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49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

06.10.-08.10.2011, Ulm

Intraoperative 3 D C-Bogen Bildgebung zur Repositionskontrolle bei Jochbeinfrakturen

Meeting Abstract

  • corresponding author Frank Wilde - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Ulm
  • Ann-Kathrin Ebner - Universität Ulm, Department für Zahnheilkunde, Ulm
  • Frank Mascha - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Ulm
  • Kai Lorenz - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Ulm
  • Alexander Schramm - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Ulm, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpw109

DOI: 10.3205/11dgpw109, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpw1096

Published: December 7, 2011

© 2011 Wilde et al.
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Fragestellung: Die Computertomographie (CT) hat sich als Standardbildgebung bei Mittelgesichtsfrakturen durchgesetzt. In der CT zeigen Jochbeinfrakturen häufig als Begleitverletzung eine Fraktur des Orbitabodens und der lateralen Orbitawand. In vielen Fällen erscheint durch die alleinige Reposition Jochbeins eine geschlossene Reposition der Orbitawände möglich. Um die Reposition intraoperativ zu kontrollieren, ist jedoch eine intraoperative Bildgebung unabdingbar. Dies kann mit 3D C-Bögen erzielt werden. Ziel der Studie war es die Aussagekraft der intraoperativen 3D C-Bogen Bildgebung bei der Versorgung von Jochbeinfrakturen mit Beteiligung der Orbita zu evaluieren.

Methode: Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden 43 Patienten mit Jochbeinfrakturen mit Orbitawandbeteiligung nach folgendem Vorgehen operiert. (1) Primärdiagnostik mittels CT, (2) offene Jochbeinreposition und Osteosynthese über einen enoralen Zugang (n=36) oder geschlossene Reposition mittels Hakenzug (n=7), (3) intraoperative 3D C-Bogen Kontrolle, (4) postoperativ CT Kontrolle. Ausgeschlossen wurden Frakturen, die aufgrund ihrer Dislokation eine primäre Indikation zur Orbitarekonstruktion darstellten. Von 43 operierten Patienten konnten retrospektiv 23 für eine klinische Nachuntersuchung gewonnen werden.

Ergebnisse: Bei 2 der 43 Patienten entschloss man sich intraoperativ bereits vor der 3D C-Bogen Bildgebung zur sofortigen Rekonstruktion der Orbita. Bei 3 Patienten wurde nach der intraoperativen Bildgebung eine Orbitawandrekonstuktion indiziert. Bei 1 Patienten wurde die Stellung des Jochbeins intraoperativ korrigiert. Bei den übrigen 37 Patienten wurde die Reposition der Frakturen einschließlich der Orbita und die Lage des Osteosynthesematerials intraoperativ als suffizient beurteilt. Bei keinem Patienten war nach anschließender postoperativer CT eine weitere Revisionsoperation notwendig. Von den 23 nachuntersuchten Patienten klagte einer über persistierende Doppelbilder. Diese waren jedoch CT-morphologisch nicht erklärbar. Bei den übrigen Patienten kam es weder zur Entwicklung von Doppelbildern noch zur Ausbildung eines Enophthalmus.

Schlussfolgerung: Die intraoperative 3D C-Bogen Bildgebung stellt ein effizientes Verfahren zur intraoperativen radiologischen Beurteilung nach Reposition von Jochbeinfrakturen mit Orbitawandbeteiligung dar. Die Qualität der Bilder erreicht zwar nicht die Qualität einer multislice CT, doch lassen sich die wichtigen knöchernen Strukturen des lateralen Mittelgesichts und der Orbita in Bezug auf Reposition und Lage des Osteosynthesematerials ausreichend beurteilen. Die Ergebnisse der Studie implizieren desweiteren, dass eine zusätzliche postoperative CT i.d.R. entbehrlich ist. Ein solches Vorgehen kann somit die Operationszeiten und die Morbidität des Eingriffes reduzieren. Desweiteren ließe sich durch den Verzicht auf die postoperative Bildgebung die Strahlenexposition der Patienten reduzieren.