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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

CUP-Syndrom im Kopf-Hals-Bereich – Diagnostik, Therapie und Nachsorge

Meeting Abstract

  • corresponding author Malte Kollert - HNO Klinikum Fulda, Fulda
  • Frauke Hilterhaus - HNO-Klinikum Fulda, Fulda
  • Joachim Hendus - HNO-Klinikum Fulda, Fulda
  • Konrad Schwager - HNO-Klinikum Fulda, Fulda

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod133

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod133.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Kollert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Von einem CUP-Syndrom spricht man, wenn für eine histologisch nachgewiesene Metastase kein Primärtumor (PT) gefunden werden kann. Im Kopf-Hals-Bereich können etwa 3-5% der malignen Erkrankungen einem CUP-Syndrom zugeordnet werden. Für die diagnostische Aufarbeitung und langfristige Nachsorge dieser Fälle existiert kein allgemein anerkanntes Schema.

Methoden: Retrospektive Auswertung der von 1997 bis 2007 mit der Diagnose CUP-Syndrom behandelten Patienten anhand der Krankenakten. Bei Erstdiagnose erfolgte zunächst die klinische, HNO-ärztliche Untersuchung und ein MRT-Hals, gefolgt von der Lymphknotenbiospie mit Schnellschnittuntersuchung, ggf. Tonsillektomie bds. und Panendoskopie mit blinden Probeentnahmen aus Nasenrachenraum und Zungengrund. Anschließend wurde ein CT-Thorax/Abdomen veranlasst, wenn möglich eine PET-Untersuchung. Ergänzend erfolgte eine urologische/gynäkologische Untersuchung, ggf. eine ÖGD und Coloskopie. Die Therapie bestand aus einer Neck dissection der betroffenen Seite sowie einer postoperativen Radiatio, ggf. einer Radiochemotherapie.

Ergebnisse: Von 1997 bis 2007 wurden 50 Patienten mit der Diagnose eines CUP-Syndroms des Kopf-Hals-Bereiches in unserer Klinik behandelt. Nach Durchlaufen des Diagnosealgorithmus konnten 22 okkulte PT diagnostiziert und behandelt werden. Die verbliebenen 28 CUP-Syndrome hatten nach Therapie eine 5 Jahres Überlebensrate von 50%.

Schlussfolgerungen: Bei V.a. ein CUP-Syndrom ist eine intensive Diagnostik wichtig, da dadurch häufig okkulte PT entdeckt werden können, die dann einer spezifischen Therapie zugänglich sind. Bei adäquater Behandlung haben CUP-Syndrome des Kopf-Hals-Bereiches eine deutlich bessere Prognose als CUP-Syndrome in anderen Körperregionen.