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23. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

24.09. - 25.09.2010, Freiburg

Notwendige Abklärung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Patienten mit frischem nicht-arteriitischem Zentralarterienverschluss

Kongressabstract

  • Nicolas Feltgen - Universitäts-Augenklinik Göttingen
  • A. Pielen - Universitäts-Augenklinik Freiburg i. Br.
  • B. Junker - Universitäts-Augenklinik Freiburg i. Br.
  • A. Wolf - Universitäts-Augenklinik Würzburg
  • B. Jurklies - Universitäts-Augenklinik Essen
  • K. Kampik - Universitäts-Augenklinik Würzburg
  • S. Pantenburg - Universitäts-Augenklinik Göttingen
  • EAGLE-Studiengruppe

Retinologische Gesellschaft. 23. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Freiburg i. Br., 24.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rg74

doi: 10.3205/10rg74, urn:nbn:de:0183-10rg742

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2010/10rg74.shtml

Veröffentlicht: 21. September 2010

© 2010 Feltgen et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Für die akute internistische und neurologische Abklärung von Patienten mit frischem nicht-arteriitischem Zentralarterienverschluss (ZAV/ ≤20 Stunden) gibt es bisher noch kein einheitliches Vorgehen. Im Rahmen der prospektiven European Assessment Group for Lysis in the Eye (EAGLE) Studie wurde der Datensatz retrospektiv auf das Kriterium „internistische und neurologische Risikofaktoren“ ausgewertet.

Methoden: Bekannte internistische und neurologische Vorerkrankungen wurden zum Zeitpunkt des Verschlusses erfasst. Zusätzlich wurde eine neurologische und kardiologische Untersuchung in den ersten 5 Tagen nach der Akutbehandlung durchgeführt, um die Ursache des Verschlusses und das kardiovaskuläre Risiko abzuklären. Dabei erhielten alle Patienten eine Echokardiographie, eine Sonographie der extrakraniellen Gefäße sowie eine Blutuntersuchung.

Ergebnisse: In die EAGLE Studie wurden 84 Patienten mit einem frischen, nicht-arteriitischen ZAV eingeschlossen. Bei 72 Patienten lagen die internistischen und neurologischen Daten zur Auswertung vor. Bekannte Risikofaktoren waren: arterieller Bluthochdruck (n=42/58%), Karotisstenose (n=2/3%), Hypercholesterinämie (n=5/7%), Nikotin (n=33/45%) und kardiale Erkrankungen wie Herzrhythmusstörung (n=4/6%) und Herzklappenerkrankung (n=4/7%). Neu diagnostiziert wurde: arterieller Bluthochdruck (n=12/17%), Karotisstenose (n=29/40%), Hypercholesterinämie (n=24/33%), Herzrhythmusstörung (n=5/7%), ischämischer (n=1/1%) oder hämorragischer (n=2/3%) Schlaganfall, Herzklappenerkrankung (n=8/11%) und offenes Foramen ovale (n=9/13%). Bei 53 Patienten (63%) waren bereits kardiovaskuläre Erkrankungen bekannt. Bei 69 Patienten (82%) wurden entweder erstmalig kardiovaskuläre Erkrankungen festgestellt oder weitere Risikofaktoren gefunden. Die Karotisstenose wurde bei der systematischen Untersuchung häufiger festgestellt als in der Literatur beschrieben.

Schlussfolgerungen: Nach einem akuten ZAV muss eine ausführliche kardiovaskuläre Risikosuche auch bei Patienten mit bereits bekannten Risikofaktoren durchgeführt werden. Dabei ist besonders eine Sonographie der extrakraniellen Arterien und eine Echokardiographie zu empfehlen.