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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Chirurgische Therapie des Aspergilloms der Lunge

Meeting Abstract

  • Jan op den Winkel - Thoraxklinik, Thoraxchirurgie, Heidelberg
  • Joachim Pfannschmidt - Thoraxklinik, Thoraxchirurgie, Heidelberg
  • Hendrik Dienemann - Thoraxklinik, Thoraxchirurgie, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocHS 10.4

DOI: 10.3205/11dgt20, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt209

Published: September 19, 2011

© 2011 op den Winkel et al.
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Zielsetzung: Unter einem Aspergillom versteht man die lokalisierte Form der Aspergillose. Es entsteht meist in präformierten Höhlen durch eine Ansammlung von Pilzmyzelien und Zelldetritus und bildet eine kugelige Struktur. Prädisponierende Faktoren sind u.a. Tuberkulose, Bronchieketasen und maligne Erkrankungen. Die Indikation zur OP leitet sich ab aus dem Risiko einer Gefäßarrosion und septischer Komplikationen er meist immuninkompetenten Patienten. Untersucht werden sollen neben OP-Indikationen die chirurgischen Verfahren sowie postoperative Komplikationen bei diesem insgesamt seltenen Krankheitsbild.

Methode: Insgesamt wurden 29 Patienten mit Aspergillom zwischen 2000 und 2011 einem thoraxchirurgischen Eingriff unterzogen. Das Kollektiv bestand aus 17 Männern und 12 Frauen zwischen 12 und 80 Jahren (Median: 56 J.). Die Indikation zur thoraxchirurgischen Intervention wurde gestellt bei rezidivierenden Hämoptysen und Infekten sowie therapierefraktärem Fieber.

Ergebnis: Bei sämtlichen Patienten wurde ein offenes chirurgisches Vorgehen mittels Thorakotomie gewählt. Überwiegend waren die apikalen Anteile der Lunge durch das Aspergillom betroffen. 21 Patienten (72%) wiesen einen Befall des Oberlappens auf, während der Pilzbefall bei 2 Patienten im Mittel- und bei 5 Patienten im Unterlappen lokalisiert war. Das Resektionsausmaß wurde anhand von Größe und Lokalisation des Aspergilloms sowie Infiltration der umgebenden Strukturen gewählt. Insgesamt wurden 1 Bilobektomie, 8 Lobektomien, 3 Mehr-Segment- und 7 einfache Segmentresektionen sowie 9 Keilresektionen durchgeführt. Bei 6 Patienten (21%) waren ein- oder mehrmalige operative Revisionen notwendig. Ursächlich waren Bronchusstumpfinsuffizienzen, Parenchymfisteln und Nachblutungen. Ein Patient unter Immunsuppression verstarb im postoperativen Verlauf. Die operative Letalität lag somit bei 3,7%.

Schlussfolgerung: Aufgrund aktuell eingeschränkter Wirksamkeit von medikamentösen und interventionell-radiologischen Therapiemöglichkeiten ist die elektive operative Resektion von Aspergillomen zur Vermeidung schwerwiegender Komplikationen empfohlen. Bei ausreichender operativer Erfahrung sind die zumeist anspruchsvollen Eingriffe mit vertretbar geringer Eingriffsletalität durchführbar.