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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Komplikationen bronchialer Anastomosen nach Lungentransplantation: Management und Outcome eines low volume centers

Meeting Abstract

  • Dirk Wagnetz - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Martin Germann - Universitätsklinik Freiburg, Pneumologie, Freiburg
  • Andreas Kirschbaum - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Bernward Passlick - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocHS 7.4

DOI: 10.3205/11dgt08, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt085

Published: September 19, 2011

© 2011 Wagnetz et al.
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Zielsetzung: Im Schnitt entwickelt jeder 5. Patient Komplikationen mit bronchialen Anastomosen nach Lungentransplantation. Wir beschreiben hier die Häufigkeit und das Management von Komplikationen mit bronchialen Anastomosen aus der Sicht des Zentrums Uniklinik Freiburg.

Methode: Von 2003 bis 2010 wurden an der Uniklinik Freiburg Abteilung für Thoraxchirurgie 58 Lungentransplantationen durchgeführt, davon 49 Doppellungen und 9 Einzellungen. Spenderlungen wurden alle mit Perfadex® perfundiert. Die Nahttechnik für die Bronchialanastomosen wurde 2007 geändert von fortlaufender Naht der Pars membranacea mit Einzelknopfnähten der Vorderwand auf eine fortlaufende Einzelnaht. Es erfolgte eine retrospektive Analyse hinsichtlich Komplikationen mit bronchialen Anastomosen auf dem Boden der regelmässigen Nachsorge in unserer Lungentranplantations Ambulanz.

Ergebnis: Die Inzidenz von Komplikationen der Bronchialanastomosen nach Lungentransplantation betrug 6.8% (4/58 Patienten). Grunderkrankungen waren bei 3 Patienten eine COPD, bei einem Patienten wurde eine HLTX bei Eisenmenger-Syndrom durchgeführt. Zwei verschiedene Verlaufsformen wurden beobachtet: eine Stenosenentwickluing distal der Anastomose und in drei Fällen Dehiszenzen der Anastomosen auf dem Boden von Nekrosenentwicklungen. Der Patient mit Stenosenentwicklung im linken Oberlappen und Bronchus intermedius wurde erfolgreich dilatiert bzw. mit Stent versorgt. Die anderen 3 Patienten mit Anastomosendehiszenzen wurden in einem Fall konservativ ohne weitere Interventionen versorgt, ein Patient wurde operativ revidiert mit Interkostalmuskelplastik, und der dritte Patient entwickelte beidseitige Nekrosen / Dehiszenzen Grad IV auf dem Boden einer multiresistenten Pseudomonas aeruginosa-Sepsis mit prolongierter Beatmung und verstarb. Die Mortalität durch Komplikationen mit Bronchialanastomosen nach Lungentransplantation betrug 1,7% (1/58).

Schlussfolgerung: Verglichen mit internationalen Literaturdaten und einer Inzidenz von Komplikationen der Bronchialanastomosen zwischen 2 und 33% kann durch sorgfältiges Management in einem low volume center für Lungentransplantationen die Inzidenz und Mortalität für Bronchialanastomosen-Komplikationen nach Lungentransplantation sehr niedrig gehalten werden.