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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

EBM in Aus-, Weiter- und Fortbildung im deutschsprachigen Raum: ein Survey

Meeting Abstract

  • corresponding author Tobias Weberschock - Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin, Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland; Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Deutschland
  • Arash Valipour - Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin, Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland
  • Joshua Dörr - Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin, Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland
  • Reinhard Strametz - Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin, Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland; Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt, Deutschland
  • Gabriele Meyer - Department für Pflegewissenschaft, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
  • Dagmar Lühmann - Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck, Deutschland
  • Johann Steurer - Horten-Zentrum, Universitätsspital Zürich, Schweiz
  • Karl Horvath - EBM Review Center, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
  • Norbert Donner-Banzhoff - Abteilung für Allgemeinmedizin, Präventive und Rehabilitative Medizin, Philipps-Universität Marburg, Deutschland
  • Johannes Forster - Kinderabteilung St. Hedwig, St. Josefskrankenhaus, Freiburg, Deutschland
  • Karsta Sauder - Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin DNEbM e.V., Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland
  • Günther Ollenschläger - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin, Deutschland

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm006

DOI: 10.3205/12ebm006, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0062

Veröffentlicht: 5. März 2012

© 2012 Weberschock et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Kenntnisse um die Konzepte der Evidenzbasierten Medizin wurden in den letzten 15 Jahren auch im deutschsprachigen Raum bekannt wobei der wirkliche Verbreitungsgrad in der Patientenversorgung schwer abschätzbar ist. In einer bundesweiten Weiterbildungsbefragung deutscher Assistenzärzte 2009 zeigte sich, dass die Evidenzbasierte Medizin nur wenig Anwendung findet. Eine mögliche Ursache hierfür kann der fehlende Zugang zu Bildungsangeboten sein. Ziel des Surveys zu Aus-, Weiter- und Fortbildungsangeboten in EbM ist die strukturierte und flächendeckende Darstellung der Lehrangebote in Evidenzbasierter Praxis im deutschsprachigen Raum und im Weiteren deren Vernetzung und die Förderung der Verbreitung.

Methode: In einem zweistufigen Survey sollen zunächst die existierenden Angebote im deutschsprachigen Raum identifiziert werden. In einem nächsten Schritt werden Struktur und Inhalte der Angebote näher abgefragt. Zunächst wurden alle Hochschulen, Fachhochschulen, die Ärztekammern, die kassenärztliche Vereinigungen in Deutschland, die deutsche Krankenhausgesellschaft, der medizinischen Dienst der Krankenkassen und die Teilnehmer der EbM-Akademie als key informants schriftlich befragt. Via Email wurden die Mitglieder der Fachgesellschaften der ÖGAM, SGAM, DEGAM, GMA und des DNEbM angeschrieben. Zusätzlich wurden alte Kursteilnehmer und Kontaktpersonen bekannter EbM-Kurse befragt.

Vorläufige Ergebnisse: Insgesamt 551 Institutionen und Einzelpersonen wurden postalisch angeschrieben, die beschriebenen Email-Verteiler genutzt und die bekannten Kontaktpersonen und Kursteilnehmer befragt. Es liegen bereits Hinweise auf 167 potentielle Anbieter vor, die aktuell ausgewertet werden. Von den 30 key informant questionnaires erhielten wir 26 (87%) zurück.

Schlussfolgerung: Es wird jetzt schon klar, dass es ein breiteres Angebot im deutschsprachigen Raum gibt als zunächst angenommen, wobei weiterhin wahrscheinlich nicht von einer regelhaften Ausbildung der Gesundheitsberufe in EbM gesprochen werden kann. Die Ergebnisse des Surveys können helfen genau diese Lücke durch Verbreitung und Vernetzung der Angebote zu schließen, sowie gemeinsame Qualitätskriterien an eine Ausbildung in Evidenzbasierter Praxis formulieren.