gms | German Medical Science

79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Oesophagusdivertikel mit spontaner Perforation beim Säugling – eine Fallbeschreibung

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Yvonne Oeser - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Chemnitz
  • Jens Oeken - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- u. Hals- Chirurgie, Chemnitz

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod108

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod108.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Oeser et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Oesophagusdivertikel sind eine seltene Erkrankung und treten bevorzugt bei Männern im höheren Lebensalter auf. 70 Prozent davon sind Zenker-Divertikel. Angeborene Divertikel sind eine Seltenheit. In unserem Fall handelt es sich um ein Oesophagusdivertikel dorsolateral im oberen Drittel der Speiseröhre bei einem Säugling, welches Initial eine Spontanperforation und im Verlauf eine spontane Regression zeigte.

In unserer Klinik wurde ein knapp 4 Monate alter Säugling vorgestellt, welcher nach unauffälliger Schwangerschaft, Geburt und ersten Lebensmonaten aus völliger Gesundheit heraus, plötzlich heftigen Hustenreiz, starken Speichelfluss und Unruhe entwickelte. Da beide Eltern stark sehbehindert waren, konnte eine Fremdkörperingestion nicht ausgeschlossen werden. Klinisch zeigten sich oral ein schaumiger Speichelsee, welcher nicht geschluckt werden konnte und ein cervikales Hautemphysem. Bei der flexiblen Oesophagogastroskopie fand sich ein großes Divertikel mit nekrotischer Schleimhaut. In den röntgenologischen Untersuchungen konnten das Divertikel und auch das Emphysem bestätigt werden, eine oesophagotracheale Fistel oder andere Fehlbildungen fanden sich nicht. Es erfolgten die antibiotische Abschirmung und parenterale Ernährung. In den Kontrolloesophagogastroskopien zeigte sich zunächst eine deutliche Rückbildung bis hin zur völligen Abheilung.

Der vorliegende Fall zeigt, dass bei Säuglingen mit Symptomen einer Fremdkörperaspiration, neben einer Oesophagusatresie auch an ein perforiertes Oesophagusdivertikel gedacht werden muss.