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43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

13.09. - 15.09.2012, Bremen

Die Serotoninantagonisten (Methysergid, Cinanserin, Ketanserin) reduzieren das Verbrennungsödem und die Leukozyten-Endothel-Interaktion im Rattenmodell

Meeting Abstract

  • presenting/speaker J.-F. Hernekamp - BGU Ludwishafen, VHPC, Ludwigshafen, Germany
  • S. Hu - BGU Ludwishafen, VHPC, Ludwigshafen, Germany
  • K. Schmidt - Universität Heidelberg, Klinik für Anästhesiologie, Heidelberg, Germany
  • A. Walther - Katharinenhospital Stuttgart, Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Stuttgart, Germany
  • M. Lehnhardt - BGU Ludwishafen, VHPC, Ludwigshafen, Germany
  • T. Kremer - BGU Ludwishafen, VHPC, Ludwigshafen, Germany

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 17. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Bremen, 13.-15.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocFV42

DOI: 10.3205/12dgpraec053, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpraec0538

Published: September 10, 2012

© 2012 Hernekamp et al.
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Einleitung: Bei Verbrennungen von mehr als 20% der Körperoberfläche tritt eine systemische Verbrennungskrankheit mit einem generalisierten Ödem auf. Vorangegangene Arbeiten zeigten, dass eine Verbrennungskrankheit durch einen Transfer von Verbrennungsplasma in gesunden Ratten induziert werden kann. Die aktuelle Studie untersuchte, ob die systemische Gabe der Serotoninantagonisten Methysergid, Cinanserin und des hochspezizifischen Ketanserin die Verbrennungskrankheit nach Verbrennungsplasmatransfer reduzieren kann.

Methode: Die thermische Verletzung wurde als Verbrühung gesetzt (100°C, 10 s, 30% KOF). Spendertiere wurden 4 h posttraumatisch euthanasiert und das Plasma gewonnen. Dieses Plasma wurde als 10%-Verdünnung Tieren der Positivkontrolle infundiert. Studientiere erhielten Plasma von Spendertieren (10% verdünnt), und zusätzlich entweder Methysergid (1 mg/KgKG) oder Cinanserin (5 mg/KgKG) oder Ketanserin 1 mg/KgKG intravenös infundiert. Negativkontrollen erhielten Sham-Burn Plasma (37°C, 12 s, 30% KOF). Die Untersuchung erfolgte intravitalmikroskopisch am Rattenmesenterium nach 0, 60 und 120 min. Die Ödembildung wurde mittels FITC-Albuminextravasation gemessen, die Leukozytenendothelinteraktion wurde durch rollende und adhärente Leukozyten quantifiziert. Zur Validierung des Versuches wurden die Blutflussgeschwindigkeit, die Wandscherrate und makrohämodynamische Parameter beurteilt. Die statistische Auswertung erfolgte als ANOVA mit Bonferroni-Korrektur. Unterschiede waren signifikant wenn p<0,05.

Ergebnisse: Der Verbrennungsplasmatransfer führt zu einem signifikanten Anstieg der Albuminextravasation. Die Ödembildung nach Sham-Burn Plasma Transfer ist im Vergleich signifikant geringer (p<0,05). Die systemische Gabe aller verwendeten 5-HT-Antagonisten reduziert die FITC-Albuminextravasation auf das Niveau der Negativkontrolle (Shamburn vs. Methysergid (p=0.002) oder Cinanserin (p<0.001) oder Ketanserin (p<0.05) oder Burn (p<0,05). Alle Gruppen zeigen im Zeitverlauf eine gesteigerte Zahl rollender und adhärenter Leukozyten. Die verabreichten Antagonisten reduzieren die Zahl der „Roller“ und „Sticker“.

Diskussion: Der Transfer von Verbrennungsplasma induziert in gesunden Tieren eine Verbrennungskrankheit. Verbrennungsplasma, das vier Stunden posttrauma entnommen wird, reicht dabei schon aus, dass Vollbild der Verbrennungskrankheit auszulösen. Die parallel zum Burnplasmatransfer durchgeführte intravenöse Gabe der Serotoninantangonisten Methysergid oder Cinanserin oder Ketanserin reduziert die Ödembildung in gesunden Tieren auf das Niveau der Negativgruppe. Die genaue pathophysiologische Bedeutung des Serotonins im Rahmen der Verrennungskrankheit muss weiter analysiert werden.