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22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Rolle der Micro-RNAs beim Retinoblastom: Überexpression des Mir-17-92 Clusters

Kongressabstract

  • Eva Biewald - Universitäts-Augenklinik Essen
  • H. Stephan - Universitäts-Kinderklinik Essen
  • J.H. Schulte - Universitäts-Kinderklinik Essen
  • A. Schramm - Universitäts-Kinderklinik Essen
  • A. Eggert - Universitäts-Kinderklinik Essen
  • N. Bornfeld - Universitäts-Augenklinik Essen

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-53

doi: 10.3205/09rg54, urn:nbn:de:0183-09rg540

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg54.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Biewald et al.
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Gliederung

Text

MicroRNAs sind kleine, nicht kodierende RNA-Moleküle, die eine wichtige Rolle im komplexen Netzwerk der Genregulation spielen. Insbesondere sind sie an diversen biologischen Prozessen wie Entwicklung, Zellproliferation, Differenzierung und Apoptose beteiligt. Eine veränderte MicroRNA Expression findet sich bei verschiedenen humanen Tumoren, insbesondere aber auch bei embryonalen Tumoren wie dem Retinoblastom. Das Retinoblastom ist der häufigste intraokulare Tumor im Kindesalter, dessen Entstehung durch Mutationen in beiden Allelen des Rb1-Gens auf Chromosom 13 ausgelöst wird. Weitere genomische Veränderungen konnten im Bereich des Chromosoms 6p22 gefunden werden, eine Analyse bezüglich veränderter MicroRNA-Expression wurde bislang nicht durchgeführt. Wir untersuchten die Expression von insgesamt 430 MicroRNAs in Retinoblastomen und verglichen sie mit der normaler Netzhautzellen. Des Weiteren führten wir eine aCGH durch, um Veränderungen in den zugehörigen Genen feststellen zu können. Es zeigte sich, dass insbesondere das onkogene Mir-17-92 Cluster neben anderen Micro-RNAs in den untersuchten Retinoblastomen deutlich erhöht war. Zeitgleich war auch das codierende Gen bzw. die entsprechende Genregion bei einigen Untergruppen deutlich erhöht. Das Hinzufügen von so genannten Antagomirs (modifizierte Antisense-MicroRNAs) zur etablierten Zelllinie Weri-Rb1 führte zu einem Proliferationsrückgang im MTT-Essay.Die MicroRNAs könnten somit in Zukunft als Ziel neuer Therapieansätze, beispielsweise durch Blockierung der onkogenen MicroRNAs mittels Antagomirs, eine entscheidende Rolle spielen.