gms | German Medical Science

82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Das Myoepitheliom der Tränendrüse – eine sehr seltene Differentialdiagnose

Meeting Abstract

  • Johanna Inhestern - HNO-Klinik UKJ, Jena
  • Mira Pantel - HNO UKJ, Jena
  • Ulrich Voigt - Augenklinik UKJ, Jena
  • Olaf Dirsch - Pathologie UKJ, Jena
  • Orlando Guntinas-Lichius - HNO UKJ, Jena
  • corresponding author Sven Koscielny - HNO UKJ, Jena

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod602

DOI: 10.3205/11hnod602, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6028

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Inhestern et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Unter den seltenen Tumoren der Tränendrüse ist das benigne Myoeptheliom eine ungewöhnliche Differentialdiagnose. Publiziert wurden bisher sieben Fälle dieser sehr seltenen Diagnose.

In diesem Fall beklagte ein 34-jähriger Mann seit 4 Jahren ein zunehmendes Druckgefühl auf dem rechten Auge und Doppelbilder beim Blick nach oben. Opthalmologisch zeigte sich rechts ein Exopthalmus von 3 mm, Verdrängung des Bulbus nach kaudal-medial und ein palpabler derber Tumor der Tränendrüse.

In dem daraufhin durchgeführten MRT zeigte sich eine 2 x 2 x 3 cm große glatt begrenzte Raumforderung, die der Tränendrüse zugeordnet werden konnte.

Zur Extirpation des Tumors wurde als Zugangsweg eine laterale osteoplastische Orbitotomie gewählt. Dieser Zugang erlaubte es, die Raumforderung in toto mit einem guten ästhetischen Ergebnis zu entfernen.

Die immunhistologische Aufarbeitung zeigte tubuläre und spindelzellige Zell-Formationen. Die Expression des Zytokeratin 7, panepithelialen Antikörpers (Lu5) sowie Vimentin in den tubulären und eine Positivität gegenüber dem Antikörper Alpha-Aktin und im Randbereich eine vermehrte Expression des EGF-Rezeptors in den spindelzellulären Anteilen ergab den Befund eines Myoepithelioms.

Das Myoepitheliom ist ein benigner Tumor mit einer hohen lokalen Rezidivhäufigkeit, unabhängig von der Lokalisation der betroffenen Drüse.

Therapie der ersten Wahl ist die vollständige chirurgische Resektion mit Sicherheitsabstand.

Postoperativ zeigte der Patient keinerlei Einschränkung von Augenmotilität und Visus.