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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Was wollen Nutzerinnen und Nutzer von Gesundheitsinformation.de zu einer Erkrankung wissen?

Meeting Abstract

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP5.6

DOI: 10.3205/09ebm069, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0691

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Rhodes et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen sollen sich an den Interessen von Bürgerinnen und Bürgern orientieren. Das IQWiG erschließt potentielle Informationsbedürfnisse aus verschiedenen Quellen, dazu zählen u.a. veröffentlichte qualitative Forschung und die Einbeziehung von Selbsthilfeorganisationen. Seit 2006 werden ergänzend Online-Umfragen auf http://gesundheitsinformation.de zu ausgewählten Themen eingesetzt. Erkenntnisse aus diesen Umfragen werden hier beschrieben.

Methoden

Es wurden fünf Umfragen zu den Themen Arthrose, Endometriose, Hautkrebsprävention, Psoriasis und Zahnersatz auf Gesundheitsinformation.de mit einem Online-Fragebogen durchgeführt. Darin wurde jeweils abgefragt, für welche Themenbereiche sich die Leser interessieren (z.B. Ursachen, Diagnose, Behandlung, Bewältigungsstrategien und psychosoziale Aspekte). Die Informationsschwerpunkte wurden auf einer Likert-Skala bewertet (1 = sehr interessant bis 6 = überhaupt nicht interessant), zusätzlich waren Freitextangaben möglich. Die Umfragen wurden deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse

Insgesamt nahmen 1544 Personen an den Umfragen teil. Die Mehrzahl gab an, weiblich, zwischen 30 und 50 Jahre alt und selber erkrankt zu sein oder Anzeichen der Erkrankung zu haben. Die Teilnehmer bekundeten ein großes Interesse an allen vorgegebenen Themenbereichen (Bewertung 1 oder 2). Erkrankungsursachen und Behandlungsmöglichkeiten wurden generell am interessantesten bewertet. Die Möglichkeit zur Freitextangabe wurde rege genutzt und differenzierte die mittels Likert-Skala abgefragten Themenbereiche. Vereinzelt wurden neue Themenbereiche genannt.

Schlussfolgerung/Implikation

Die Auswertungen basieren auf fünf Online-Umfragen. Sie sind nicht repräsentativ und haben nur begrenzte Aussagekraft. Dennoch können Online-Umfragen ein sinnvolles ergänzendes Instrument für die Ermittlung von potentiellen Informationsbedürfnissen sein. Gemeinsam mit den Ergebnissen aus u.a. qualitativer Forschung und Gesprächen mit Selbsthilfeorganisationen helfen sie, Schwerpunkte von Gesundheitsinformationen festzulegen. Weiterhin tragen sie zum Austausch mit den Leserinnen und Lesern der Website bei.