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128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

03.05. - 06.05.2011, München

Stumpfe Traumen nach Suizidversuch – Analyse an 30.603 schwerverletzten Patienten

Meeting Abstract

  • Tobias Topp - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg
  • Ilias Kiriazidis - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg
  • Rolf Lefering - Universität Witten/Herdecke, IFOM, Köln
  • Steffen Ruchholtz - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg
  • Christian Kühne - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg
  • TraumaRegister DGU - Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 03.-06.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgch837

DOI: 10.3205/11dgch837, URN: urn:nbn:de:0183-11dgch8370

Published: May 20, 2011

© 2011 Topp et al.
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Einleitung: Suizidversuche sind für einen nicht unerheblichen Teil schwerer und schwerster Verletzungen in Deutschland verantwortlich. Dementsprechend wichtig ist die exakte Kenntniss bzgl. Verletzungsmuster- und Schwere, Outcome und verursachter Kosten.

Material und Methoden: Zur Datengewinnung wurden die Daten von 30.603 Patienten des TraumaRegister DGU analysiert. Alle Patienten mit einem ISS (Injury Severity Score) ≥10 nach a) Suizidversuch (absichtlicher Sprung aus großer Höhe) oder Unfall (unbeabsichtigter Sturz aus großer Höhe) wurden hinsichtlich Verletzungsmuster- und Schwere, Outcome und verursachter Kosten verglichen.

Ergebnisse: 1.642 der 30.603 Patienten erlitten eine schwere Verletzung i. R. eines Suizidversuchs. Das Durchschnittsalter lag hier bei 40 Jahren – verglichen mit 42 Jahren in der Nicht-Suizidgruppe. Bei 1.072 Patienten war ein Sprung aus großer Höhe Ursache der Verletzungen – verglichen mit 3.682 Patienten mit unbeabsichtigtem Sturz. Nach Suizidversuch traten signifikant schwerere Verletzungen auf (ISS 32 vs. ISS 26). Ebenso wie der Anteil schwerer Kopf-, Thorax und Abdominalverletzungen (51% vs. 37%), war auch die Mortalität in der Suizidgruppe höher (21% vs. 14%). Krankenhausliegedauer (30 Tage vs. 27 Tage) und Kosten (€ 34.833 vs. € 24.701) waren gleichfalls in der Suizidgruppe höher als bei Patienten mit unbeabsichtigtem Sturzereigniss.

Schlussfolgerung: 5% aller schwerverletzten Patienten erleiden ihre Verletzungen durch einen Suizidversuch. Aufgrund des Verletzungsmusters und der Verletzungsschwere nach Suizidversuch, ist die Mortalität hier – trotz geringeren Alters – signifikant höher. Deshalb ist diesen Patienten – besonders nach Sprüngen aus großer Höhe – besonderes Augenmerk zu zollen.