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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

Training für Ärzte und andere Gesundheitsberufe zur Patientenbeteiligung an medizinischen Entscheidungen

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Jürgen Kasper - Universität Hamburg, MIN-Fakultät, Gesundheitswissenschaften, Hamburg, Deutschland
  • author presenting/speaker Frauke Hoffmann - Universität Hamburg, MIN-Fakultät, Gesundheitswissenschaften, Hamburg, Deutschland
  • author presenting/speaker Friedemann Geiger - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Allgemeine Pädiatrie & Tumorzentrum, Kiel, Deutschland
  • author presenting/speaker Katrin Liethmann - Universität Kiel, Kiel, Deutschland

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm125

DOI: 10.3205/12ebm125, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm1259

Veröffentlicht: 5. März 2012

© 2012 Kasper et al.
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Gliederung

Text

Ziel: Jeden Tag sprechen Sie mit Ihren Patienten darüber, was deren Diagnosen bedeuten und versuchen zusammen, die richtigen Entscheidungen über medizinische Maßnahmen zu treffen. Wir nennen das Risiko-Kommunikation, weil immer Möglichkeiten abgeschätzt oder gegeneinander abgewogen werden. Das shared decision making Training unterstützt Sie, Ihre Patienten an den medizinischen Entscheidungen zu beteiligen. Der Prozess der Entscheidungsfindung gestaltet sich als ein gegenseitiger Austausch und eine Erörterung der relevanten Informationen.

Relevanz: Das Training ist in der klinischen Praxis wissenschaftlich evaluiert [1], [2], [3] und wird augenblicklich in einer multizentrischen randomisiert kontrollierten Studie untersucht [3]. Es befindet sich unter Berücksichtigung der aktuellen internationalen Forschung in fortlaufender Weiterentwicklung. Sie profitieren von bestehenden Erfahrungen in der praktischen Anwendung in den Bereichen Neurologie, Zahnheilkunde, Gynäkologie, Pränatalmedizin, Onkologie, Orthopädie, Allgemeinmedizin.

Teilnehmer unserer Trainings sind weniger belastet, werden von ihren Patienten besser verstanden und bewertet und treffen mit diesen bessere Entscheidungen.

Patienten der Trainingsteilnehmer werden ernst genommen, finden die eigene Rolle und werden trotz Ungewissheiten entscheidungsfähig.

Didaktik: Sie bekommen ein Referenzsystem in die Hand, eine Art Tabelle mit Kategorien und Qualitätsstufen. In einem Beobachter-Training üben Sie sich darin, konkrete Fertigkeiten einzuordnen, solche, die Sie intuitiv jeden Tag anwenden und auch neue, die in Ihrem Repertoire bisher noch nicht vorkamen. Dabei füllt sich Ihre innere Tabelle mit konkreten Beispielen und Bildern und wird dadurch lebendig: Sie entwickeln Ihr eigenes Referenzsystem, mit dessen Hilfe sie sich in Ihrer klinischen Praxis planvoller aus dem eigenen Repertoire bedienen können.

Methoden: Sie erhalten ein Manual, auf dessen Basis Sie an Videos und gespielten Szenen aus dem klinischen Alltag Ihre (Selbst-)Beobachtung schärfen. Zur Illustration der einzelnen Kategorien des Referenzsystems bekommen Sie Beispielsequenzen in Form eines Lehrfilms gezeigt. Praxisproben werden mit dem Referenzsystem messgenau analysiert und strukturiertes Feedback mit konstruktiven Vorschlägen erarbeitet.


Literatur

1.
Kasper J, Heesen C, Köpke S, Fulcher G, Geiger F. Patients and Observers Perceptions of Involvement Differ. Validation Study on Inter-Relating Measures for Shared Decision Making. PLoS ONE. 2011;6(10): e26255.
2.
Kasper J, Légaré F, Scheibler F, Geiger F. Turning signals into meaning – "Shared decision making" meets communication theory. Health Expect. 2010. DOI: 10.111/j.1369-7625.2011.00657.x. Externer Link
3.
Geiger F, Liethmann K, Hoffmann F, Paschedag J, Kasper J. Investigating a training supporting shared decision making (IT`S SDM 2011): study protocol for a randomized controlled trial. Trials. 2011;12:232.