gms | German Medical Science

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Systematische Übersicht zur medizinischen Wirksamkeit von intravaskulärer Brachytherapie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Vitali Gorenoi - Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH, Hannover, Deutschland
  • Charalabos-Markos Dintsios - Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH, Hannover, Deutschland
  • Matthias P. Schönermark - Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH, Hannover, Deutschland
  • Anja Hagen - Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH, Hannover, Deutschland

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP4.2

DOI: 10.3205/09ebm057, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0570

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Gorenoi et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund

Bei der Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) werden u.a. perkutane transluminale Angioplastien (PTA) mittels Ballondilatation mit bzw. ohne Stenting durchgeführt. Brachytherapie nach PTA verspricht eine Reduktion der Rate einer wiederholten Gefäßverengung (Restenoserate) und eine Reduktion der Wiedereingriffsrate (Reinterventionsrate).

Methoden

Die systematische Literaturrecherche wurde im August 2007 in den wichtigsten medizinischen elektronischen Datenbanken ab 2002 durchgeführt. Bei der Bewertung wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) einbezogen. Die einzelnen Studien wurden hinsichtlich ihrer methodischen Qualität und Validität bewertet.

Bei der Informationssynthese wurden Studienergebnisse hinsichtlich ihrer Heterogenität statistisch überprüft und in den Metaanalysen zusammengefasst. Im Rahmen der Metaanalyse kamen relative Risiken (RR) im Random-Effekt-Modell zur Anwendung.

Ergebnisse

Es wurden 12 Publikationen über 7 Studien zu Brachytherapie vs. keine Brachytherapie nach PTA in die Bewertung einbezogen.

Die Brachytherapie nach erfolgreicher Ballondilatation zeigte in 2 von 3 RCTs eine signifikante Reduktion der Restenoserate nach 6 bzw. 12 Monaten; das relative Risiko in der Metaanalyse betrug 0,62 (95 % CI: 0,46 bis 0,84). Nach 5 Jahren Beobachtungsdauer war die Zeit bis zum Rezidiv einer Restenose in einem RCT nach Brachytherapie signifikant länger.

Ein von 3 RCTs zur Brachytherapie nach PTA mit möglichem Stenteinsatz zeigte eine signifikante Reduktion der Restenoserate nach 6 Monaten; das relative Risiko in der Metaanalyse betrug 0,76 (95 % CI: 0,61 bis 0,95). In einem RCT wurden bei Patienten mit Stenteinsatz signifikant häufiger späte thrombotische Verschlüsse nach Brachytherapie beobachtet.

Der einzige RCT zur Brachytherapie nach Stenting zeigte keine signifikante Reduktion der Restenoserate nach 6 Monaten. Sowohl frühzeitige als auch späte thrombotische Gefäßverschlüsse wurden bei Patienten in der Brachytherapiegruppe häufiger festgestellt.

Schlussfolgerung/Implikation

Eine Brachytherapie nach einer erfolgreichen Ballondilatation bei PAVK kann für die Reduktion der einjährigen Restenoserate empfohlen werden. Der Einsatz der Brachytherapie nach Stenting bei PAVK kann aufgrund der aktuellen Datenlage nicht empfohlen werden.