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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Entwicklung der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) zur chronischen Herzinsuffizienz

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Thomas Langer - ÄZQ, Berlin, Deutschland
  • Susanne Weinbrenner - ÄZQ, Berlin, Deutschland
  • Günter Ollenschläger - ÄZQ, Berlin, Deutschland

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP1.7

DOI: 10.3205/09ebm038, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0383

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Langer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) ist eine gemeinsame Initiative von BÄK, KBV und AWMF zur Entwicklung und Implementierung versorgungsbereichübergreifender Leitlinien zu ausgesuchten Erkrankungen hoher Prävalenz unter Berücksichtigung der Methoden der evidenzbasierten Medizin. Bisher existieren Nationale VersorgungsLeitlinien zu Asthma und COPD, Typ-2-Diabetes (Netzhautkomplikationen und Fußkomplikationen) und zur koronaren Herzkrankheit.

Methoden

Die Empfehlungen der NVL wurden durch einen Expertenkreis auf der Grundlage von existierenden evidenzbasierten Leitlinien (Quellleitlinien) und ergänzenden Recherchen entwickelt und in einem formalen Konsensverfahren abgestimmt. Der Expertenkreis besteht aus Vertretern der für die chronische Herzinsuffizienz relevanten medizinischen Fachgesellschaften und einem Patientenvertreter. Die Quellleitlinien wurden mittels einer systematischen Leitlinienrecherche (Recherchezeitraum bis Januar 2007) identifiziert und mit DELBI bewertet. Als primäre Quellleitlinie wurden die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) ausgewählt. Darüber hinaus wurden die Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), der Canadian Cardiovascular Society (CCS) und des Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN) obligatorisch berücksichtigt. Themen, die von diesen Leitlinien nur unzureichend adressiert wurden, wurden durch Heranziehen weiterer Referenzleitlinien bearbeitet. Alle Empfehlungen und Literaturbelege der ausgewählten Quellleitlinien wurden themenspezifisch synoptiert.

Ergebnisse

Es wurden 122 Empfehlungen oder Statements zu insgesamt 17 Themengebieten konsentiert. Die Themen Screening, akute Dekompensation, Rehabilitation, psychosoziale Aspekte, Komorbidität, Multimorbidität und geriatrische Aspekte sowie Versorgungsmanagement und Schnittstellen wurden in dieser umfassenden Form erstmals in einer deutschen Leitlinie zur chronischen Herzinsuffizienz behandelt.

Schlussfolgerung/Implikation

Angesichts der Entwicklungsdauer der NVL von etwa 2 Jahren besteht weiterhin Bedarf den Erstellungsprozess einer Leitlinien effizienter zu gestalten. Zukünftige Herausforderungen sind die Implementation und Evaluation der Leitlinie sowie die Etablierung eines angemessenen Aktualisierungsprozesses.