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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Detektierte rekurrente chromosomale Imbalancen bei Speicheldrüsenmalignomen

Meeting Abstract

  • corresponding author Arne-Wulf Scholtz - HNO-Klinik, Innsbruck, Österreich
  • Irmgard Verdorfer - Institut für Pathologische Anatomie, Innsbruck, Österreich
  • Nina Scholz - Institut für Pathologische Anatomie, Innsbruck, Österreich
  • Jens Krugmann - Institut für Pathologische Anatomie, Innsbruck, Österreich
  • Martina Hager - Institut für Pathologische Anatomie, Salzburg, Österreich
  • Andreas Gunkel - HNO-Klinik, Innsbruck, Österreich
  • Gregor Mikuz - Institut für Pathologische Anatomie, Innsbruck, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod662

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod662.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Scholtz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Speicheldrüsenmalignome weisen eine geringe Inzidenz und Prävalenz auf. Genetische Aberrationen derartiger Erkrankungen können Hinweise zur Diagnostik geben.

Methoden: 54 archivierte Operationspräparate, bestehend aus 44 Primärtumoren, 7 Rezidiven und 3 Metastasen, wurden mittels komparativer genomischer Hybridisierung (CGH) und Fluoreszenz in-situ Hybridisierung (FISH) auf genetische Aberrationen untersucht. Neben den größten histologischen Subgruppen, wie das mukoepidermoide (MEC), das adenoid-zystische (AdCC) und das Azinuszellkarzinom (AC), wurden auch das Plattenepithel-, das Adeno- und das Karzinom im pleomorphen Adenom eingeschlossen.

Ergebnisse: Mittels CGH wurden bei 74% der untersuchten Präparate Aberrationen gefunden. Hierbei ergaben sich 92 Verluste und 72 Zugewinne. Am häufigsten zeigte sich ein Zugewinn am X-Chromosom (32,5% der Tumore betroffen), wobei meist das gesamte Chromosom X beteiligt war, gefolgt vom Chromosom 19 (27,5%). Die häufigsten chromosomalen Verluste betrafen die Chromosomen 1 und 15 (jeweils etwa 20 % der Tumore betroffen). Beim Chromosom 1 waren meist die Regionen 1pter-p31 und 1p31.1-p22 und beim Chromosom 15 die Region 15q22-qter beteiligt. Beim Vergleich der größten Subgruppen wiesen das MEC am häufigsten Aberrationen in Form des Zugewinns vom Chromosom X sowie Verluste am Chromosom 1, 2 bzw. 15 auf. Das AdCC zeigte meist Zugewinne auf den Chromosomen 19, 17, 22 bzw. X und Verluste auf 16p, das AC häufig Verluste auf 11q bzw. 5q. Ausgewählte CGH-Ergebnisse wurden mittels FISH verifiziert und waren überwiegend konkordant.

Schlussfolgerung: Die Speicheldrüsenmalignome wiesen rekurrente chromosomale Aberrationen auf, wobei eine Beteiligung der Chromosomen X und 19 an der Karzinogenese anzunehmen ist.

Unterstützt durch: Forschungsförderung der Tiroler Krebshilfe