gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Langzeitdialysekatheter – kritische Wertschätzung

Meeting Abstract

  • Christoph Schröders - Dominikus-Krankenhaus, Gefäßchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Leif Germaschewski - Dominikus-Krankenhaus, Gefäßchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Tobias Steinke - Dominikus-Krankenhaus, Gefäßchirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch635

DOI: 10.3205/10dgch635, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6358

Published: May 17, 2010

© 2010 Schröders et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Ein möglichst nativer Shunt stellt unbestritten den langfristig günstigsten Dialysezugang bei terminal nierenkranken Patienten dar. Bei zu später Diagnosestellung, akuten Shuntproblemen oder kardialen Kontraindikationen ist aber oft eine längerfristige Katheterdialyse erforderlich.

Material und Methoden: Von 2006 bis Juni 2009 wurden 1875 dialyseassoziierte Operationen durchgeführt. Neben 1.187 Shuntanlagen und -revisionen wurden 363 untertunnelte HD-Katheter implantiert. Indikation zur Katheterimplantation war in 35,5% (129 Fälle) der sofortige Dialysebeginn, in 38,6% (140) ein notwendiges Bridging. Bei 83 (22,9%) Patienten lag ein Problem eines vorhandenen HD-Katheters vor (Flussstörung, Infektion). In 11 Fällen (3%) war eine dauerhafte Katheterdialyse vom zuweisenden Dialysezentrum geplant. Fast alle Katheter (96,%) konnten über die großen Halsvenen implantiert werden.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 244 Katheter (67,2%) im Beobachtungszeitraum wieder explantiert, die durchschnittliche Laufzeit betrug 108d (Spanne 1–651). 140 Katheter wurden elektiv entfernt (57,4%), 65 vorzeitig wegen Flussproblemen (34, 13,9%) oder Infekten (31, 12,7%). Die Häufigkeit eines Katheterinfekts lag bei 1,18/1.000d, von Flussproblemen bei 1,29/1.000d. 36 Patienten (14,8%) verstarben mit Katheter, die durchschnittliche Laufzeit lag hier bei 52d. Die Subgruppenanalyse ergab für Erstdialysepatienten eine etwas längere Laufzeit (120d), deutlich seltener Flussprobleme (5,3%, 0,44/1.000d) aber eine erhöhte Mortalität (22,4%). Das Bridging betrug im Schnitt 108d, in 8,6% musste der HD vorzeitig wegen Infekt entfernt werden (0,79/1.000d). Nach bestehenden Katheterproblemen konnten Laufzeiten von durchschnittlich 95d erzielt werden, vorzeitige Explantationen waren wegen Flussproblemen (26,3%) und Infekten (14%) erforderlich.

Schlussfolgerung: Die erhöhte Mortalität bei Erstdialysepatienten ist als Folge der Grunderkrankung zu sehen. Die durchschnittliche Laufzeit der Katheter reicht im Normalfall zur Etablierung eines dauerhaften Dialysezugangs aus. Das Infektrisiko ist gering, aber mit einer bekannt hohen Mortalität vergesellschaftet.