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EbM 2008: Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege
9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.
Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft

22.02. - 23.02.2008 in Witten

Qualitätsindikatoren der BQS als Monitoring-Instrument zur Leitlinienimplementierung am Beispiel ausgewählter Qualitätsindikatoren bei Mammakarzinom und Schenkelhalsfraktur

Meeting Abstract

Evidenzbasierte Primärversorgung und Pflege. 9. Jahrestagung Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Witten, 22.-23.02.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08ebmV63

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/ebm2008/08ebm22.shtml

Veröffentlicht: 12. Februar 2008

© 2008 Schräder et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Leitlinien können zur Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung in der Fläche beitragen. Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche Implementierung der Empfehlungen aus Leitlinien in den Kreis der Anwender. Um exemplarisch die Möglichkeiten einer Monitoringfunktion von BQS-Qualitätsindikatoren für die Leitlinienimplementierung aufzeigen zu können, wurden die Ergebnisse der Bundesauswertungen der verpflichtenden Qualitätssicherung für die Leistungsbereiche „Mammachirurgie“ und „Schenkelhalsfraktur“ im Zeitverlauf 2003 bis 2006 im Hinblick auf 2 für die Versorgung relevante Qualitätsindikatoren ausgewertet.

Methoden

Es wurden aus dem Leistungsbereich „Mammachirurgie“ die Datensätze von 189.756 Patientinnen im Hinblick auf den Qualitätsindikator postoperatives Präparatröntgen und aus dem Leistungsbereich „Hüftgelenknahe Femurfraktur“ die Datensätze von 331.087 Patienten im Hinblick auf den Qualitätsindikator postopertive Verweildauer om Hinblick auf leitliniengerechte Behandlung analysiert.

Ergebnisse

Mammachirurgie: Während 2003 lediglich 36,0% der Fälle leitliniengerecht therapiert wurden, waren dies 2004 schließlich 83,9% im Jahr 2006. Neben dem Anstieg des prozentualen Anteils von Patientinnen, die im Hinblick auf den Indikator leitliniengerecht behandelt wurden, verminderte sich auch die Variabilität der Versorgung zwischen, gemessen an den Perzentilwerten, sich im Laufe der Jahre erheblich verminderte. Auch der Median zeigt eine Verbesserung von 18,2% leitlinienkonformer Versorgung in 2003 auf 95,0% im Jahr 2006 an.

Schenkelhalsfraktur: Hier zeigt sich ein sich nur wenig verändernder Verlauf über die letzten Jahre mit lediglich leichter Tendenz zur Verbesserung mit einer Gesamtrate von 18,5% im Jahr 2003 bis zu 16,0% in 2006. Das Ziel, maximal 15% der Fälle später als 48 Stunden zu operieren, wurde also in allen Jahren nicht erreicht. Auch die Versorgungsvariabilität – definiert über die Extrem- und Perzentilwerte – hat sich über die Jahre nicht verändert.

Schlussfolgerung/Implikation

BQS-Qualitätsindikatoren sind somit sehr gut geeignet, den Grad der Implementierung von Leitlinienempfehlungen messbar zu machen bzw. die Leitlinienentwicklung und -weiterentwicklung zu befördern.