist die Ermittlung der Übereinstimmung des präoperativen mediastinalen Lymphknotenstagings durch die PET-CT und der postoperativen Histologie bei primär operierten Patienten.

Methode: Ausgewertet wurden alle primär zwischen 1/09–12/10 komplett operierten Patienten mit gesicherten NSCLC. OP-Indikation waren N-Stadien bis single level N2. Alle Pat. erhielten präoperativ eine PET-CT. Komplette Operation bedeutet anatomiegerechte Resektion mit systematischer radikaler Lymphadenektomie. Die Lymphadenektomie rechts erfasst die Stationen 2, 4, 7, 8, 9, 10, 11+ und links 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11+ (AJCC 1997). Die PET-CT wurden retrospektiv von einem erfahrenen Untersucher (>5000 PET-CTs) bzgl. des mediastinalen LK-Befalls stationsweise als malignomtypisch/ malignomsuspekt/Nichtbefall bewertet. Es erfolgte eine Kreuztabellenanalyse mit den histologischen N-Stadien (N0, N1, N2, N2multi (N2m)).

Ergebnis: 112 Patienten (39 w) wurden im o.g. Zeitraum komplett operiert (Alter 64,7±8,5a), die dissezierte Lymphknotenanzahl betrug im Mittel 27,9. Für die in der PET-CT malignomtypischen Befunde stimmte in 86/112 Fällen (77%, p<0,0001) das N-Stadium mit dem postoperativen Ergebnis überein, in 9 Fällen überschätzte, in 17 Fällen unterschätzte die PET-CT den Befall, in 5/17 Fälle wurde ein N2m nicht identifiziert. Für die in der PET-CT malignomtypischen und -suspekten Befunde stimmte in 74/112 Fällen (66%, p<0,0001) das N-Stadium mit dem postoperativen Ergebnis überein, in 25 Fällen überschätzte, in 13 Fällen unter-schätzte die PET-CT den Befall, in 5/13 Fälle wurde ein N2m nicht identifiziert.

Schlussfolgerung: In nur 5/112 operierten NSCLC Patienten fand sich postoperativ ein mediastinaler Lymphknotenbefall (N2m), dessen Kenntnis ein primär operatives Vorgehen ausgeschlossen hätte. Wird die PET-CT Untersuchung bzgl. des richtigen therapeutischen Procederes gewertet liegt die Fehlerquote unter 5%. Bzgl. des korrekten N-Stadiums beträgt die Übereinstimmung PET-CT vs. Histologie 77% (malignomtypische Befunde) resp. 66% (malignomsuspekte und -typische Befunde). Die Hinzunahme der malignomsuspekten Befunde in der PET-CT reduziert die Anzahl der mittels PET-CT unterschätzen N-Stadien um 4 Fälle, erhöht aber im Gegenzug die Anzahl der überschätzen N-Stadien um 16 Fälle.