gms | German Medical Science

22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Ranibizumab – von der Multicenterstudie in die klinische Praxis übertragbar?

Kongressabstract

Suche in Medline nach

  • Juliane Koch - Universitäts-Augenklinik Lübeck
  • C. Thieme - Universitäts-Augenklinik Lübeck
  • E. Vogel - Universitäts-Augenklinik Lübeck
  • M. Müller - Universitäts-Augenklinik Lübeck

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-16

doi: 10.3205/09rg16, urn:nbn:de:0183-09rg165

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg16.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Koch et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Anhand mehrerer Multicenterstudien hat sich Ranibizumab als wirksame Therapie der feuchten AMD etabliert und ist seit Januar 2007 mit einer Leistung im EBM verknüpft. Im Rahmen der Versorgungsforschung stellt sich die Frage, ob die Ergebnisse von Multicenterstudien in der klinischen Praxis gehalten werden können.

Methoden: Retrospektive Datenanalyse von 194 Patienten mit AMD, welche ab 2007 ausschließlich mit Ranibizumab nach den Richtlinien der DOG behandelt wurden. Der Visusverlauf wurde mit den Multicenterstudien MARINA, ANCHOR und PIER verglichen und mittels t-Test ausgewertet.

Ergebnisse: Durchschnittlich wurden 3,4 Injektionen (min/max 1/14) verabreicht. Nach Behandlungsende (durchschnittlich 4,8 Monate) zeigte sich ein durchschnittlicher Visusgewinn von 5,5 Buchstaben (MARINA 6,6 (p= 0,5), ANCHOR 11,3 Buchstaben (p<0,05), PIER Verlust von –0,2 Buchstaben (p<0,05)). Ein Buchstabengewinn fand sich insgesamt bei 60,8% unserer Patienten (ANCHOR 77,7%), davon > 15 Buchstaben in 38,7% (ANCHOR 40,3%, MARINA 33,8%, PIER 13,1%) und >30 Buchstaben in 17,5% (ANCHOR 12,2%) (alle p<0,05). Ein Visusverlust trat bei 36,1% unserer Patienten ein, davon <15 Buchstaben in 66% (ANCHOR 96,4%, MARINA 94,6%, PIER 90,2%), >30 Buchstaben in 11,3 % (ANCHOR 0%, MARINA 1,2%) (alle p<0,05).

Schlussfolgerungen: Ranibizumab in der klinischen Praxis hat einen vergleichbaren Visusgewinn mit MARINA-Studienergebnissen mit monatlichen Injektionen, ist schlechter als ANCHOR (mit PDT) und besser als PIER (3Monatsinjektionen nach Uploading). Somit konnten für Ranibizumab evidenzbasierte Daten in die Versorgungsforschung übertragen werden.