gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

MC-Prüfungen an der Medizinischen Universität Wien: Ein Promotor oder ein Hindernis für elaboriertes Lernen und erlebte Selbststeuerung der Studierenden im Studium?

Poster

Suche in Medline nach

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma084

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2006/06gma084.shtml

Veröffentlicht: 23. Oktober 2006

© 2006 Himmelbauer.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Seit 2001 ist das neue Medizincurriculum Wien, welches nach dem Block-Line-Prinzip organisiert ist, implementiert und damit verknüpft ein neues Prüfungssystem. Im Vergleich zu früher, wo 23 mündliche Rigorosen den Hauptaspekt des Prüfungswesens darstellten, gibt es heute nach jedem Studienjahr eine Summative Integrative Prüfung (SIP), die als MC-Prüfung "one best answer“ angeboten wird. Vielfach wird in der Literatur behauptet, dass Prüfungen, in denen vorwiegend Faktenwissen abgefragt wird und insbesondere MC-Fragen einen oberflächlichen Lernstil fördern. Damit in Zusammenhang ist auch zu vermuten, dass dadurch die erlebte Selbststeuerung im Lernen beeinträchtigt wird. Ob und inwieweit dies auch auf das Wiener Prüfungssystem zutrifft, soll in dieser Studie geprüft werden.

Dazu wurden 430 Studierende des ersten Studienganges im Vollbetrieb (im 8. Semester) mittels Fragebogen interviewt; 232 Studierende (54%) haben den Fragebogen retourniert. Erfasst wurden der Lernstil (Deep/ Strategic/ Surface Approach) und die erlebte Selbststeuerung im Studium.

Diee Ergebnisse der Pilotstudie (110 Studierende des als Probebetrieb geführten ersten Studienganges) demonstrierten, dass die Skalen des Deep (=elaborierten) Approach die höchsten, die Skalen des Surface (=oberflächlichen) Approch die niedrigsten Mittelwerte aufweisen. Zudem zeigte sich, dass die Prüfungsergebnisse der SIPs in positivem Zusammenhang mit einem "Deep Approach“ sowie einem "Strategic Approach“ stehen und in einem negativem Zusammenhang mit einem "Surface Approach“.

Inwiefern sich diese Ergebnisse in der Hauptuntersuchung replizieren lassen, wird in diesem Beitrag dargestellt und diskutiert.


Literatur

1.
Entwistle N, Tait H, McCune V. Patterns of response to an approach to studying inventory across contrasting groups and contexts. Eur J Psychol Educ. 2000;15(1):33-48.
2.
Scouller K. The influence of assessment method on students' approaches: Multiple choice question examination versus assignment essay. High Educ. 1998;35:453-472.
3.
Coles C. Student learning and the examination arrangement. High Educ. 1987;12(3):209-219.